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Wie Abwasser zum Energiespender wird

Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) Wie Abwasser zum Energiespender wird

Warum Abwasserwärme weiter ungenutzt lassen? Das ist eine Grundüberlegung beim Wasserzweckverband Region Ludwigsfelde, um Energie zu sparen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Experten sehen mit den Industrie- und Gewerbeparks der Region Riesenpotenziale dafür.

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Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Wie kann die Wärme von Abwasser in der Region Ludwigsfelde genutzt werden? Darüber macht man sich beim Wasserzweckverband Warl Gedanken. Immerhin entsorgt er auf seiner Verbandsfläche von 450 Quadratkilometern das Abwasser von 41 000 Bürgern und der Industrie in Ludwigsfelde, Großbeeren, Trebbin und dem Zossener Ortsteil Nunsdorf.

Um folgende Überlegungen geht es in dem Klimaschutz-Teilkonzept, an dem der Verband derzeit arbeitet: Jährlich passieren rund zwei Millionen Kubikmeter Abwasser die insgesamt 245 Kilometer langen Leitungen des Abwassernetzes. Könnte man die Wärme von kommunalem Abwasser nutzen, ließen sich Heizkosten sparen. Außerdem wäre das eine Ergänzung der Klimaschutzkonzepte in den Mitgliedskommunen und der Zweckverband könnte mit Energieeinsparungen zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen. In dem fast 100-seitigen Konzept finden sich diverse Bereiche mit Einsparpotenzialen, die den Aufbau eines Nahwärmenetzes sinnvoll erscheinen lassen.

Abwasserwärme könnte Preußenpark heizen

Als am erfolgversprechendsten gilt danach der Preußenpark. Dort sehen die Experten gleich drei große Möglichkeiten, Abwasser- beziehungsweise Industriewärme zu nutzen: Am Auslauf des Klärwerks verspricht man sich ein Wärmepotenzial von 380 Kilowattstunden, an der Abwasserdruckleitung von einem halben Meter Durchmesser ein Potenzial von 355 kWh und am Turbinen-Brenner-Testwerk von Siemens an rund 100 Tagen im Jahr sogar fünf bis zehn Megawattstunden.

„Wäre diese Wärme tatsächlich nutzbar, könnten damit Industrie und Gewerbe im Preußenpark versorgt werden“, sagt Warl-Verbandsvorsteher Hans-Reiner Aethner. Die ungleichmäßige Wärmeabgabe von Siemens ließe sich nach der Meinung von Fachleuten in einem Langzeit-Erdspeicher auffangen, um sie später zu nutzen. Die Wärmemenge, die im Preußenpark genutzt werden könnte, übersteigt nach dem vorliegendem Konzept den derzeitigen Energiebedarf bei weitem. Falls ein solches Abwärmenutzungssystems in Erwägung gezogen wird, soll geprüft werden, ob Energieüberschüsse anderen Stellen zugeführt oder gepuffert werden könnten, heißt es. „Die Stadtwerke Ludwigsfelde, die den Preußenpark jährlich mit zwei Millionen Kilowattstunden Gas versorgen, sind an einem solchen Projekt interessiert, das haben wir bereits mit-einander besprochen“, sagt der Verbandschef.

Herausforderung: geeignete Nahwärmesysteme finden

Ein weiteres aussichtsreiches Areal für die Gewinnung bisher ungenutzter Wärme ist das GVZ Großbeeren. In dessen Umfeld verlaufen drei Abwasserdruckleitungen, zwei mit einem Durchmesser von 50, eine mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Davon erhofft man sich 380 Kilowattstunden Wärme, um Gewerbe- und Industrieansiedlungen zu versorgen.

Jetzt geht es darum, für die aufgeführten Potenziale jeweils geeignete und bezahlbare Nahwärmesysteme zu finden sowie bei Realisierbarkeit Fördermittel zu akquirieren. „Auf jeder Verbandsversammlung informieren wir über den aktuellen Stand der Umsetzung dieses Konzepts“, so Aethner.

Von Jutta Abromeit

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