Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Wildpark Johannismühle gefährdet
Lokales Teltow-Fläming Wildpark Johannismühle gefährdet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:53 06.05.2016
Ein Braunbär im Wildpark Johannismühle bei Baruth. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Klasdorf

Der Wildpark Johannismühle bei Baruth ist in Gefahr. Nicht weniger als der Fortbestand der Einrichtung steht auf dem Spiel. Eine auf 20 Jahre befristete Betriebserlaubnis läuft am 30. Juni dieses Jahres aus, nachdem sie Ende 2015 um sechs Monate verlängert worden war. Der Wildpark hätte gern eine unbefristete Betriebserlaubnis, doch dieser Wunsch scheitert derzeit an der Unteren Forstbehörde.

Betriebsgenehmigung fehlt

Diese ist der Auffassung, dass die Einzäunung des Geländes rechtswidrig ist und kein öffentliches Interesse an der Sperrung des Waldes vorliegt, weil der Park privat betrieben wird. Die Behörde hält deshalb eine Umwandlung der Waldfläche in eine andere Nutzungsart für notwendig. Nur so könne der Wildpark eine unbefristete Betriebserlaubnis erwirken. Darüber informierten der Besitzer des Parks, Jörg Stubbe, und der Geschäftsführer Uwe Banisch den Kreistags- und Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum (CDU).

Suchen nach einer Lösung für den Wildpark Johannismühle: Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos), Wildpark-Eigentümer Jörg Stubbe, Wildpark-Geschäftsführer Uwe Banisch, der CDU-Politiker Danny Eichelbaum und Lutz Möbus (v.l.) Quelle: Andreas Staindl

Der Politiker hält die von der Unteren Forstbehörde geforderte Waldumwandlung und die damit verbundenen Ausgleichsmaßnahmen sowie die mangelnde Planungssicherheit der Betreiber für „existenzbedrohend“. Baruths Stadtverordnetenvorsteher Lutz Möbus (CDU) spricht sogar von Verwaltungswillkür: „Wenn die Forst sagt, es liegt kein öffentliches Interesse vor, weil der Park eingezäunt und nachts nicht begehbar ist, ist das doch schizophren.“

Kosten 300 000 Euro

Eine Umwandlung des Waldes hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen für den Betreiber des Wildparks. 300 000 Euro stehen im Raum, wie Jörg Stubbe sagt. Eine Summe, die ihm zufolge gar nicht zur Verfügung steht: „Wir wissen nicht mal, wie wir über den nächsten Winter kommen.“ Bleibt die Forstbehörde bei ihrer Forderung, seien die zwölf Arbeitsplätze im Wildpark in Gefahr. Die Mitarbeiter müssen auch im Winter ernährt werden, wenn die Einrichtung geschlossen ist, wie der Besitzer sagt: „Es ist alles auf Kante genäht.“

Auch Wölfe leben in den Gehegen des Parks. Quelle: Ott

Er gibt außerdem zu bedenken, dass allein in das Löwengehege 700 000 Euro Fördermittel investiert wurden. Der Wildpark zählt jährlich bis zu 70 000 Besucher-auch aus dem Ausland. „Er ist von überregionaler Bedeutung“, sagt Danny Eichelbaum. „Die Forstbehörde muss die Interessen abwägen.“ Der CDU-Politiker hat eine kleine Anfrage an den Landtag gestellt und etwa gefragt, ob für die Landesregierung der Fortbestand des Wildparks im öffentlichen Interesse liegt und wie die Regierung die Betreiber unterstützen kann. Zudem will er das Problem im nächsten Landwirtschaftsausschuss des Landkreises Teltow-Fläming thematisieren und dazu die Forstbehörde sowie Vertreter des Wildparks einladen.

Viele Besucher erfreuen sich an Quelle: Ott

Geschäftsführer hofft auf Lösung

Uwe Banisch ist an einer Lösung interessiert, mit der alle Seiten leben können. Anderenfalls sind dem Geschäftsführer zufolge auch die etwa 500 Tiere des Parks in Gefahr: „Sollen wir die Wölfe, Bären, Löwen und die vielen anderen Tiere in den Wald entlassen?“ Jörg Stubbe will sich eine Schließung des Parks erst gar nicht vorstellen. Ihm liegt der Bildungsauftrag der Einrichtung am Herzen. Schulen etwa führen dort praktischen Unterricht und Projekttage durch. Die Untere Forstbehörde hat das bisher offenbar nicht beeindruckt. Ebenso wenig, dass der Park Ausbildungsbetrieb und im internationalen Wisent-Zuchtprogramm ist sowie als touristische Attraktion vom Land Brandenburg ausgezeichnet wurde.

Der Leiter der Oberförsterei in Baruth als Vertreter der zuständigen Forstbehörde ist derzeit im Urlaub und für die MAZ nicht zu sprechen.

Von Andreas Staindl

Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 7. Mai - Feuer, Einbruch, Kollisionen

Die Polizei im Landkreis Teltow-Fläming hatte an Himmelfahrt und bis zum Freitagmorgen eine Menge zu tun. In Blankenfelde rammte ein Auto ein Motorrad. In Baruth brannte ein Waldstück. In Welsickendorf stieß ein Pkw mit einem Wildschwein zusammen. In Zossen wurde ein Radfahrer mit 1,87 Promille gestoppt. Zum Glück gab es keine Schwerverletzten.

06.05.2016

Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung als Fachkraft für Bäderbetriebe – doch für Mandy Jasker ist es ein Traumberuf. Über Umwege kam sie zum Wildorado und könnte nun glücklicher nicht sein. Gründe für den Fachkräftemangel gibt es viele, weiß Klaus-Dieter Kurrat, Geschäftsführer des Wildauer Bads.

07.05.2016
Teltow-Fläming Steigende Waldbrandgefahr in Brandenburg - Munition löst in Massow Waldbrand aus

Die Temperatur steigt – und damit auch die Gefahr von Waldbränden. Besonders in der Region Dahmeland-Fläming, in der vor allem ehemalige Militär-Übungsplätze stark munitionsbelastet sind, kann es immer wieder zu Selbstentzündungen und in der Folge zu Feuer kommen. Nun hat es in Massow gebrannt. Und die Waldbrandgefahr steigt weiter.

06.05.2016
Anzeige