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Wettkampf im Dunkeln

Feuerwehr Wettkampf im Dunkeln

C-Rohr verschrauben, Pumpe anschmeißen, Ziel treffen – schon bei Tage ist das nicht einfach. Des Nachts aber müssen Feuerwehrleute für diese Übung eine ganze Menge Erfahrung mitbringen. Die Herausforderung nahmen beim Gräfendorfer Nachtpokal am Samstagabend 30 Feuerwehren aus 13 Landkreisen an.

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Das Zielen mit dem Löschschlauch erfordert höchste Konzentration.

Quelle: Victoria Barnack (3)

Gräfendorf. Unter Feuerwehrmännern muss es klare Ansagen geben. Denn im Notfall zählt bei ihnen jede Sekunde. So ernst war es beim Gräfendorfer Nachtpokal am Samstagabend zwar bei Weitem nicht, die Kommandos der Schiedsrichter wurden dennoch sofort befolgt. Besonders häufig war in der Nacht zum Sonntag eine Ansage zu hören: „Licht aus!“

Nach jedem Erlöschen der großen Scheinwerfer auf dem alten Sportplatz der Gemeinde hört man das Trampeln der Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen. Je zwei Teams können in einem Lauf gegeneinander antreten. Im Dunkeln werden die Geräte zusammengeschraubt. Fast zeitgleich laufen die Kameraden mit den Schläuchen in Richtung Zielscheiben los. Nur dort brennt noch Licht. Im Startbereich sorgen lediglich einige Fackeln für einigermaßen gute Sicht.

Ein gutes Auge an den Zieleinrichtungen und technisches Geschick an den Geräten garantiert beim Nachtlauf in Gräfendorf aber noch lange keine Medaillenplätze. „Um zu gewinnen, braucht man auch ein Quäntchen Glück“, sagt Jörn Winter. Der Vorsitzende des Spritzenverbandes Gräfendorf 1909 spricht aus Erfahrung. Denn der Nachtpokal fand in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag inzwischen schon zum zehnten Mal statt.

Dass der Wettkampf im Dunkeln nicht nur im Landkreis Teltow-Fläming eine einmalige Sache ist, zeigen alljährlich die Teilnehmerzahlen. Bei der Prämiere im Jahr 2006 meldeten sich bereits 16 Mannschaften an. Inzwischen zählt die Teilnehmerliste fast 30 Männermannschaften und ein paar Frauenteams. „Wir haben Mannschaften aus 13 Landkreisen und vier Bundesländern zu Gast“, berichtet Jörn Winter.

Zum Jubiläum des Nachtpokals gab es einen Reihe von Neuheiten. Dazu gehörte der erstmalige und sehr stimmungsvolle Auftritt der Bläsergruppe „Geile Gugge“ im Festzelt.

Zugelassen waren zum ersten Mal auch westdeutsche DIN-Pumpen. „Früher mussten alle mit TGL-Pumpen antreten, die einst in der DDR benutzt wurden“, erzählt Jörn Winter. Eine Reihe von Ausfällen gab es deswegen nicht nur bei den Wettkämpfen immer.

Der technische Vorsprung der neuen Pumpen zeigte sich am Sonnabend schon in den ersten Läufen. Fast die doppelte Wassermenge können die sogenannten West-Pumpen in einer Minute bewegen. „Dass die Bahnrekorde purzeln würden, war uns vorher klar“, sagt Winter. Geknackt wurden die bisherigen Bestmarken gleich im mehreren Läufen. „DIN-Pumpen haben aber auch ein höheres Verletzungsrisiko“, erklärt der Veranstalter. Deshalb müssen alle Teilnehmer am Wettbewerb volljährig sein.

Um allen Wettbewerbsteilnehmern Chancengleichheit zu gewähren, haben die Gräfendorfer Kameraden zwei von den neuen Pumpen vom Kreis ausgeliehen. Die moderne Technik allein bringt aber trotzdem noch keine Bestzeiten. „Die Teams müssen eingespielt sein“, sagt Jörn Winter, „deswegen haben wir auch immer einige Favoriten.“ Bei den Wehren gebe es nämlich meist feste Positionen wie in jedem anderen Teamsport auch.

Zu der Gräfendorfer Freiwilligen Feuerwehr selbst zählen 25 aktive Kameraden. In dem Verein Spritzenverband Gräfendorf 1909 engagieren sich außerdem 20 Mitglieder. Bei den Vorbereitungen auf den Nachtpokal hilft aber fast das ganze Dorf.

„Jeder steuert etwas bei, anders würde das gar nicht klappen“, sagt Jörn Winter. Unterstützung gibt es für die Gräfendorfer zudem vom Feuerwehrtechnischen Zentrum in Luckenwalde, das die Schiedsrichter für den Wettkampf stellt. „Bei so vielen Aufgaben sind wir wirklich froh, dass wir sie haben“, bedankt sich der Vereinsvorsitzende. Dem Dank werden sich alle Teilnehmer sicher anschließen.

Von Victoria Barnack

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