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Wer wird der künftige Gemeinde-Chef?

MAZ-Forum: Bürgermeisterwahl Am Mellensee Wer wird der künftige Gemeinde-Chef?

Das Interesse war groß am MAZ-Wahlforum im Vorfeld des Entscheides, wer künftig Bürgermeister in der Gemeinde Am Mellensee sein wird. Am Sonntag findet die Wahl statt. In Sperenberg stellten sich die drei Kandidaten den Fragen der Moderatoren und des Publikums. Die Themen reichten vom Straßenbau hin zur Massentierhaltung.

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Die Moderatoren Frank Pechhold (l.) und Lothar Mahrla (r.) befragen die Kandidaten Maik Tscherwinka (2.v.l.), Frank Broshog (M.), Bernd Setny

Quelle: Gerlinde Irmscher

Sperenberg. Wer in der Gemeinde rund um den Mellensee Rathauschef werden will, der weiß, dass er auch noch im Jahr 25 der deutschen Einheit zu einer Aufholjagd antritt, war doch ein Teil des Gebiets als BER-Ersatzfläche über Jahrzehnte für jede Investition gesperrt. Er muss Ausdauer haben für den Spagat zwischen touristischen Projekten in landschaftlicher Idylle und Gewerbeansiedlungen auf militärischen Altlast-Flächen. Außerdem ist Politik in der rund 6500 Einwohner zählenden Gemeinde ein Spagat zwischen traditionellen und modernen Landwirten, extremen Tier- und Naturschützern, Künstlern und Bodenständigen. Drei Männer „im besten Alter“ nehmen diese Herausforderung an: Amtsinhaber Frank Broshog (54, parteilos), Maik Tscherwinka (49, ebenfalls parteilos) und Bernd Setny (53, SPD).

Voller Saal in Sperenberg

Voller Saal in Sperenberg.

Quelle: Gerlinde Irmscher.

MAZ-Redaktionsleiter und Regionalverlags-Geschäftsführer Lothar Mahrla und Redakteur Frank Pechhold hatten sich als Moderatoren des gut besuchten Forums auf die Kandidaten eingestellt. Zum Beispiel spielten sie für jeden Bewerber eines seiner Lieblingslieder als Einmarschmusik wie bei einem Boxkampf. „King“ von Years & Years sei eine Botschaft an seine Frau, sagte Maik Tscherwinka. „Darin kommt der Satz vor ,König unter deiner Kontrolle’“. Wenn er Bürgermeister wird, will er seine Frau in die Rathausarbeit einbinden. „Dann haben wir viel Zeit miteinander“, so der in Berlin aufgewachsene Ingenieurpädagoge und Elektromonteur. Der ehrenamtliche Kinder- und Jugendschutzbeauftragte der Gemeinde ist auch ehrenamtlicher Richter am Amtsgericht Zossen.

Hinter Frank Broshogs Musikwahl vermutete Lothar Mahrla pure Taktik im Wahlkampf. Doch der Bürgermeister erklärte den Abschlusssong des Musicals „Schön war die Zeit“ vom Jugendclub Sperenberg so: „Ich krieg’ da immer noch Tränen in die Augen. Das sind Sachen, die da in unserer Gemeinde entstanden sind, die lange nachwirken.“

Sinnhafte Musik liebt Bernd Setny, deshalb kam er zu „Wünsche“ von der Gruppe Pur in den Saal, das entspreche seiner sozialen Einstellung. Außerdem mag er Musik von Peter Maffay. Was dieser Biker und Sänger alles ins Leben rufe unterstützt und am Laufen halte imponiere ihm , erklärte der gelernte Nachrichtentechniker, der seit 1998 SPD-Mitglied ist und ehrenamtlich in SPD-Kreis- und Ortsvorstand arbeitet.

Saalwahlsieg für Broshog

Nach

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r als zweieinhalb Stunden Wahlforum mit den drei Bürgermeister-Kandidaten für die Gemeinde Am Mellensee gaben bei der MAZ-Saalwahl 89 Gäste am Ausgang ihre Stimme ab.

Das Ergebnis: Es wäre eine Stichwahl nötig – kein Kandidat erreichte auf Anhieb die Mehrheit. Von den abgegebenen Stimmen waren zwei ungültig.

Amtsinhaber Frank Broshog (parteilos) bekam 38 Stimmen, das sind 42,69  Prozent der abgegebenen Stimmen.

SPD-Kandidat Bernd Setny wurde von 15 Besuchern gewählt; das entspricht 16,86 Prozent Stimmanteilen.

Maik Tschwerwinka bekam die Stimmen von 34 Besuchern des Wahlforums. Er wird von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) unterstützt wird. Damit bekam er 38,2 Prozent der Stimmen und wäre mit Frank Broshog in der Stichwahl.

Regieren wollen die drei Männer ganz unterschiedlich. Der eine will seine Arbeit der vergangenen acht Jahre fortsetzen, die beiden anderen präsentieren neue Ideen. Eine davon: Die Anbindung von Sperenberg an die B 101. Das will SPD-Mann Bernd Setny schaffen, um den Ort an Investitionen und Ansiedlungen der Achse ins südliche Berliner Umland teilhaben zu lassen. Auf die ungläubige Frage einer Mellenseerin, wie das gelingen soll, erklärte Setny: „Ich werde meine Netzwerke in Land und Kreis nutzen. Daran werde ich hartnäckig arbeiten.“ Auf die Nachfrage, ob er diese Netzwerke der Gemeinde auch zur Verfügung stellen würde, wenn er nicht Bürgermeister wird, antwortete Setny: „Ich werde mich intensiv dafür einsetzen.“

Bei Versuchen, das Podium für alte und offenbar schon etliche Male aufgewärmte kommunalpolitische Diskussionen zu nutzen, wer wen wo gesehen und nicht gesehen hat, schritt Moderator Mahrla ein: „Da gibt es offenbar Sehschwierigkeiten auf beiden Seiten.“


Fragen aus dem Publikum

Fragen aus dem Publikum.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Konkret wurde es bei Fragen zur Unterbringung von Asylbewerbern, KMS-Beiträgen und Massentierhaltung. Letztere ist für Amtsinhaber Broshog Landwirtschaft, die in regionale Wirtschaftskreisläufe eingebunden werden muss. Er findet es toll, wenn das Saalower Kräuterschwein im Adlon oder in Leipzig auf der Speisekarte steht. „Nur in einer Größenordnung wie bei den Holländern“ dürften Tiere nicht gehalten werden. Maik Tscherwinka findet es „nicht schön, wenn wir mehr Tiere als Einwohner haben.“ Massentierhaltung dürfe es in der Gemeinde nicht geben. „Alles in einem gesunden Verhältnis zu den Wünschen der Bürger“, das ist für Setny das Maß der Dinge.

Eines der wenigen Themen, bei denen sich die Kandidaten einig waren, war die Kreisgebietsreform. Da sollte alles erst mal bleiben, wie es ist, es gebe derzeit wahrlich andere Sorgen. Manche Fragen wurden auch sehr persönlich, etwa, als es um die Höhe der Besoldung des Bürgermeisters ging.

Neben nicht gebauten Radwegen, Hortplätzen und Schulstandorten waren aber auch die Fahrten mit dem Dienstwagen Thema. Broshog erklärte, wie die Abrechnung funktioniert. Setny wäre „nicht wild auf einen Dienstwagen“ und Tscherwinka würde „für Dienstfahrten einen Dienstwagen nehmen, weil ich mit dem Fahrrad nicht überall hinkomme“.

Von Jutta Abromeit

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