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Wenn ein Feuerwehrmann missioniert

Zeugen Jehovas Wenn ein Feuerwehrmann missioniert

Matthias Müller verbringt seine Freizeit mit der Religion und versucht ein Leben nach der Bibel zu führen. Als Zeuge Jehovas versucht er vor allem auch andere davon zu überzeugen. Zuletzt reiste er dafür sogar nach Argentinien. Nur ein Ort ist für Müllers Missionierung tabu – die Freiwillige Feuerwehr von Kloster Zinna, denn deren Ortswehrführer ist Müller auch.

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Melanie und Matthias Müller auf Mission in Argentinien.

Quelle: Foto: privat

Kloster Zinna. Bis zu 70 Stunden im Monat geht Matthias Müller von Tür zu Tür, um mit Menschen über die Bibel ins Gespräch zu kommen. Müller wurde als Zeuge Jehovas erzogen und ist in seinem Heimatort Kloster Zinna nicht nur wegen seiner Religion kein Unbekannter. Seit 2013 fungiert der 36-Jährige als kommissarischer Ortswehrführer von Kloster Zinna.

„Als Zeuge Jehovas bin ich bemüht, mich so dicht wie möglich am Leben zu orientieren, wie es in der Bibel beschrieben steht“, sagt Müller. Zu den Grundregeln gehören: keine Drogen wie Tabak, die Vermeidung von Konflikten und keine Parteizugehörigkeit, um politisch neutral zu bleiben. Alkohol sei in Maßen erlaubt, denn „ein wenig Wein erfreut das Herz des sterblichen Menschen“, zitiert Müller die Bibel. Den Wehrdienst hat er vor 17 Jahren verweigert und stattdessen Ersatzdienst bei der Feuerwehr geleistet. „So kam ich zur Freiwilligen Feuerwehr in Kloster Zinna“, sagt er und fügt so gleich einen seiner Grundsätze für dieses Ehrenamt hinzu: „Hier wird nicht missioniert und das ist auch bis heute so“.

Seine „Versammlung“, so nennen die Zeugen Jehovas ihre Gemeinden, umfasst den südlichen Teil des Landkreises und zählt 73 Mitglieder. Die Zeugen sind im Vergleich zu anderen christlichen Strömungen besonders missionarisch aktiv. Müller leitet dieses „Evangelisierungswerk“. Seinen Beruf als selbstständiger Versicherungsagent habe er nur, um damit sein Leben als Zeuge Jehovas zu finanzieren. Die vergangenen vier Wochen hat Müller allerdings nicht hier, sondern als Missionar im Norden von Argentinien verbracht.

„Es ist meine erste Reise in dieser Missionstätigkeit“, sagte Müller Ende Januar, bevor er mit seiner Ehefrau Melanie aufbrach. In der tropischen Region Missiones, die als Jesuitengründung von tiefreligiösen Dörfern geprägt ist, hielt er Vorträge und veranstaltete Bibelkurse im Rahmen eines weltweiten Schulungsprogramms. Große Hitze und ein sehr einfaches Leben im Dschungel hat Müller dort erlebt. Und eine Überraschung: „Nicht wenige von den Koloniebewohnern sprechen hunsrückisch – einen deutschen Dialekt.“ Nach seiner Rückkehr vor wenigen Tagen ist Müller froh, das ungewöhnliche missionarische Abenteuer gewagt zu haben. Trotz der Anstrengung sei das „vielleicht nicht unsere letzte Reise gewesen.“

Von Peter Degener

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