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Teltow-Fläming Winfried Parthum beendet Fahrerlehrer-Karriere
Lokales Teltow-Fläming Winfried Parthum beendet Fahrerlehrer-Karriere
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00:27 17.01.2016
Der Ludwigsfelder bei einer seiner vielen Siegerehrungen Ende der 1950er Jahre. Quelle: Privat/Repro Abromeit
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Ludwigsfelde

Er ist 79 Jahre alt. Morgen geht Winfried Parthum in Zossen ins Straßenverkehrsamt. Ein schwerer Gang für den Ludwigsfelder – dort gibt er als einer der ältesten oder gar als ältester Fahrlehrer im Landkreis Teltow-Fläming seine Berechtigung zur Fahrschulausbildung ab. „Irgendwann muss es ja sein“, sagt der ehemalige Rennfahrer. Es klingt wehmütig.

Von 1955 bis 1960 gehörte Winfried Parthum zu der Hand voll Motorradfahrer in der Klasse 250 Kubikzentimeter, die für den ASK Berlin starteten. Ihren Stützpunkt hatten die 18 Sportler am Luftschiffhafen in Potsdam. Sein größter Erfolg: ein 2. Platz beim ersten 6-Tage-Rennen 1957 in Österreich. Diesen Erfolg kann er noch einmal wiederholen, außerdem wird er zweimal Vize-DDR-Meister. Als sich die DDR entscheidet, nichtolympische Sportarten nicht mehr zu fördern, ist auch für Winfried Parthum der Leistungssport zu Ende. Doch Rennfahrer bleibt er. Im Pkw, im damals aus Amerika kommenden K-Wagen-Sport – er fährt alles. „Nur ins Rennboot bin ich nicht eingestiegen, das war nicht mein Ding“, erzählt der muntere Mann aus Thüringen.

Er bekommt einen Job in der Versuchsabteilung des Industriewerks Ludwigsfelde, dem späteren Autowerk. Auch dort fährt er alles, was produziert wird: den Geländewagen P3, die Motorroller Troll, Wiesel, Pitty und Berlin, dann den Lkw W50. „Und auch zuletzt den L60 bin ich natürlich gefahren“, erzählt er. Da war er längst Fahrlehrer.

Bis Mitte der 1970er Jahre startet Winfried Pathum bei K-Wagen-Rennen, auch international. „Mit dem Lkw sind wir dafür bis nach Moskau gefahren“, erzählt er. In Warschau gewinnt Parthum mit der DDR-Mannschaft und mit der höchsten Punktzahl den Pokal der sozialistischen Länder. Zu Hause gründet er den Motorsportclub Ludwigsfelde mit. Von seinen 25 K-Wagen-Starts gewinnt er 23.

Beruflich sattelt Winfried Parthum Mitte der 1970er Jahre um, geht aus der Festanstellung im Autowerk als Fahrlehrer zum Kraftverkehr, 1990 macht er sich selbstständig. Sein erstes Fahrschulauto: ein weißer Suzuki.

Das schlimmste Erlebnis hatte er mit einem Moskwitsch in der Ludwigsfelder Ringstraße: „Da saßen zwei Fahrschüler mit drin. Plötzlich sind Koffer- und Motorhaube ausgesprungen, weil eine Propangasflasche in die Luft gegangen ist.“ Alle überstehen den Schreck unverletzt. Auch ansonsten kam er relativ unverletzt durchs Berufsleben, obwohl er sich als Rennfahrer mit Motorrädern und Autos x-mal überschlagen hatte. In seiner Stadt verunglücken seit dem Mauerfall drei Fahrlehrer tödlich.

Für Parthum ist der Fahrlehrer „bei guter Konzentration ein Beruf wie jeder andere. Aber Rennstrecke und Straßenverkehr muss man auseinanderhalten können“. Auf der Straße hatte Winfried Parthum seit 1953 keinen selbstverschuldeten Unfall, „nur hinten drauf gefahren ist mir immer mal jemand“, erzählt er. Fazit des Fahrlehrers, der im Juli seinen 80. Geburtstag feiert: „Man muss genau wissen, wo man Dampf machen und wo man bremsen muss.“

Von Jutta Abromeit

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