Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
„Wie war das damals, Oma?“

Projekt der evangelischen Kirche Blankenfelde „Wie war das damals, Oma?“

In einigen Jahren wird es niemanden mehr geben, der von Weltkrieg, Flucht, Vertreibung und Neuanfang erzählt. Die evangelische Kirchengemeinde von Blankenfelde hat die Geschichten einiger älterer Menschen aufgeschrieben. Mit dem Projekt „Lebensbilder“ kann jeder zum Zuhörer werden.

Voriger Artikel
Neuer Lehrer für Dahme
Nächster Artikel
Gelöste Stimmung beim ersten Joker-Treff

Ruth Damast (l.) und Helga Jendreyek (r.) haben Diakon Thomas Hartmann ihre Geschichte erzählt.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Im Herbst des Lebens schauen viele zurück auf das, was war. Neugierige Enkel wollen wissen: „Wie war das damals, Oma?“ Helga Jendreyek kennt das. Die 81 Jahre alte Blankenfelderin gehört zur letzten Generation derer, die den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, die von Bombennächten, Vertreibung und Flucht erzählen können.

„Alle sagen immer, schreib das auf, du hast so viel erlebt“, sagt Helga Jendreyek. Diese Aufgabe haben Mitglieder der evangelischen Kirche Blankenfelde übernommen. In ihrem Projekt „Lebensbilder“ werden Biografien ganz normaler Menschen aufgeschrieben und vorgelesen, so auch heute Abend. Diakon Thomas Hartmann betreut die „Lebensbilder“ seit mehr als zwei Jahren. Er hatte damals die Idee dazu, weil er bei der Arbeit mit den Senioren immer wieder unglaubliche Geschichten zu hören bekam. „Ich wollte nicht, dass alles eines Tages in Vergessenheit gerät“, sagt er. Also nahm er Papier und Stift und hörte zu. Viele Geschichten wiesen Parallelen auf. Die Kindheit im Osten, dann der Krieg, Vertreibung, Neuanfang. Für viele sei es eine Erleichterung, das Erlebte zu erzählen – so, als würde man ihnen eine Last abnehmen. „Oft braucht es nur ein Stichwort, schon fangen die Leute an, zu reden“, sagt Thomas Hartmann.

Manche Erinnerung ist heute nur noch schwer vorstellbar. Helga Jendreyek, deren Geschichte heute von Antje Diering vorgelesen wird, erinnerte sich daran, wie die Kuh mit der Familie zusammen im Wohnzimmer lebte. „Das kann man doch niemandem erzählen“ sagt sie, doch genau das wollen die Menschen hören. Sie wird heute Abend anwesend sein und sich den Fragen der Zuhörer stellen. Ruth Damast hat das bereits hinter sich. Sie weiß, wie es ist, die eigene Geschichte aus dem Mund eines anderen zu hören. „Hinterher war ich ganz schön aufgewühlt“, sagt die 84 Jahre alte Blankenfelderin. Bereut hat sie es dennoch nicht.

Heute geht es um das Schicksal des Ehepaars Werner aus Blankenfelde. Dort pflegt der Mann seit Jahrzehnten seine an Multipler Sklerose leidende Frau. „Es hat mich sehr berührt, wie beide versuchen, ein möglichst normales Leben zu führen“, so Thomas Hartmann. Allzu viel will er nicht verraten, denn die Geschichten seien immer Überraschungsabende.

Info: Die Lesung „Lebensbilder“ beginnt heute, 19 Uhr, im evangelischen Gemeindezentrum in Blankenfelde.

Von Christian Zielke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg