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Windräder auf einer Fläche konzentrieren

Zossen Windräder auf einer Fläche konzentrieren

Windrad hier, Windrad da. Derartigen Wildwuchs will die Stadt Zossen unbedingt verhindern. Doch dazu bedarf es einer Änderung des erst seit Januar 2017 gültigen Flächennutzungsplanes. Wo sich eine Fläche befindet, auf der Windräder konzentriert errichtet werden könnten, darüber wurde im Bauausschuss informiert.

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Bürgermeisterin Michaela Schreiber (7.v.r./Plan B) wehrt sich mit aller Kraft gegen Windkraft-Wildwuchs.

Quelle: Frank Pechhold

Zossen. Windkraft-Wildwuchs in Zossen muss nach dem Willen Stadtverordneten tabu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, steht die erste Änderung des seit Januar gültigen Flächennutzungsplanes (FNP) an. Ausgewiesen werden soll eine am östlichen Stadtgebietrand gelegene Konzentrationsfläche für Windenergienutzung. Über den aktuellen Stand der von der Kommune beauftragten Planungen wurde kürzlich im Bauausschuss informiert.

„Wir sind bestrebt, eine kompakte Eignungsfläche auszuweisen“, so Erik Haase, Geschäftsführer der Luckenwalder IDAS Planungsgesellschaft. Grundsätzlich geht es darum, Vorgaben von Regionalplanung und Landesregierung mit Vorstellungen der Stadt in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund habe man alle dafür infrage kommenden Flächen abgearbeitet, so Haase.

Alle ungeeigneten Areale wurden ermittelt

In der ersten Prüfungsstufe wurden alle Areale ermittelt, auf denen Windkraftanlagen nicht aufgestellt werden dürfen. Dazu zählen weniger als 1000 Meter von Wohnbauten entfernte Standorte. Die zweite Stufe umfasste die Auflistung potenziell infrage kommender Flächen. Die liegen unter anderem nördlich von Nunsdorf und westlich von Werben (19 Hektar), an der Stadtgrenze zu der Gemeinde Am Mellensee südlich von Nunsdorf (31,7 Hektar) und Schünow (78,7 Hektar) sowie westlich von Zossen (18,3 Hektar). Weitere Potenzialflächen gibt es nördlich von Schöneiche (11,5 Hektar), westlich von Wünsdorf (49,9 Hektar), nordöstlich von Lindenbrück (9,2 Hektar) sowie an der östlichen Stadtgrenze zu Töpchin (66,1 Hektar).

Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) erläuterte, warum diese Areale als Windkraft-Standorte ungeeignet sind. Die Brandenburger Landesregierung habe beschlossen, zwei Prozent aller märkischen Flächen für Windenergie-Projekte zur Verfügung zu stellen. Zossen misst 17 957 Hektar und müsste demzufolge rund 360 Hektar bereitstellen. „Nur wenn wir so eine echte Konzentrationsfläche nachweisen, sind die anderen kleinen Flächen geschützt“, sagte Schreiber. „Wir haben also die Wahl zwischen Pest und Cholera.“

Stadt will Zwei-Prozent-Marke des Landes knacken

Um einerseits die Zwei-Prozent-Marke zu knacken und andererseits den regionalplanerischen Festlegungen zu entsprechen, kommen laut IDAS-Untersuchungen nur zwei benachbarte, insgesamt 406,9 Hektar große Flächen infrage. Diese Flächen liegen an der Stadtgrenze zu Töpchin nordöstlich von Wünsdorf und östlich der Waldstadt und damit innerhalb der im Regionalplan Havelland-Fläming ausgewiesenen Windeignungsfläche 33. „Das ist unser Vorschlag“, so Erik Haase. Damit hätte man eine nach der aktuellen Rechtslage genehmigungsfähige Lösung gefunden.

„Allerdings könnten uns vier Brutplätze einen Strich durch die Rechnung machen“, gab der IDAS-Geschäftsführer zu bedenken. Auf der favorisierten Fläche haben Vogelkundler drei Brutstätten des Ziegenmelkers und einen Nistplatz der Waldschnepfe ausgemacht. Für diese geschützten Vogelarten müssten Ersatzlebensräume geschaffen werden. Darauf wies Detlef Gurczik, Vorsitzender der in Kallinchen ansässigen Naturschutzvereinigung „Freier Wald“, hin. Ein Ziegenmelker-Paar braucht nach Auskunft der Naturschützer 30 000 Quadratmeter freie Fläche, die mit Sanddünen und Heidekraut bepflanzt ist.

Bürgermeisterin verweist auf ehrgeizigen Zeitplan

Am 13. Dezember entscheiden die Stadtverordneten darüber, ob die Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt werden.„Wenn wir die erste Änderung des Flächennutzungsplanes vor der Sommerpause beschließen wollen, haben wir noch viel zu tun“, verwies Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) auf den ehrgeizigen Zeitplan. Ende Juni 2018 will sie die FNP-Änderung der Kreisverwaltung zur Genehmigung vorlegen.

Von Frank Pechhold

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