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Wie ein Ort in der Mobilfunk-Falle sitzt

Zossen Wie ein Ort in der Mobilfunk-Falle sitzt

Ein großer Teil von Zossen (Teltow-Fläming) sitzt in der Mobilfunk-Falle. In vielen Wohnungen und Geschäften gibt es schlicht keinen Empfang, seit zwei Mobilfunkmasten nicht mehr in Betrieb sind. Besonders in einigen Geschäften sorgt das beim Bezahlen für absurde Situationen.

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Wenn Kunden im Salon „Friseur Am Markt“ mit EC-Karte bezahlen wollen, dann muss Friseurin Keiva Ford oft nach draußen gehen, damit das mit einer Telekom-Telefonkarte ausgestattete Terminal funktioniert.

Quelle: Frank Pechhold

Zossen. Wenn Kunden im Salon „Friseur Am Markt“ mit EC-Karte bezahlen wollen, wird es problematisch. Oft funktioniert das Karten-Terminal nur draußen vor der Tür. Schuld daran ist das Mobilfunk-Loch, in dem viele Zossener seit sechs Monaten ausharren müssen. Spätestens bis zum Jahresende soll diese peinliche Panne laut Auskunft der Netzanbieter Vodafone und Deutsche Telekom endlich behoben werden.

Bis dahin wird Friseurin Keiva Ford noch oft mit dem Karten-Bezahlgerät aus dem Salon auf den Marktplatz gehen müssen, um einen Ort zu finden, wo sie Empfang hat. Nur dann funktioniert das mit einer Telefonkarte der Telekom ausgestattete Terminal. „Seit Donnerstag ist das Gerät wieder komplett ausgestiegen“, so Keiva Ford Freitagvormittag.

Probleme bei Vodafone und Telekom

Funkstille herrscht in vielen Mobiltelefonen. Betroffen davon sind Bürger, die im Stadtzentrum wohnen oder arbeiten. Obwohl sie einen Vertrag mit der Telekom oder Vodafone über die Nutzung des D1- oder D2-Netzes haben, sind sie in Gebäuden per Handy nicht zu erreichen. Der Grund dafür ist, dass beide Anbieter den abgerissenen Funkmast auf dem Gelände der Polizeiwache nicht mehr für ihre Technik nutzen können.

Als erster brachte Rechtsanwalt Thomas Blanke in seiner Eigenschaft als CDU-Stadtverordneter das Problem öffentlich zur Sprache. Blanke ist Vodafone-Kunde, seine Kanzlei liegt an der Berliner Straße und damit mitten im Funkloch.

Handy im Kescher

Schräg gegenüber befindet sich eine DEVK-Geschäftsstelle. Dort arbeitet Iris Reppmann. Gelegentlich richtet sie eine Rufumleitung ein, um für Versicherungskunden auch zu Hause erreichbar zu sein. Auch Reppmanns zu Hause liegt im Funkloch. „Wenn Kunden mich anrufen, sehe ich ein Lämpchen aufleuchten“, so Reppmann. Um mit ihren Kunden auch sprechen zu können, braucht sie eine funktionierende Verbindung. Also greift sie sobald das Lämpchen leuchtet nach einem Kinderplanschbecken-Kescher, legt ihr Handy rein und hält den Kescher auf der Suche nach dem Vodafone-Netz am ausgestreckten Arm aus dem Fenster. „Wenn meine Nachbarn mich so sehen, lachen sie natürlich darüber.“

So ähnlich gehe es selbst Kunden, die rund zwei Kilometer entfernt wohnten, so Denny Böger, Kundenberater bei „AL Telekommunikation“. Der kleine Laden liegt am Marktplatz. Böger zufolge habe sich der Empfang für Telekom-Kunden leicht verbessert. Aber: „Vodafone hat es momentan noch nicht gepackt, das Problem zu lösen.“ Deswegen wechselten viele Kunden zu anderen Anbietern.

Zu welchem Anbieter Axel Neumann wechseln wird, weiß der Zossener Funkloch-Bewohner noch nicht. Er hat seinen Vodafone-Vertrag zum Februar 2017 gekündigt. Gleichzeitig habe er seinem bisherigen Anbieter mitgeteilt, wegen der Empfangsprobleme in seiner Wohnung keine Rechnung mehr zu bezahlen. Daraufhin habe man ihm das Netz schon jetzt abgeschaltet.

Vodafone: Mobiler Mast soll Abhilfe schaffen

„Wir verbessern die Versorgungssituation mittels eines mobilen Mastes“, sagte ein Vodafone-Sprecher Freitag der MAZ. Diesbezüglich arbeite man sehr gut mit Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) zusammen. Die evangelische Kirchengemeinde will Vodafone die Errichtung einer Mobilfunkanlage im Turm der Dreifaltigkeitskirche hinter den Schallluken gegen Miete gestatten. „Dafür brauchen wir noch die eine oder andere Genehmigung, beispielsweise von der Denkmalschutzbehörde“, so der Vodafone-Sprecher. Voraussichtlich in vier Wochen könnten die betroffenen Zossener Kunden wieder wie gewohnt mobil telefonieren. Die Telekom werde das von Vodafone errichtete Provisorium mit nutzen, so deren Pressesprecherin Stefanie Halle. „Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel 2016/2017 geplant.“

Von Frank Pechhold

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