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Teltow-Fläming Wildpark bekommt neuen Zaun, Wölfe kommen trotzdem
Lokales Teltow-Fläming Wildpark bekommt neuen Zaun, Wölfe kommen trotzdem
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00:17 08.03.2017
Viele Freiwillige halfen am Wochenende beim Verstärken des Schutzzaunes um den Wildpark Johannismühle.  Quelle: Krischan Orth
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Johannismühle

 Im Wildtierpark Johannismühle haben am Sonnabend die Arbeiten an einem neuen Außenzaun begonnen. Das war nach den Wolfsangriffen im Januar nötig geworden. Zwei trächtige Damhirschkühe waren damals von eindringenden Wölfe gerissen worden. Und auch in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag drangen offenbar erneut wilde Wölfe in das Gelände ein, wie der Wildpark am Sonntag mitteilte. Zudem wurden mehrere Untergrabungsstellen gefunden. Bisher seien aber keine gerissenen Tiere gefunden worden, so Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch.

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Unterstützung bon Wiki Wolves

Die Zaunbau-Aktion wurde von vielen freiwilligen Helfern unterstützt. Natalie Soethe gehört dazu. Sie hat vor zwei Jahren „Wiki Wolves“ gegründet. Die Initiative versucht, die Nutztierhalter und Umweltschützer an einen Tisch zu bringen. „Wir müssen bessere Bedingungen für die Nutztierhalter schaffen“, sagt die Agraringenieurin. Das heißt vor allem einen besseren Schutz gegen Übergriffe von Wölfen. Hier kommen die politischen Rahmenbedingungen ins Spiel. Diese sieht Soethe als schwierig an. Anträge dauern naturgemäß ihre Zeit.

Praktische Hilfe für Nutztierhalter

„Wiki Wolves“ setzt an diesem Punkt an. Das Aktionsbündnis bietet Nutztierhaltern in Wolfsrevieren ihre Hilfe an, etwa mit Arbeitskraft beim Schutzzaun-Bau, und klärt über die Verhaltensweisen des Wolfes auf. „Viele Nutztierhalter haben nicht Zeit und Geld, um sich um einen ausreichenden Schutz zu kümmern“, sagt Soethe. Dass der Wolf nicht an dem Dilemma schuld ist, sondern der falsche Umgang mit ihm, das sehen auch die Mitarbeiter des Wildparks so. „Das Landesamt für Umwelt hat die Kosten für den Schaden an den Hirschkühen abgelehnt“, sagt Julian Dorsch. Das Land zahlt keinen Schadensausgleich, da der alte Zaun keinen Untergrabungsschutz hatte. „Der ist für die Größe des Zauns unrealistisch“, sagt Dorsch. „Wir stehen vor einem großen Problem.“ Damit meint er nicht nur die Situation im Wildpark. Die Abkalbe-Saison steht vor der Tür, und politische Lösungen sind noch nicht in Sicht. Hinzu kommt noch die Bearbeitungsdauer. Landwirte stünden bis dahin oft schutzlos da. Gegenüber dem Wolf droht die Stimmungslage zu kippen.

Kritik an Herdenschutz-Richtlinie des Landes

EU-Richtlinien für Billigungsleistungen, die einen Schutzzaun auch finanziell unterstützen, seien zu spät in Brandenburger Landesrecht umgesetzt worden, so Dorsch. Die überarbeitete Richtlinie trat erst am 27. Februar in Kraft. „Wir haben in Brandenburg ein Anti-Wolfs-Management“, meint Peter Löffler. Er war Revierförster in Niedersachsen und hat beim Zaunbau im Wildpark mitgeholfen. „Wenn der Herdenschutz versagt, sinkt die Akzeptanz gegenüber dem Wolf.“ Er ärgert sich über den mangelnden Einsatz der Landesregierung und verweist auf benachbarte EU- oder Bundesländer, die beim Herdenschutz ein flexibles System eingerichtet haben. In Johannismühle sitzt man bis jetzt auf den Kosten des entstandenen Schadens. Der insgesamt sechs Kilometer lange Zaun soll später unter Strom gesetzt werden. Der Antrag auf Förderung läuft.

Von Krischan Orth

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