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Wie weiter mit Rasen und Rosen im Dorf?

Groß Schulzendorf Wie weiter mit Rasen und Rosen im Dorf?

Händeringend sucht der Ortsbeirat von Groß Schulzendorf Freiwillige, die Pflanzen auf öffentlichem Gelände wässern oder Rasen mähen. Die Stadt hatte wegen des Verdachts von Schwarzarbeit im Frühjahr Dutzende Pflegeverträge vorsorglich gekündigt. Doch nun drohen Bäume und Sträucher auf öffentlichen Flächen zu verdorren.

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Der Ortsbeirat von Groß Schulzendorf prüft, ob die vor zwei Jahren auf der Dorfaue gepflanzte Tanne die gegenwärtige Hitze übersteht.

Quelle: Abromeit

Groß Schulzendorf. „Die Tanne auf der Dorfaue wird überleben, ihr fehlt einfach Wasser.“ Das erklärte Christel Blaurock am Donnerstag zur Ortsbeiratssitzung im Ludwigsfelder Ortsteil Groß Schulzendorf. Sie ist eine von drei Ehrenamtlichen, die sich neben vielem anderen im Moment dafür engagiert, dass Pflanzen und Grünflächen das Dorf auch künftig verschönern. Doch das wird schwierig.

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Im Frühjahr hatte die Stadtverwaltung Ludwigsfelde sämtliche Grünflächen-Pflegeverträge mit Bürgern vorsorglich kündigt. Das Zollamt war verdeckten Arbeitsverträgen auf der Spur. Die Stadt hatte 109 Pflegeverträge mit Bürgern, zwölf in der Kernstadt, die anderen gibt es in allen Ortsteilen, mit 25 die meisten davon in Löwenbruch.


Diese Verträge hatten für rund 40 000 Euro im Jahr das Mähen und Harken von Grünflächen oder das Pflanzen von Blumen geregelt.

Wie berichtet hatte die Stadt im Frühjahr alle Pflegeverträge für Grünflächen-Arbeiten mit Freiwilligen, die dafür eine Aufwandsentschädigung bekamen, gekündigt. Das Zollamt hatte verdeckte Arbeit, also Schwarzarbeit, vermutet. Bis das endgültig geklärt ist, schließt die Stadt keine Vereinbarungen mehr ab. Ortsvorsteher Eckehard List ist sauer. Gerade erfährt er, dass die mehrmonatige Sperrung der Landesstraße 79 kommenden Freitag beendet ist, die Bauarbeiten sind fertig. „Dann kommen wieder viele Fremde durch unseren Ort und sehen ungepflegte Grünanlagen...“ Händeringend suchen er, Christel Blaurock und Volker Donath, der dritte Ortsbeirat, Freiwillige, die sich um Unkraut, Rasenmähen und das Wässern von Pflanzen auf öffentlichen Flächen kümmern.

Dringend Helfer gesucht

Vor allem Bäume und Rosenstöcke, ob am Kriegerdenkmal, an der Kirche oder auf dem Hof des Bürgerhauses, direkt auf der Dorfaue oder die am Starhorstweg gepflanzten Obst- und Walnussbäume brauchen bei den heißen Temperaturen dringend Wasser. Für die allernötigsten Tropfen ist Wolfgang Blaurock mit unterwegs, die Sorgen des Ortsbeirats hört sich Siegmund Püschel mit an; elf Jahre lang hatte er einen der gekündigten Pflegeverträge. Auch er ist ratlos.

Christel Blaurock hält Kontakt zum Grünflächenmanagement im Rathaus. Dorthin hatte sie trockene Nadeln der vor zwei Jahren gepflanzten Dorfauen-Tanne gebracht. Nun weiß sie: „Der Baum hat keine Krankheit, ihm fehlt wirklich nur Wasser. Sind die Wurzeln aus dem Anwachsballen raus, können sie den Baum versorgen.“

Das Nötigste vereinbarte der Ortsbeirat mit der Stadt. Nicht zufrieden ist er mit dem Landesbetrieb Straßenwesen. Der kümmere sich um zu wenig um „seine“ Straßenbäume, da wolle man nachhaken. Bürgermeister Andreas Igel (SPD) versteht die Schulzendorfer. Auch ihn ärgert die Kündigung der Pflegeverträge; „für alles, was in den Ortsteilen geleistet wird, bin ich sehr dankbar“. Und Igel sagt: „Wir mussten so handeln, um nicht angreifbar zu sein. Ich habe auch Gefahr von der Stadt abzuwenden.“ Die bestand darin, dass sich die Kommune womöglich wegen Schwarzarbeit zu verantworten hätte. Ist der Verdacht haltlos, so Igel im Frühjahr, seien neue Verträge möglich. Jetzt werde mit den Orten Stück für Stück über alle Arbeit in jedem Dorf gesprochen. „Vielleicht kommt raus, dass bisherige Standards nicht haltbar sind“, so der Rathauschef.

Von Jutta Abromeit

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