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Teltow-Fläming Neuer Schick fürs alte Backhaus
Lokales Teltow-Fläming Neuer Schick fürs alte Backhaus
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01:16 30.11.2018
Dem Dach des alten Backhauses ging es beim jüngsten Arbeitseinsatz an den Kragen. Quelle: Uwe Klemens
Wiepersdorf

Die Zeiten, in denen die Wiepersdorfer zusammen den Dorfbackofen einheizten, um gemeinsam Brot und Kuchen zu backen, liegen lange zurück. „Bis Anfang der 70er Jahre traf man sich alle 14 Tage“, hat Ortsvorsteher und Gemeindebürgermeister Matthias Wäsche (parteilos), der selbst erst 2011 dorthin zog, von älteren Einwohnern in Erfahrung gebracht.

Der alte Backofen ist das jüngste Projekt

Die Wiederbelebung dörflicher Traditionen und den Erhalt ortsbildprägender Gebäude hat sich der gebürtige Hohenseefelder seit langem auf die Fahne geschrieben. Die Wiederherstellung des Dorfbackofens ist das jüngste Projekt in der Regie des von Wäsche 2016 gegründeten Dorfvereins „Unser Wiepersdorf“.

Das Dorf- und Gemeindeoberhaupt musste nicht viel Werbung machen, um für das Projekt Unterstützer zu finden. „Vor allem die älteren, aber auch die jüngeren Wiepersdorfer, mit denen ich gesprochen habe, finden es gut, wenn sich am Backofen wieder etwas tut“, berichtet der 41-Jährige. Beim Herbstputz vor gut einer Woche stiegen Helfer dem alten Backhaus, das sich gegenüber dem Schloßpark befindet, aufs Dach, um die bröckligen Dachsteine und die morschen Dachlatten zu erneuern. Im Vorfeld hatte Wäsche abgeklärt, ob das etwa drei Meter breite und zirka fünf Meter lange Gebäude unter Denkmalschutz steht, was nicht der Fall ist.

8000 Euro sind nötig

Das Geld für das benötigte Material hat der Dorfverein aus seiner Spendenkasse zur Verfügung gestellt, etwa ein Viertel steuerte die Mittelbrandenburgische Sparkasse bei. „Wenn wir mit dem Backhaus fertig sind, werden wohl insgesamt 8000 Euro hineingeflossen sein“, blickt Wäsche voraus.

„Wann mit der Sanierung der Fassade und dem Verfugen des inneren, etwa drei mal drei Meter großen Backraums begonnen werden kann, hängt davon ab, wie schnell sich unser Spendentopf wieder füllt, denn der ist nun erst mal leer“, sagt Wäsche, der froh darüber ist, dass der Backraum laut Auskunft des Schornsteinfegers wohl noch funktionieren müsste. Die verrostete Backofentür ist zwar noch vorhanden, aber nicht mehr brauchbar. Ein hölzerner Brotschieber, der im Vorraum an der Wand lehnt, und ein im März 1966 vom Schornsteinfeger an die Wand geschriebenes „Viel Glück“ gehören zu den wenigen Zeugnissen der einstigen Backtradition. „Vielleicht bekommen wir es ja hin, dass wir für unser Dorffest im nächsten Jahr hier wieder Kuchen backen können“, kündigt Wäsche vorsichtig an.

Tradition schon nicht mehr miterlebt

Klaus Kummer, der seit 1976 in Wiepersdorf wohnt, gehört zu denen, die sich schon jetzt darauf freuen. „Als ich hierher zog, gab es dass regelmäßige Backen aller 14 Tage schon nicht mehr. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass zumindest ab und zu gebacken wurde, zirka Ende der 70er Jahre buk ein Nachbar noch im Ofen zwei Schweine“, berichtet Kummer.

Wer das Backofenprojekt finanziell oder in Form von Baumaterial unterstützen möchte, findet unter wiepersdorf@gmx.de und unter der Telefonnummer 033746/ 80500 die richtigen Ansprechpartner.

Von Uwe Klemens

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