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Wilhelm-Busch-Grundschule wird 80

Blankenfelde Wilhelm-Busch-Grundschule wird 80

Mit einem großen Fest hat die Wilhelm-Busch-Grundschule in Blankenfelde ihr 80. Jubiläum gefeiert. Die Schüler zeigten Mode aus den vergangenen Jahrzehnten. Musiklehrer Ansgar Reimann hat dem Geburtstagskind ein ganz besonderes Geschenk gemacht.

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Musiklehrer Ansgar Reimann (3.v.l.) hat eine Hymne für die Wilhelm-Busch-Grundschule geschrieben, die zum 80. Jubiläum erstmals zu hören war. Quelle: Zielke

Blankenfelde. Mit bunten Farben gegen die grauen Regenwolken – 80 Luftballons stiegen am Dienstag vom Hof der Blankenfelder Wilhelm-Busch-Schule in den Himmel auf – für jedes Jahr einer. Die Schule feierte ihr 80-jähriges Bestehen mit einem großen Fest.

In einer Modenschau präsentierten die Schüler Kleidung aus den vergangenen Jahrzehnten – vom Wollmantel über Punk-Outfits bis zu aktueller Freizeitkleidung. Lässig schlenderten die Kinder über den Laufsteg, schwangen die Hüften und gaben sich trotz des schlechten Wetters betont gelassen – so wie es die echten Models auch tun.

Lässig auf dem Laufsteg

Lässig auf dem Laufsteg: Die Kinder bei der Modenschau.

Quelle: Zielke

Für das musikalische Geburtstagsständchen sorgte Ansgar Reimann. Der Musiklehrer hat in den Sommerferien eine Schul-Hymne komponiert, das am Dienstag zum ersten Mal von den Schülern der Öffentlichkeit vorgetragen wurde und zu jedem festlichen Anlass erklingen soll. „Musik ist mein Hobby“, sagt Reimann, der erst seit zwei Jahren an der Wilhelm-Busch-Schule unterrichtet. Er habe schon öfter kleinere Stücke komponiert. „Das ist gar nicht so schwierig, wie man denkt“, sagt er.

Erinnerungen an die Schule von 1947

Eberhard Hein kennt die Schule seit 1947. Wo heute Whiteboards stehen, hingen damals noch Schiefertafeln, auf denen der Lehrer mit Kreide geschrieben hat. Statt auf Papier machten die Schüler ihre Notizen ebenfalls auf Schiefer. „Wenn die Tafel voll war, musste man alles abwischen und von vorn anfangen“, erinnert sich der 75-Jährige. Lehrer zu sein war damals auch nicht so leicht, wie es heutzutage gern behauptet wird. „Wir haben viele Dummheiten gemacht“, sagt Eberhard Hein. Einmal hat die Klasse dem Lehrer einen kaputten Stuhl untergeschoben, der zusammenbrach, als dieser sich draufsetzte. „Wir haben uns totgelacht und er ist mit hochrotem Kopf aus dem Raum gegangen und bis zum Ende der Stunde nicht wiedergekommen“, sagt er. Vor dem Hausmeister hingegen hätten damals aber alle Respekt gehabt.

Beim Bau der Turnhalle hoben Schüler das Fundament aus

Wie aus einer fernen Zeit klingt die Erinnerung an den Bau der Turnhalle in den 50er Jahren. „Da mussten wir Schüler das Fundament ausheben“, erinnert sich Eberhard Hein. Ohne die Hilfe wäre die Halle nicht gebaut worden. Bis dahin fand der Sportunterricht bei jedem Wetter im Freien statt.

Geschichte

Am 18. Oktober 1936 – nach nur einem halben Jahr Bauzeit – wurde die Schule eröffnet. Sie wurde bald darauf nach Albert Leo Schlageter benannt, einem von den Nationalsozialisten verehrten Soldaten im Ersten Weltkrieg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die Schule den Namen Karl Liebknecht und hieß nach dem Mauerfall Grundschule I.

2007 wurde der Schulhof neu gestaltet und die Schule bekam den Namen Wilhelm Busch. Derzeit werden 303 Kinder von rund 20 Pädagogen unterrichtet.

Bärbel Granzow leitet die Schule seit zehn Jahren und freut sich über die familiäre Atmosphäre dort. Sie blickt lieber nach vorn als zurück. Wenn nebenan das Gymnasium erweitert wird, profitiert die Grundschule davon. „Dann können wir endlich die jahrelange Platznot in den Griff kriegen“, sagt sie. Das jetzige Haus D des Gymnasiums wechselt dann zur Grundschule. Deren Altbau will die Gemeinde dann sanieren. Für eine Sache will Bärbel Granzow noch kämpfen: „Wir brauchen endlich eine Aula“. Größere Veranstaltungen sollen nicht mehr in der Turnhalle stattfinden.

Tina Birkenstock-Gruhn engagiert sich seit fünf Jahren für die Schule ihrer Tochter, seit kurzem ist sie Elternvertreterin. Wegen der guten Atmosphäre an der Schule leiste sie gern ehrenamtliche Arbeit. „Die Lehrer haben immer ein offenes Ohr. Man kann alles mit ihnen besprechen“, sagt sie.

Von Christian Zielke

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