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Teltow-Fläming „Wir wünschen uns ein kleines Montmartre“
Lokales Teltow-Fläming „Wir wünschen uns ein kleines Montmartre“
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17:37 12.02.2014
Die Jüterboger Stadtmauer soll zu einer Freiluftgalerie werden. Henrik Schulze und seine Mitstreiter organisieren dazu die Kunstmesse „Fläming Art“. Quelle: Kathrin Burghardt

Wie kommen Sie als Heimatgeschichtler zur zeitgenössischen Kunstszene?
Henrik Schulze: Das ist gar nicht so weit hergeholt. Als Ortschronist engagiere ich mich leidenschaftlich für meine Stadt. Dabei bin ich natürlich auch an ihrer Zukunft interessiert, nicht nur an der Vergangenheit. Und ich glaube, mit diesem neuen Projekt Kunstmesse erhält die Stadt eine sehr tolle Veranstaltung, die nachhaltig und langfristig für einen Tourismusaufschwung sorgen kann.

Wie wollen Sie das erreichen?
Schulze: Zu allererst ist es das Alleinstellungsmerkmal der „Fläming Art“. Kunstmessen gibt es zwar einige, aber eine Verkaufsmesse, auf der die Künstler ihre Arbeiten direkt an den Mann bringen können, die gibt es nach unserem Wissen noch nicht. Die Fläming Art findet zudem im Frühling und unter freiem Himmel statt und wird dadurch viel Flair mit sich bringen. Das wird unsere Altstadt unglaublich beleben und damit werden wir punkten. Wir wünschen uns ein kleines Montmartre in Jüterbog, mit Porträtzeichnern, Stehgeigern oder Kunstausstellungen entlang der Stadtmauer, so wie es das an der Seine in Paris, oder auf der Karlsbrücke in Prag gibt.

Wer steht hinter dem „wir“ des Organisatorenteams?
Schulze: Wir sind weder ein Verein noch eine Firma, sondern sozusagen eine Interessengemeinschaft. Wir sind hauptsächlich Jüterboger Bürger, die einfach etwas bewegen wollen, um unsere Stadt und den Fläming bekannter zu machen. Um kommerzielle Ziele geht es uns dabei nicht. So sind zum Beispiel der Jüterboger Malsalon mit dabei, Mitglieder anderer Vereine, verschiedene Bürger aus dem Niederen und auch dem Hohen Fläming, wie etwa Mitarbeiter des Wiesengrund-Verlages, oder Studenten der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. Auch das Berliner Theater 89 vom Kulturzentrum „Das Haus“ in Niedergörsdorf arbeitet mit an der Programmgestaltung. Es sind also viele verschiedene Akteure aus der Umgebung. Wir haben alle das große gemeinsame Ziel, ein Alleinstellungsmerkmal für die Region zu schaffen, das dauerhaft Touristen zu uns lockt.

Die Fläming-Art

Konzept: Vom 2. bis zum 4. Mai soll sich die Jüterboger Altstadt in eine große Freiluftgalerie verwandeln. Entlang der mittelalterlichen Stadtmauer stellen zeitgenössische Künstler aller Genres unter freiem Himmel aus. Auch Autoren, Schriftsteller und Musiker werden sich präsentieren. Die Künstler kommen aus ganz Europa. Jeder, der seine kreativen Arbeiten präsentieren möchte, kann sich auf der Website der Fläming-Art melden. Alle Teilnehmer werden in einem Messekatalog vorgestellt, den es an den drei Tagen zu kaufen gibt.

Rahmenprogramm: In der gesamten Jüterboger Innenstadt soll es ein Unterhaltungsprogramm geben, vom Improvisationstheater bis zum Klassikkonzert am Wegesrand. Geplant ist zudem eine große Lasershow am Abend vor dem Jüterboger Rathaus. Dabei sollen Szenen der 1000-jährigen Stadtgeschichte von einem Lichtkünstler in den Nachthimmel projiziert werden. Die Veranstalter hoffen, dass sich Gewerbetreibende und Gastronomen beteiligen, und ihre Räumlichkeiten jungen Künstlern als Ausstellungsflächen zur Verfügung stellen.

Schreibwettbewerb: Noch bis zum 15. April läuft ein Schreib- und Malwettbewerb für alle Altersstufen zum Thema „Geschichten aus dem Fläming“. Die besten Arbeiten werden in einem Buch veröffentlicht, das zur „Fläming-Art“ veröffentlicht wird. In den Folgejahren soll es als Serie fortgesetzt werden. Das Buch wird mit den schönsten Beiträgen des Malwettbewerbs bebildert.

Kontakt: www.flaeming-art.de, im „Malsalon Jüterbog“ oder jeden Montag 18.30 Uhr beim Organisationstreffen im „Goldenen Anker“.

Wie finanzieren sie als Interessengemeinschaft ein solches Großprojekt?
Schulze: Jeder Künstler und Aussteller trägt seinen Anteil dazu bei. Wir erheben eine Standgebühr für die Teilnahme an der Fläming-Art. Je nachdem, wie gut und kreativ die Künstler sich präsentieren, bekommen sie dieses Geld über den Verkauf ihrer Arbeiten wieder herein, die sind da pfiffig genug. Das Rahmenprogramm wird hingegen hauptsächlich über Spenden finanziert. In Abhängigkeit davon, wie viel Geld wir da noch einwerben, können wir nur kleine Brötchen backen oder eben eine Sahnetorte anbieten. Ganz besonders freuen wir uns über die Unterstützung der neuen Landrätin. Das ist zwar keine riesige Summe, aber der Landkreis steht hinter dem Projekt.

Könnte das Projekt noch an der Finanzierung scheitern?
Schulze: Nein, die Fläming-Art wird auf jeden Fall stattfinden. Die ersten Anmeldungen von Künstlern liegen uns bereits vor. Mehr als 50 wollen wir mindestens präsentieren. Dabei werden Künstler aller Genres aus ganz Deutschland, ja sogar aus Europa vertreten sein. Auch die offenen Innenhöfe in der Altstadt sind schon in der Vorbereitung. Dort werden sich die Nachbargemeinden Jüterbogs aus dem Fläming vorstellen. Auf dem einen Hof die Gemeinde Baruth mit ihren ortsansässigen Künstlern, auf dem nächsten die Stadt Belzig, und so weiter. Über weitere Sponsoren freuen wir uns aber jederzeit.

Interview: Kathrin Burghardt

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