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Teltow-Fläming Ehrenname: „Wiege der deutschen Raumfahrt“
Lokales Teltow-Fläming Ehrenname: „Wiege der deutschen Raumfahrt“
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00:38 20.05.2018
Klaus Wendt, Thomas Reiter, Sigmund Jähn, und Konferenz-Gastgeber Gerhard Banse (v.l.), Präsident der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Im Vordergrund eine Schautafel von Wendts Ausstellung. Quelle: Fotos: Pechhold, hafer, DPA
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Berlin/Am Mellensee

Wiege der deutschen Raumfahrt. Diesen Beinamen für die Gemeinde Am Mellensee oder den Ortsteil Kummersdorf-Gut bringt Klaus Wendt (Die Linke) ins Gespräch. In der Gemeindevertretung will der Fraktionsvorsitzende den Vorschlag zur Diskussion stellen. Das kündigte der Sperenberger Donnerstag am Rande der Fachkonferenz „Menschen im Weltraum“ in der Aula des Berliner Leibniz-Gymnasiums an.

Wendts bisher nur in der Sperenberger Heimatstube gezeigte Ausstellung zur Raumfahrtgeschichte bot den historischen Rahmen für das Forum. Eine Schautafel war Kummersdorf-Gut gewidmet, die zeitweilige Wirkungsstätte Wernher von Brauns. „Wernher von Braun kenne ich natürlich, Kummersdorf-Gut nicht“, sagte Raumfahrer Thomas Reiter. Unabhängig davon finde er den Beinamensvorschlag interessant. Den Namen Kummersdorf-Gut habe er schon mal gehört, so Raumfahrtlegende Sigmund Jähn. Vor rund 40 Jahren flog er als erster Deutscher ins All. Der 81-Jährige äußerte sich zurückhaltend zu dem Vorschlag, einem Ort den Zusatz „Wiege der deutschen Raumfahrt“ zu geben. „Da müsste ich mehr darüber wissen.“

Raketenpionier Wernher von Braun ist berühmt und umstritten

Wissenslücken vieler der mehr als 100  Konferenzgäste über Kummersdorf-Gut half die aus Schautafeln und Münzen bestehende Ausstellung schließen. Auf dem Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt steht ein bunkerähnlicher Betonklotz. Genau hier nahm die deutsche Raumfahrt ihren Anfang. „Wernher von Braun kam 1928 als Student her“, weiß Klaus Wendt. Anfang der 1930er Jahre wurde der Ingenieur zum Wegbereiter von Raketenwaffen und Raumfahrt. In der ehemaligen „Versuchsstelle West – Prüfstand  2“ entwickelte von Braun unter anderem Flüssigkeitsraketentriebwerke. Später konstruierte er auf deren Grundlage die erste leistungsstarke und funktionstüchtige Flüssigkeitsrakete, die sogenannte V 2. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete von Braun in den USA, wo unter seiner Leitung die ersten Trägerraketen für die NASA-Missionen entwickelt wurden. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in NSDAP und SS ist die Person Wernher von Braun umstritten.

Zu DDR-Zeiten sei die Geschichte von Kummersdorf-Gut tot geschwiegen worden, so Wendt. „Es wurde nicht einmal erwähnt, dass Raketen des Typs V 2 in den USA und der Sowjetunion bis 1952 ständig zum Einsatz kamen.“

Wendt: „Bisher war das nur ein Gedanke.“

Für Klaus Wendt und die anderen Mitglieder des Fördervereins „Heimatstube Sperenberg“ steht jedenfalls fest, dass die Wiege der deutschen Raumfahrt in Kummersdorf-Gut steht. Wendt zufolge dränge ihn der ehemalige Sperenberger Bürgermeister und Ortsvorsteher Dirk Hohlfeld schon seit langem, den Beinamensvorschlag in die Gemeindevertretung einzubringen. „Bisher war das nur ein Gedanke“, so Wendt. Daher habe er sich immer ein bisschen dagegen gesträubt, so einen hoch trabenden Namen zu beantragen. Aber eigentlich sei es doch ganz schön, wenn es nun doch passiere. „Mit solch einem Zusatznamen lässt sich doch bestimmt was Gutes für die Gemeinde machen.“

Von Frank Pechhold

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