Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Sprühregen

Navigation:
Werke zum Schmunzeln

Tucholsky-Abend in Blankensee Werke zum Schmunzeln

Die bekannte Berliner Schauspielerin Marina Erdmann las am Freitagabend Werke von Kurt Tuchoslky im Schloss Blankensee. Die Texte wirkten nicht nur erstaunlich aktuell, sondern sorgten auch für Heiterkeit unter den Besuchern.

Blankensee 53.4050442 13.2666022
Google Map of 53.4050442,13.2666022
Blankensee Mehr Infos
Nächster Artikel
Ehrung für langjährige Lebenretter

Marina Erdmann las Werke von Kurt Tucholsky.

Quelle: Katja Schubert

Blankensee. Wer sich am Freitagabend nicht mit wenigstens einem Schmunzeln im Gesicht vom Schloss Blankensee auf den Heimweg machte, hatte wohl einfach nicht richtig hingehört. Denn Marina Erdmann, eine bekannte Berliner Schauspielerin und Synchronsprecherin, rezitierte dort charmant berlinernd und ironisch einige von Kurt Tucholskys unzähligen Werken. Ihre 80 Zuhörer amüsierten sich prächtig.

Veranstalter des Abends war die Stadtbibliothek Trebbin. Leiterin Anika Wien erklärte, dass es die erste öffentliche Veranstaltung im Schloss seit dem Besitzerwechsel war. Für sie stelle die Lesung einen weiteren Erfolg auf dem Weg der kulturellen Rundreise durch die Gemeinden dar.

Eheleben wie eine norddeutsche Tiefebene

Die unterhaltsamen Worte des „kleinen dicken Mannes mit der Schreibmaschine“, wie Erich Kästner einmal Tucholsky beschrieb, wiesen eine prägnante Aktualität auf. So wurde nicht nur das ewig missliebige Verwandtschaftsverhältnis der „familia domestica communis“, der gemeinen Hausfamilie, bekrittelt, es wurde ebenfalls beschrieben, wie aus Holz, Stoff und einer Zimmerpalme Eitelkeit entstünde, dass das Eheleben manchmal mit einer norddeutschen Tiefebene zu vergleichen wäre und warum all der Tand, den man im Laufe der Jahre auf dem Dachboden ansammelte, doch immer noch brauchbar wäre.

Deutsche Obrigkeits-Hörigkeit

Doch so verdrießlich oder vergnüglich mancherlei Einsichten Tucholskys auch waren, letztlich musste sogar er vor der Unerklärlichkeit der Frauen kapitulieren. Weitere wichtige Themen wurden angeschnitten: Neid und Neugier, die übertriebene deutsche Obrigkeits-Hörigkeit, die Fähigkeit zum Leben am Rande des Reichtums und die Hintergründe, warum ein Ehepaar nie gemeinsam einen Witz erzählen könne.

„Es wäre schön, wenn sich aus dem Abend eine Tradition entwickelt!“, sagte Besucherin Barbara Högel, „hier im Schloss herrscht ein großartiges Ambiente und die Resonanz des Publikums ist sehr gut.“ Die allgemeine Begeisterung des Abends ließ nur einen Wunsch offen: eine bessere Beleuchtung auf dem Nachhauseweg durch den Schlosspark.

Von Katja Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg