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Widerstand gegen die nächsten Umzugspläne

Flüchtlingsheim am Biopark vor Eröffnung Widerstand gegen die nächsten Umzugspläne

In die neue Thermohalle am Luckenwalder Biopark sollen Ende des Monats die ersten Flüchtlinge einziehen. Betreiber ist die Arbeiterwohlfahrt. Am 25. Februar haben Interessierte die Gelegenheit, von 16 bis 18 Uhr die Unterkunft zu besichtigen. Einziehen sollen Flüchtlinge aus der Grabenstraße – dort regt sich aber Widerstand.

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Das wöchentliche internationale Frühstück in der Grabenstraße.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Die neue Traglufthalle am Luckenwalder Biotechnologiepark als Unterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge soll vom Regionalverband Brandenburg Süd der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben werden. Darüber informierte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) am Dienstagabend im städtischen Hauptausschuss. Am 22. Februar soll die baufertige Halle vom Bauträger an den Landkreis Teltow-Fläming und am 23. Februar an den Awo-Regionalverband übergeben werden. Am 25. Februar haben interessierte Besucher dann von 16 bis 18 Uhr die Gelegenheit, den Übergangsbau zu besichtigen. Eine Woche später, ab dem 29. Februar, werden die ersten Flüchtlinge in die Halle einziehen.

„In dieser Woche erwartet der Landkreis keine neuen Flüchtlinge“, sagte Herzog-von der Heide. Auf Wunsch der Hauptausschussmitglieder erläuterte sie den aktuellen Stand in der Flüchtlingssituation. Das Aufnahmesoll in der Stadt Luckenwalde für das Jahr 2016 liegt bei 368 Flüchtlingen (im Jahr 2015 bei 338). „Aktuell wohnen 403 Flüchtlinge in den Übergangswohnheimen und Notunterkünften sowie 87 in Wohnungen“, berichtete die Bürgermeisterin. Im November 2015 waren noch 417 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften und 92 in Wohnungen gemeldet. Weitere 300 Plätze sollen in der Thermohalle am Biopark vorgehalten werden.

Von den Asylberechtigten in Luckenwalde sind 102 Erwerbsfähige. „Das heißt, sie dürften arbeiten, wenn sie einen Job fänden“, erklärte Herzog-von der Heide. Diese Personen fallen in die Zuständigkeit des Jobcenters und leben mit insgesamt 72 Kindern in Bedarfsgemeinschaften. „Es gibt auch Asylberechtigte, die keine Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, weil sie erwerbstätig sind“, sagte die Bürgermeisterin, „ihre Zahl wird jedoch nicht extra erfasst.“

Entwicklung der Einwohnerzahl in Luckenwalde

20 682 Einwohner zählte die Kreisstadt am Jahresende 2015 – ein Plus von 316 Personen zum Vorjahr.

445 Einwohner leben pro Quadratkilometer (sieben mehr als 2014) in Luckenwalde.

47,3 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt (minus 0,3).

1437 Zuzüge wurden im Jahr 2015 registriert (plus 423 zum Vorjahr – auch wegen steigender Flüchtlingszahlen). 949 Personen zogen aus der Stadt weg (minus 71).

Die „Belegungsstrategie“ des Kreises sehe vor, die Überbelegung in den Übergangswohnheimen abzubauen und Notunterkünfte aufzugeben. Der ehemalige Kreistagssaal in der Grabenstraße ist bereits geräumt; das Haus 1 soll bis zum 31. März leer gezogen werden und die Bewohner in die Thermohalle ziehen.

Das stößt im Heim Grabenstraße auf Widerstand. Sozialarbeiter Alex Kubiak von der Freien Migrationshilfe warb im Hauptausschuss dafür, den Standort zu belassen: „Das Haus funktioniert so, wie es sich ein Betreiber nur wünschen kann. Es ist ruhig, es gibt viel Miteinander, viel Kultur und offene Türen zur Straße.“ 30 Ehrenamtliche würden sich sieben Tage in der Woche um die Flüchtlinge kümmern. Sie aus ihrer vertrauten Umgebung zu reißen, sei kurzsichtig. „Die Thermohalle am Biopark ist teuer. Der Landkreis muss sie auslasten und schiebt deshalb schnell mal ein paar Flüchtlinge hin und her“, kritisierte Kubiak.

Am Mittwoch trafen sich Heimbewohner der Grabenstraße zum traditionellen internationalen Frühstück. Auch dort war der geplante Umzug Gesprächsthema. „Das Mittwochsfrühstück wird es dann auch nicht mehr geben“, bedauerte Kubiak. Auf Facebook hatte er den Termin zunächst als „Protestfrühstück“ angekündigt. Am selben Tag gab es aber erste Gespräche mit dem Betreiber der Thermohalle.

Erst am Montag hatte eine Umzugsentscheidung des Kreises Wellen geschlagen. Die Bewohner des Jüterboger Flüchtlingsheims am Quellenhof mussten nach Hennickendorf umziehen, weil das Gebäude in schlechten Zustand ist.

Von Elinor Wenke

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