Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Wildpark bekommt neuen Zaun, Wölfe kommen trotzdem

Johannismühle Wildpark bekommt neuen Zaun, Wölfe kommen trotzdem

Am Sonnabend haben im Wildtierpark Johannismühle die Arbeiten für einen neuen Zaun begonnen. Der soll zum Schutz vor Wölfen dienen. In der Vergangenheit sind immer wieder Wölfe in den Park eingedrungen und haben Tiere gerissen. Wie dringend der Zaun ist, zeigte sich am Wochenende. Denn wieder waren Wölfe im Park.

Voriger Artikel
Mit Musik gegen die Frühjahrsmüdigkeit
Nächster Artikel
Situation auf den Philippinen im Fokus

Viele Freiwillige halfen am Wochenende beim Verstärken des Schutzzaunes um den Wildpark Johannismühle.
 

Quelle: Krischan Orth

Johannismühle.  Im Wildtierpark Johannismühle haben am Sonnabend die Arbeiten an einem neuen Außenzaun begonnen. Das war nach den Wolfsangriffen im Januar nötig geworden. Zwei trächtige Damhirschkühe waren damals von eindringenden Wölfe gerissen worden. Und auch in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag drangen offenbar erneut wilde Wölfe in das Gelände ein, wie der Wildpark am Sonntag mitteilte. Zudem wurden mehrere Untergrabungsstellen gefunden. Bisher seien aber keine gerissenen Tiere gefunden worden, so Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch.

Mehr zum Thema:

Wolf soll Hirsch im Wildpark gerissen haben

Wölfe töten weiteren Hirsch im Wildpark

Wildpark: Streit um Wolfszaun eskaliert

Unterstützung bon Wiki Wolves

Die Zaunbau-Aktion wurde von vielen freiwilligen Helfern unterstützt. Natalie Soethe gehört dazu. Sie hat vor zwei Jahren „ Wiki Wolves“ gegründet. Die Initiative versucht, die Nutztierhalter und Umweltschützer an einen Tisch zu bringen. „Wir müssen bessere Bedingungen für die Nutztierhalter schaffen“, sagt die Agraringenieurin. Das heißt vor allem einen besseren Schutz gegen Übergriffe von Wölfen. Hier kommen die politischen Rahmenbedingungen ins Spiel. Diese sieht Soethe als schwierig an. Anträge dauern naturgemäß ihre Zeit.

Praktische Hilfe für Nutztierhalter

„Wiki Wolves“ setzt an diesem Punkt an. Das Aktionsbündnis bietet Nutztierhaltern in Wolfsrevieren ihre Hilfe an, etwa mit Arbeitskraft beim Schutzzaun-Bau, und klärt über die Verhaltensweisen des Wolfes auf. „Viele Nutztierhalter haben nicht Zeit und Geld, um sich um einen ausreichenden Schutz zu kümmern“, sagt Soethe. Dass der Wolf nicht an dem Dilemma schuld ist, sondern der falsche Umgang mit ihm, das sehen auch die Mitarbeiter des Wildparks so. „Das Landesamt für Umwelt hat die Kosten für den Schaden an den Hirschkühen abgelehnt“, sagt Julian Dorsch. Das Land zahlt keinen Schadensausgleich, da der alte Zaun keinen Untergrabungsschutz hatte. „Der ist für die Größe des Zauns unrealistisch“, sagt Dorsch. „Wir stehen vor einem großen Problem.“ Damit meint er nicht nur die Situation im Wildpark. Die Abkalbe-Saison steht vor der Tür, und politische Lösungen sind noch nicht in Sicht. Hinzu kommt noch die Bearbeitungsdauer. Landwirte stünden bis dahin oft schutzlos da. Gegenüber dem Wolf droht die Stimmungslage zu kippen.

Kritik an Herdenschutz-Richtlinie des Landes

EU-Richtlinien für Billigungsleistungen, die einen Schutzzaun auch finanziell unterstützen, seien zu spät in Brandenburger Landesrecht umgesetzt worden, so Dorsch. Die überarbeitete Richtlinie trat erst am 27. Februar in Kraft. „Wir haben in Brandenburg ein Anti-Wolfs-Management“, meint Peter Löffler. Er war Revierförster in Niedersachsen und hat beim Zaunbau im Wildpark mitgeholfen. „Wenn der Herdenschutz versagt, sinkt die Akzeptanz gegenüber dem Wolf.“ Er ärgert sich über den mangelnden Einsatz der Landesregierung und verweist auf benachbarte EU- oder Bundesländer, die beim Herdenschutz ein flexibles System eingerichtet haben. In Johannismühle sitzt man bis jetzt auf den Kosten des entstandenen Schadens. Der insgesamt sechs Kilometer lange Zaun soll später unter Strom gesetzt werden. Der Antrag auf Förderung läuft.

Von Krischan Orth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
955520b0-12fc-11e8-9039-e4d533068ab6
Willkommen, liebe Babys, in Teltow-Fläming!

Die MAZ begrüßt die Neugeborenen im Landkreis Teltow-Fläming! Die Babys, die vor allem in den Krankenhäusern in Luckenwalde und Ludwigsfelde zur Welt gekommen sind, lächeln uns in dieser Bildergalerie an.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg