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Teltow-Fläming Westbam legt in der Fläminghalle auf
Lokales Teltow-Fläming Westbam legt in der Fläminghalle auf
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00:28 03.03.2018
DJ Westbam kommt am 10. März nach Luckenwalde zur Mega-Party in der Fläminghalle. Quelle: Promo
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Luckenwalde

Westbam zählt zu den erfolgreichsten deutschen und internationalen DJs und Produzenten. Seit 30 Jahren ist er aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Am 10. März steht er zum ersten Mal in Luckenwalde bei der Mega-Party in der Fläminghalle an den Plattentellern und will dort für Stimmung sorgen. Im MAZ-Interview spricht er über Erfolge, Popularität, Erinnerungen und die Zukunft.

 

Sie sind im März zum ersten Mal in Luckenwalde. Wie kommt man als DJ, der international auf mehreren Kontinenten unterwegs ist, zur Party in eine märkische Kleinstadt?

Westbam: Als Berliner ist mir das Land Brandenburg nicht fremd. Den Zauber der Welt machen große und kleine Städte aus und es gibt kein Gesetz, das sagt, dass es nur in Tokio, Rio oder New York eine gute Party werden kann. Es wird ein kleiner Sprung ins kalte Wasser, doch auf jeden Fall eine Bereicherung. Ein DJ ist immer so gut wie sein Publikum.

Was wissen Sie über Luckenwalde?

Ehrlich gesagt nicht viel, da hab ich mir noch keine Gedanken gemacht. Jemand hat mir erzählt, dass vor über 100 Jahren dort der Pappteller erfunden wurde. Da denk ich jetzt immer dran, wenn ich eine Currywurst esse.

Mit bürgerlichem Namen heißen Sie Maximilian Lenz. Kennt Sie überhaupt noch jemand unter diesem Namen?

Na, die Post von den Behörden kommt an Maximilian Lenz. Man kann diesen Namen kennen, muss aber nicht. Irgendwann war das sogar eine Frage in einer Quizsendung. Und letztens hat ein Polizist meine Papiere kontrolliert. Er kannte den Namen und hat mich gleich weiterfahren lassen. Aber ich hatte ja auch nichts verbrochen. Bei Rot über die Kreuzung fahren dürfte auch Maximilian Lenz nicht.

Touren durch mehrere Kontinente

Wo touren Sie umher, wenn Sie nicht gerade in Luckenwalde sind?

Polen, Russland, Spanien, Lettland, Österreich. Ich war schon in Japan, den USA, Australien und Argentinien. Als 20-Jähriger konnte ich es kaum erwarten, auf solche Fern-Touren zu gehen. Ginge es heute um die Entscheidung zwischen Argentinien und Luckenwalde, würde ich Luckenwalde fast vorziehen. Diesmal bin ich dem Winter entflohen und genieße gerade die Wärme in meinem Landhaus auf Mallorca.

Sie gehören zu den Initiatoren von „Love Parade“ und „Mayday“. Wie sehen Sie diese Jahre im Nachhinein?

Dass es die Love Parade nicht mehr gibt, ist schade. Sie war das historisch wichtigste musikalische Ereignis in Deutschland überhaupt. Es wurde in der Öffentlichkeit oft auf zertrampelte Grünanlagen, Müllberge und Alkohol-Exzesse reduziert. Aber das Positive war überragend. Das Techno-Spektakel war über die Musik hinaus für das Lebensgefühl und die Außenwirkung Deutschlands enorm wichtig und wird eher unterschätzt. Ich war viel international unterwegs. Einerseits hat man Deutschland mit dem Zweiten Weltkrieg und Hitler verbunden, andererseits mit der Love Parade. Für mich war das ein Beitrag zur Völkerfreundschaft.

Westbam als internationaler Techno-Kult-DJ

Westbam ist ein deutscher DJ, Musiker, Labelinhaber und Autor. Er wurde am 4. März 1965 in Münster (Westfalen) geboren und lebt heute in Berlin.

Sein bürgerlicher Name ist Maximilian Lenz. Das Pseudonym Westbam bildet die Kurzform von Westfalia Bombaataa und bezieht sich auf dessen Vorbild Afrika Bambaataa – ein seit den 70er-Jahren aktiver New Yorker Hip-Hop-DJ und Gründer der weltweiten Organisation „Zulu Nation“.

Westbam legt seit 1983 auf und war der erste DJ Deutschlands, der die Platten nicht nur aneinanderreihte, sondern mixte und daraus einen Kult machte.

Er war Gründer der deutschen Techno-Großtanzveranstaltung „Mayday“ und der einzige DJ, der von der ersten bis zur letzten „Love Parade“ auf allen Paraden aufgelegt hat und alle Love-Parade-Hymnen produzierte.

2015 erschien seine Biografie „Die Macht der Nacht“.

Sein Gesamtwerk umfasst weit mehr als 150 Singles und acht Alben. Sein neuestes Tourprojekt heißt „Risky Sets“ und führt ihn seit 2016 durch die ganze Welt. Ein Höhepunkt war 2017 sein Auftritt auf dem Lollapallooza in Berlin.

Und die Mayday?

Ursprünglich wurde sie 1991 zur Rettung des damaligen ostdeutschen Jugendsenders DT 64 in Berlin ins Leben gerufen, später fand sie in Dortmund statt. Heute gibt es solche Techno-Veranstaltungen weltweit. Ich bin 2014 ausgestiegen und nicht mehr so glücklich mit dem, was die Leute heute dort machen. Aber alles hat eben seine Zeit.

Wünschen Sie sich denn manchmal die 90er Jahre zurück?

Ich wünsche mir manche schöne Momente und Erinnerungen aus den 80ern und 90ern zurück, obwohl damals nicht alles besser war. Aber wir waren jung und die Zeit war toll. Doch ich bin nicht wehmütig. Im Gegenteil: DJ zu sein, macht heute mehr Spaß und ist einfacher als damals. Durch die digitale Technik brauche ich kein Studio und keine Platten mehr. Ich kann alles an meinem Laptop machen, wo ich gerade gehe und stehe. In den Flieger steige ich mit Handgepäck, das ist doch genial. Musik mache ich heute eher mehr als früher.

Haben Sie noch Kontakt zu Marusha, dem weiblichen Pendant in der Techno-DJ-Szene?

Direkt nicht, wir haben jetzt keinen Stammtisch oder so. Aber immer mal treffe ich sie bei allen möglichen Gelegenheiten, zum Beispiel im Flieger. Mehr Zeit bleibt heutzutage nicht. Wir haben uns immer fantastisch verstanden und sogar mal zusammen gewohnt.

Techno-Musik hat Zukunft

Sie gelten als Urgestein der Techno-Musik. Hat dieser Musik-Stil Zukunft?

Ja, auch wenn es nicht mehr die Techno-Kultur der 90er ist, sondern postmodern. Der Rock’n’Roll hat sich auch aus den 50ern bis heute gehalten. Immer wieder werden sich Leute und Musiker finden, die die Musikrichtung neu definieren und weitertragen. Techno verbindet sich ja mit Nachtleben – das heißt, gemeinsam Energie von anderen Menschen spüren – und das wird es immer geben. Auch wenn die Welle gerade ein bisschen abebbt, weil die Leute sich mehr im digitalen Netz treffen als auf einer Party. Aber das kommt wieder.

Welche Altersgruppe ist heute Ihr Publikum?

Von Stadt zu Stadt und von Party zu Party verschieden. Manche kommen, weil sie mit meiner Musik groß geworden sind. Und manchmal kommen ganz junge Leute, die mich gar nicht kennen und plötzlich meine Musik total cool finden und mir das auch sagen. Es ist toll, von neuen Generationen entdeckt zu werden.

Das neue Album kommt im Spätfrühling raus

Sie sind nicht nur DJ, sondern selbst Komponist und Produzent. Woran arbeiten Sie aktuell?

Mein neues Album ist schon lange in Arbeit und kommt nun im späten Frühling raus. Es heißt „Risky Sets“ und heißt so viel wie „Riskante Auftritte“.

Was haben die Besucher der Mega-Party in Luckenwalde zu erwarten, was legen Sie auf?

Also, das wird keine Retro-Veranstaltung, ich bin ja ein lebendiger Künstler. Es wird einen großen Mix geben – aus selbst gemachter Musik, noch nicht veröffentlichten Titeln und Hits, die vor 20 Jahren der große Wurf waren. Es ist die Kunst des DJs, auf das Publikum einzugehen, auch wenn es keine Wunsch-Disko wird. Ich muss etwas so darbieten, dass die Besucher es gut finden. Aber davor ist mir nicht bange, ich habe ja 30 Jahre Erfahrung. Den DJ, der ich mit 18 war, würde ich heute an die Wand spielen. Die Besucher in Luckenwalde werden davon profitieren und dürfen sich auf eine coole Party freuen.

Wo werden Sie in Luckenwalde übernachten?

Das weiß ich noch gar nicht. Bei der Entfernung fahre ich vielleicht auch zurück nach Berlin.

Von Elinor Wenke

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