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Teltow-Fläming Werke zum Schmunzeln
Lokales Teltow-Fläming Werke zum Schmunzeln
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15:50 10.03.2016
Marina Erdmann las Werke von Kurt Tucholsky. Quelle: Katja Schubert
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Blankensee

Wer sich am Freitagabend nicht mit wenigstens einem Schmunzeln im Gesicht vom Schloss Blankensee auf den Heimweg machte, hatte wohl einfach nicht richtig hingehört. Denn Marina Erdmann, eine bekannte Berliner Schauspielerin und Synchronsprecherin, rezitierte dort charmant berlinernd und ironisch einige von Kurt Tucholskys unzähligen Werken. Ihre 80 Zuhörer amüsierten sich prächtig.

Veranstalter des Abends war die Stadtbibliothek Trebbin. Leiterin Anika Wien erklärte, dass es die erste öffentliche Veranstaltung im Schloss seit dem Besitzerwechsel war. Für sie stelle die Lesung einen weiteren Erfolg auf dem Weg der kulturellen Rundreise durch die Gemeinden dar.

Eheleben wie eine norddeutsche Tiefebene

Die unterhaltsamen Worte des „kleinen dicken Mannes mit der Schreibmaschine“, wie Erich Kästner einmal Tucholsky beschrieb, wiesen eine prägnante Aktualität auf. So wurde nicht nur das ewig missliebige Verwandtschaftsverhältnis der „familia domestica communis“, der gemeinen Hausfamilie, bekrittelt, es wurde ebenfalls beschrieben, wie aus Holz, Stoff und einer Zimmerpalme Eitelkeit entstünde, dass das Eheleben manchmal mit einer norddeutschen Tiefebene zu vergleichen wäre und warum all der Tand, den man im Laufe der Jahre auf dem Dachboden ansammelte, doch immer noch brauchbar wäre.

Deutsche Obrigkeits-Hörigkeit

Doch so verdrießlich oder vergnüglich mancherlei Einsichten Tucholskys auch waren, letztlich musste sogar er vor der Unerklärlichkeit der Frauen kapitulieren. Weitere wichtige Themen wurden angeschnitten: Neid und Neugier, die übertriebene deutsche Obrigkeits-Hörigkeit, die Fähigkeit zum Leben am Rande des Reichtums und die Hintergründe, warum ein Ehepaar nie gemeinsam einen Witz erzählen könne.

„Es wäre schön, wenn sich aus dem Abend eine Tradition entwickelt!“, sagte Besucherin Barbara Högel, „hier im Schloss herrscht ein großartiges Ambiente und die Resonanz des Publikums ist sehr gut.“ Die allgemeine Begeisterung des Abends ließ nur einen Wunsch offen: eine bessere Beleuchtung auf dem Nachhauseweg durch den Schlosspark.

Von Katja Schubert

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