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Teltow-Fläming Wer regiert künftig in Nuthe-Urstromtal?
Lokales Teltow-Fläming Wer regiert künftig in Nuthe-Urstromtal?
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15:23 12.09.2017
Am 24. September geht es um den Chefsessel in der Gemeindeverwaltung in Ruhlsdorf. Quelle: Margrit Hahn
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Ruhlsdorf

Die Bürgermeisterwahl in Nuthe-Urstromtal rückt immer näher. Am 24. September ist es soweit. Dann wird in den 23 Ortsteilen der Gemeinde Nuthe-Urstromtal gewählt. Dann entscheidet sich, ob Amtsinhaberin Monika Nestler (Linke) weiterhin an der Spitze der Gemeinde Nuthe-Urstromtal stehen wird oder einer ihrer beiden Mitbewerber. Insgesamt können 5745 Wahlberechtigte ab 16 Jahren darüber entscheiden. Auch EU-Bürger haben das Recht bei der Bürgermeisterwahl ihre Stimme abzugeben. Dieses Recht wird ihnen für die Wahl zum Bundestag aber verwehrt.

Zwei Männer und eine Frau kandidieren für das kommunale Spitzenamt in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Die MAZ gibt einen Überblick über die aktuelle Politik, die Bürgermeisterkandidaten und deren Programme.

Amtsinhaberin Monika Nestler (Linke) geht als Favoritin ins Rennen. Quelle: Hahn

Die Gemeinde Nuthe-Urstromtal wird seit knapp acht Jahren von Bürgermeisterin Monika Nestler geführt. In der Gemeindevertretung hat die Linke fünf Sitze, gefolgt von CDU und SPD mit je vier Sitzen. Die Wählergruppe Freie Liste Parteilos hat drei Mandate und die AfD einen Sitz.

Mit Monika Nestler tritt eine Politkerin der Linken an, Stefan Noack vertritt die SPD und Stefan Scheddin geht als Parteiloser ins Rennen. Alle drei wollen die Wahl gewinnen. es. Zwar geht die Linken-Politikerin mit dem Amtsbonus als Favoritin ins Rennen. Doch der Ausgang ist offen. Fraglich ist auch, ob es bereits beim ersten Wahlgang eine Entscheidung geben wird.

Nestler hat in den vergangenen acht Jahren viel erreicht. Die 63-Jährige setzt sich für den Erhalt und die Erweiterung der Infrastruktur in den Dörfern, für den Brand- und Katastrophenschutz für den Tourismus und viele andere Dinge ein. Die Sanierung der Kinder- und Jugendeinrichtungen setzt sie seit Jahren um. Sie hat ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr und investiert in die Sicherheitsdausrüstung der Feuerwehrleute. Sie bezeichnet sich als „Eine für alle“. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde insgesamt 10,4 Millionen Euro investiert und 3,3 Millionen Euro Fördermittel aktiviert.

Stefan Noack (SPD). Quelle: privat

Stefan Noack aus Dümde will seine Verwaltungserfahrung und seine politischen Idee in das Amt des Bürgermeisters mit einbringen. Der 32-Jährige Ortsvorsteher aus Dümde, der zugleich SPD-Fraktionsvorsitzender in der Gemeindevertretung ist, verspricht den Einwohnern von Nuthe-Urstromtal eine verständliche Kommunalpolitik, die auf die Belange der Bürger eingeht und will Kommunalpolitik für und vor allem mit den Menschen gestalten. Schuldenabbau und der Bau des Radwegs entlang der L73 von Luckenwalde nach Dobbrikow , die Sanierung der Schulgebäude und eine Verbesserung der allgemeinen Infrastruktur liegen ihm besonders am Herzen.

Stefan Scheddin (parteilos) Quelle: privat

Stefan Scheddin ist Ortsvorsteher in Ahrensdorf und will künftig im noch größeren Umfang in der Politik der Gemeinde mitmischen. Seiner Ansicht nach muss Politik transparenter werden. Bereits sein Vater war Bürgermeister von Märtensmühle, Liebätz und Ahrensdorf. Der 38-Jährige ist seit mehreren Jahren Gemeindevertreter – parteilos in der CDU-Fraktion – und Ortsvorsteher. Der parteilose Unternehmer will in jedem Ort ein Dorfgemeinschaftshaus errichten und würde als Bürgermeister die Ehrenämter stärker würdigen und sich für kurze Kita- und Schulwege sowie für die Beteiligung an Öko-Energie-Projekte einsetzen.

Ähnliche Programme der Kandidaten

Die Programme der drei Kandidaten unterschieden sich im Grunde nicht wesentlich. Es geht bei allen um den Bau von Radwegen, um die Sanierung von Kitas und Schulen , um die Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe und gewerblicher Unternehmen und um eine Verbesserung der Bildungspolitik.

Im Wahlkampf muss sich zeigen, welche Akzente die beiden Herausforderer setzen können, um sich als ernsthafte Alternative zur aktuellen Verwaltungschefin ins Spiel zu bringen. Monika Nestler hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren ohne große Unfälle geführt. Heftige Diskussionen und Bürgerproteste gab es nur um Einzelthemen wie eine Biogasanlage in Stülpe oder die Schweinemast in Jänickendorf. Doch für langfristige Themen müssen Lösungen her.

Kita-Plätze sind ein drängendes Thema in der Gemeinde. Quelle: Margrit Hahn

Die Kita-Plätze sind – wie fast überall – knapp geworden – Grund sind eine höhere Geburtenrate und der Zuzug der vergangenen Jahre. Wie lassen sich die Platzkapazitäten in Kitas und Grundschulen erhöhen?

Auch eine Kommunalreform könnte eine Herausforderung sein, wenn das Land die Mindesteinwohnerzahl für Gemeinden erhöht. Muss Nuthe-Urstromtal dann mit Luckenwalde oder Trebbin fusionieren? Andere Vorschläge?

Die Verkehrsverbindungen bleiben ein Dauerthema. Die Rufbus-Verbindungen müssen sich etablieren. Welche Lösungen streben die Bürgermeisterkandidaten an?

Die freiwilligen Feuerwehren in den Ortsteilen brauchen Unterstützung. Quelle: Julian Stähle

Auch die Feuerwehren brauchen Unterstützung. Die Zahl der aktiven Kameraden schrumpft. Es werden Forderungen laut, die Entschädigung zu erhöhen, um den freiwilligen Dienst am Schlauch attraktiver zu machen. Doch kann sich die Gemeindekasse das leisten?

MAZ-Talk: Wahlforum am 14. September in Hennickendorf

Um allen drei Bewerbern auf den Zahn fühlen zu können, sie besser kennen zu lernen und ihnen Fragen zu drängenden Themen zu stellen, bietet die MAZ ein Wahlforum mit allen drei Kandidaten an. Dieses findet am 14. September um 18.30 Uhr in „Kuckuck’s Scheune“ in Hennickendorf statt.

Lothar Mahrla, Geschäftsführer und Redaktionsleiter des MAZ-Regionalverlages hat bereits in den vergangenen Tagen eine Reihe von MAZ-Wahlforen unter anderem in Zeuthen, Bestensee, Königs Wusterhausen und Wildau absolviert und den Bürgermeisterkandidaten allerlei Fragen gestellt, damit sich die Besucher ein möglichst genaues Bild von den politischen Zielen aber auch von den Menschen machen können. Deshalb sollten die Nuthe-Urstromtaler diese Gelegenheit nutzen. Für das Wahl-Forum sind zwei Runden vorgesehen, mit einer Pause. Meike und Volker Höhne die Betreiber von „Kuckuck’s Scheune“ in der Schönhagener Straße 30 in Hennickendorf übernehmen die gastronomische Versorgung.

Falls es am 24. September keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang schaffen sollte, gibt es einen zweiten Termin am 15. Oktober. Dann ist die Stichwahl.

Von Margrit Hahn

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