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Windkraft: Beteiligung schafft Akzeptanz

Teltow-Fläming Windkraft: Beteiligung schafft Akzeptanz

Eine Windrad-Umfrage der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming im Süden Teltow-Flämings zeigt, dass die Haltung zu Windrädern sich stärker polarisiert und die Menschen, die mit den Anlagen in ihrer Nachbarschaft leben müssen, auch daran beteiligt werden wollen.

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Seit der ersten Umfrage zur Akzeptanz von Windrädern 2005 sind in Niederer Fläming solche „Energielandschaften“ entstanden.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Im Süden von Teltow-Fläming kann man dem Anblick von Windrädern seit einigen Jahren kaum entfliehen. Am Horizont verschmelzen die einzelnen Windparks mittlerweile zu einer breiten Front. Die Bevölkerung hat diese Entwicklung 2005 kaum vorhergesehen, als man eine groß angelegte Umfrage zur Akzeptanz der Windenergieanlagen durchführte. Erstmals wurde nun in Deutschland eine Wiederholungsstudie zur Akzeptanz durchgeführt.

Umfrage-Ergebnisse in Jüterbog vorgestellt

Die Ergebnisse sind jetzt im Jüterboger Kulturquartier vorgestellt worden. Eine überraschende Erkenntnis: Die Grundhaltung der Bevölkerung zu den modernen Windmühlen hat sich in Zahlen kaum verändert. Wer eine verstärkte Ablehnung erwartete, lag falsch. Andererseits: „Die Stimmung hat sich jedoch polarisiert. Es gibt immer weniger, die sich noch kein endgültiges Urteil gebildet haben“, heißt es in der Studie.

Professor Johann Köppel

Professor Johann Köppel.

Quelle: Peter Degener

21 Studenten aus dem Masterstudiengang Umweltplanung der Technischen Universität Berlin wiederholten im Juni im Auftrag der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming eine Befragung aus dem Jahr 2005. Damals standen zehn Gemeinden aus dem Fläming und Havelland im Fokus. Jetzt wurden nur Bewohner der Gemeinden Niederer Fläming und Dahme beteiligt – und in einer Vergleichsstudie die städtisch geprägte Bevölkerung von Potsdam.

Hoffnung auf Arbeitsplätze sinkt

Deutliche Veränderungen hat es bei den Erwartungen an den Nutzen der Anlagen vor Ort gegeben. 2005 erwarteten 56 Prozent der Befragten, dass dadurch Arbeitsplätze entstehen würden. Jetzt hoffen das nur noch 38 Prozent. Nun werden eher finanzielle Vorteile für die Kommunen erwartet. Zugleich sind in den betroffenen Kommunen immer mehr Menschen bereit, für „sauberen Strom“ mehr auszugeben.

Das Forscherteam in Jüterbog

Das Forscherteam in Jüterbog.

Quelle: Peter Degener

Eine Überraschung bei der Umfrage: Die Haltung des „Not in my backyard“ – also eine Befürwortung von Windenergie, wenn die Anlagen nicht in der eigenen Nachbarschaft stehen – wurde nicht festgestellt. Auch beim Mindestabstand hat sich seit der Errichtung Dutzender Anlagen in den Gemeindegebieten die Haltung verändert. 2005 verlangte die Mehrheit einen Mindestabstand von mehr als drei Kilometern zur Wohnbebauung, jetzt genügten einer Mehrheit auch Abstände bis zu dieser Marke. Einen Zusammenhang zwischen Entfernung und Akzeptanz der Windräder schloss die Studie sogar aus.

Zeichen für Resignation

„Der Wunsch der Bevölkerung liegt aber noch immer deutlich über den Vorgaben der Landesregierung“, kommentierte Niederer Flämings Bürgermeister David Kaluza (parteilos) dieses Ergebnis. Für Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig ist das Ergebnis und auch ein stark gesunkener Rücklauf bei den Antwortbögen vor allem ein Zeichen von Resignation seiner Bevölkerung.

Debatte über finanziellen Ausgleich gefordert

Lutz Klauber von der Regionalen Planungsgemeinschaft will die Ergebnisse vor allem in der Politik kommunizieren. „Es gibt Stellschrauben, um den Bedürfnissen der Menschen stärker entgegenzukommen“, sagte Klauber. Dies Fazit teilen auch Johann Köppel und seinen Masterstudenten: Es brauche eine Debatte über finanziellen Ausgleich zwischen jenen, die mit den Anlagen leben müssen und jenen, die von ihnen leben – etwa der städtischen Bevölkerung mit „grünem Gewissen“. Um die Akzeptanz von Windrädern zu erhöhen, sei neben der Umwelt- auch eine Sozialverträglichkeitsprüfung vor ihrer Errichtung nötig, so Köppen.

Von Peter Degener

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