Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Wie sollen die Wölfe künftig heißen?

MAZ-Leser dürfen Namen suchen Wie sollen die Wölfe künftig heißen?

Lange war das Wolfsgehege im Wildpark Johannismühle verwaist. Aber nun ist wieder Leben eingekehrt. Zwei junge Wölfe aus der Anholter Schweiz sind die neuen Mitglieder der großen Tierfamilie. Weil sie noch keine Namen haben, dürfen alle MAZ-Leser nun bis zum 1. März Vorschläge unterbreiten und mit entscheiden, wie das Wolfsbrüderpaar heißen soll.

Voriger Artikel
Soko Grenze schnappt Lkw-Knacker
Nächster Artikel
Jüterbog: AfD-Demo endet mit einem Eklat

Michael Kuboth (l.) und Julian Dorsch (r.) waren beim Transport der beiden Wolfsbrüder dabei. Dort war der eine graue Wolf kurz nach der Ankunft bereits ganz schnell in das weitläufige Gehege gerannt, während der andere noch vorsichtig aus seiner Transportkiste schlich.

Quelle: Pechhold

Johannismühle. Wolfsblut? Wölfi? Wolfgang? Wie sollen die beiden grauen Wolfsbrüder heißen, die seit einer Woche im Wildpark Johannismühle leben? Gesucht werden viele originelle Namensvorschläge für die jüngsten Mitglieder der großen Tierfamilie. Den von einer kleinen Jury ermittelten Namenspaten winken exklusive Wolfsführungen einschließlich Fütterung.

Julian Dorsch, Assistent der Wildpark-Geschäftsführung, ist einer der Juroren, der die Qual der Wolfnamenswahl hat. Er war dabei, als die beiden Wölfe in dem nahe der holländischen Grenze gelegenen Wildpark Anholter Schweiz abgeholt wurden. „Wir wollten unseren Besuchern endlich wieder Grauwölfe zeigen.“ Die gab es seit Juli 2015 nicht mehr in Johannismühle. Damals starb die 17-jährige Wölfin Akela. Damit war ihr Gehege verwaist. „Um das zu ändern, haben wir uns gleich nach dem Tod von Akela auf die Suche nach Ersatz gemacht“, sagt Dorsch. Eines Abends sah Tierpfleger Michael Kuboth im Fernsehen einen Bericht über ein fünfköpfiges Wolfsrudel – Eltern, Schwester, zwei Brüder –, das im Wildpark Anholter Schweiz lebt. Kuboth sprach Dorsch an. Der wiederum machte den Kauf der beiden knapp zehn Monate alten Wolfsbrüder perfekt.

Julian Dorsch zeigt, wie man einen Wolf mit dem Blasrohr betäubt

Julian Dorsch zeigt, wie man einen Wolf mit dem Blasrohr betäubt.

Quelle: Pechhold

Begleitet von Tierpflegerin Nathalie Brandt und ihrem Kollegen Christian Mosler fuhren Dorsch und Kuboth mit einem kleinen Transporter in die knapp 650 Kilometer entfernte Anholter Schweiz. Dort narkotisierte Dorsch die beiden Wölfe mit Pfeilen, die er mit einem Blasrohr abschoss. „Das war richtig Arbeit. Schließlich ist die Anlage einen Hektar groß.“ Deshalb sollten die Wölfe mit toten Küken in ein deutlich kleineres Vorgehege gelockt werden. Aus diesem Grund waren sie rund eine Woche lang nicht gefüttert worden. Ein Wolf fiel auf den Futtertrick rein, lief in das Vorgehege und war im Nu betäubt.

Dessen Bruder weigerte sich hartnäckig, Wolfs Revier zu verlassen. „Also sind wir zu ihm in das große Gehege reingegangen, haben ihn mehr als zwei Stunden verfolgt und in eine Ecke gedrängt“, sagt Dorsch. Erst dann konnte er das Blasrohr ansetzen und dem Wolf den mit einem genau dosierten Narkosemittel versetzten Pfeil in den Körper jagen.

Sichtlich wohl  fühlt sich dieser junge Grauwolf im neuen Revier

Sichtlich wohl fühlt sich dieser junge Grauwolf im neuen Revier.

Quelle: Pechhold

Als beide Wölfe betäubt waren, nahmen ihnen Mitarbeiter des Berliner Leibnitz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung Blut ab, um ihren Gesundheitsstatus zu ermitteln. „Dann haben wir die Tiere in Transportkisten gepackt und über Nacht in einem beheizten Raum des Wildparks stehen lassen.“ Am nächsten Morgen wurden die Kisten mit den wieder putzmunteren Wölfen in den Transporter geladen und nach Johannismühle gebracht.

„Sicher hätten wir auch ein Pärchen oder zwei Weibchen kaufen können“, sagt Dorsch. Aber dagegen habe man sich bewusst entschieden. Einerseits seien „zwei Männchen immer entspannter als zwei Weibchen“; andererseits wolle man keine Wölfe züchten, sondern sie den Besuchern zeigen.

„Wir möchten vor allem darüber informieren, wie der Grauwolf lebt und dass er für den Menschen eigentlich nicht gefährlich ist“, sagt Dorsch. Mitte des 19. Jahrhunderts war der graue Jäger in Deutschland ausgerottet. In diesen Tagen erobert er sich auch in Brandenburg seinen einstigen Lebensraum langsam zurück. Hin und wieder gibt es Probleme mit Wölfen, die Rinder und Schafe reißen. Deshalb würden manche Schäfer, Landwirte und Jäger den geschützten Isegrim am liebsten auf die Abschlussliste setzen.

„Von Furcht bis Faszination reichen die Reaktionen, wenn ich mit Besuchern auf den Wolf zu sprechen komme“, sagt Julian Dorsch. Deshalb sehe er den Bildungsauftrag aller Wildpark-Mitarbeiter darin, den Gästen zu erklären, dass der Wolf nicht so böse wie im Märchen „Rotkäppchen“, sondern ein „lebendiger Bestandteil der mitteleuropäischen Tierwelt ist“.

Info: Namensvorschläge für die beiden grauen Jungwölfe können bis zum 1. März an den Wildpark übermittelt werden:   03 37 04/9 70 11 oder 01 70/5 63 63 75; Fax: 03 37 04/9 70 25; info@wildpark-johannismuehle.de

Von Frank Pechhold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg