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Teltow-Fläming Campus-Idee kommt erneut auf den Prüfstand
Lokales Teltow-Fläming Campus-Idee kommt erneut auf den Prüfstand
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00:19 14.07.2018
Trübe Aussichten für den „Campus der Generationen“ in Werbig mit der Grundschule als größtem Nutzer. Quelle: Foto: Uwe Klemens
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Werbig

Angebote für Alt und Jung unter einem Dach zu vereinen, noch dazu in einer Region, in der es ohnehin an Angeboten für beide Altersgruppen mangelt, galt als beispielhafte Idee. Der „Campus der Generationen“ in Werbig wurde gar 2010 zum Leuchtturmprojekt in der von den Jüterbog, Niederer Fläming und dem Amt Dahme ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft Niederer Fläming.

Diskussion erneut entfacht

Doch angesichts der Finanznot in der Kommune und dem Ausbleiben verbindlicher Zusagen, wer – außer der Schule – auf dem Campus vertreten sein würde, hat der Leuchtturm an Leuchtkraft eingebüßt. Seit dem Umzug der Achim-von-Arnim-Grundschule ins neu errichtete Gebäude und dem Beitritt der Gemeinde zum Amt Dahme ist es still geworden um die Campus-Idee, die der Ende April neugewählte Bürgermeister Matthias Wäsche (parteilos) nun zur Chefsache macht. Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurde die Diskussion um die Zukunft des Generationen-Campus neu entfacht.

Vor allem die Geldsorgen der Gemeinde machen die Umsetzung des letzten Bauabschnitts mehr als schwierig. Trotz ihres jahrelangen Sparkurses befindet sich die Gemeinde aufgrund sinkender Gewerbesteuereinnahmen plötzlich im Minus.

Kommentar: In die Zwickmühle manövriert

Von Uwe Klemens

Sinkende Geburtenraten und zunehmende Überalterung sind das Schreckensszenario jeder Kommune. Die Idee eines Generationen-Campus, der in der Infrastrukturwüste des Flachlandes eine Oase sein sollte, galt lange als Leuchtturm, der nun aber plötzlich schwächer leuchtet. Die Frage, warum die Verantwortlichen so lange ohne Kurskorrektur am Projekt festhielten, hat in der Gemeinde offenbar bislang niemand gewagt zu stellen. Warnzeichen, wie das Sinken der Fördermittelquote von 90 auf 50 Prozent, die ergebnislose Suche nach Nutzern und der sich mindestens ein Jahr im Voraus ankündigende Beitritt zum Amt, waren Warnzeichen, die in der Bevölkerung zwar laut, in der Gemeindevertretung aber nicht – zumindest nicht öffentlich – zur Sprache kamen. Dass Projekt auf den Prüfstand zu stellen, war überfällig.

Dass 40.000 der für 2018 geplanten, dringend notwendigen Investitionen in Höhe von insgesamt 663.00 Euro derzeit noch nicht gedeckt sind, zeigt die Schwierigkeit der Lage. Trotz Fördermittelzusage verschiedener Ministerien, müsste die Gemeinde für den Umbau des im vergangenen Jahr leergezogenen alten Schulhauses auch tief in die eigenen Tasche greifen und die veranschlagten 2,8 Millionen Euro Umbaukosten zur Hälfte selbst finanzieren.

Mehr offene Fragen als Ideen

Auch bei der ursprünglich angedachten Nutzung des Gebäudes gibt es inzwischen viele offene Fragen. Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass die unteren beiden der insgesamt vier Etagen zur Kita umgebaut werden. Da gegenwärtig jedoch die beiden gemeindeeigenen Kitas in Lichterfelde und Hohenseefeld aufgrund akuter Raumnot mit Hilfe von Fördermitteln umgebaut werden, fällt der Umzug der Tagesstätten nach Werbig aufgrund der Zweckbindungsfristen vorläufig ins Wasser, wie Wäsche erläuterte.

Gänzlich weggebrochen ist die Teilnutzung des Hauses als Verwaltungssitz, da die Gemeinde seit Jahresbeginn keine eigene Verwaltung mehr besitzt. Wer in den Tagestreff für Senioren und in die geplanten, ärztlichen Sprechräume einziehen könnte, ist bis heute nicht geklärt.

Gemeinde in der Zwickmühle

Die Campus-Idee aufzugeben, geht nicht. Denn für die bereits geflossenen Fördermittel gilt ebenfalls die Zweckbindung. Wird der letzte Abschnitt nicht vollendet, der noch dazu das Herzstück des Campus werden sollte, droht der Gemeinde eine Rückzahlungsforderung in Höhe von 1,6 Millionen Euro. „Wenn wir nicht bauen, kommt uns das deutlich teurer, als wenn wir bauen“, umschreibt Wäsche die Zwickmühle. Seinem Vorschlag, das Campus-Projekt im Herbst in Form eines öffentlichen Workshops noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, folgten die Gemeindevertreter einstimmig.

Von Uwe Klemens

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