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Teltow-Fläming Wirtschaftliche Lage der Bauern bleibt schwierig
Lokales Teltow-Fläming Wirtschaftliche Lage der Bauern bleibt schwierig
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10:29 26.02.2016
Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) beim Kreisbauerntag in Werder bei Jüterbog. Quelle: Victoria Barnack
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Werder

Die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaftsbetriebe ist angespannt – und dieses Thema beschäftigte am Donnerstag auch den Kreisbauerntag Teltow-Fläming. Dabei haben die Betriebe die besten Voraussetzungen: „Nur wenige Bereiche fesseln die Menschen so wie die Landwirtschaft“, sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Er bezog sich damit auf die Debatten im Bundestag, doch auch im Kreis wird heiß über verschiedene Themen des Agrarsektors diskutiert. Das wurde beim Bauerntag deutlich, zu dem der Kreisbauernverband auf dem Erlebnishof Werder bei Jüterbog eingeladen hatte.

Restriktionen beim Düngen und in der Tierhaltung

In der Landwirtschaft gebe es zur Zeit viel Gesprächsbedarf, betonte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Helmut Dornbusch. „Die ökonomische Situation in den Betrieben ist angespannt“, sagte er und verwies auf Themen wie die Düngeverordnung, die Diskussion um Unkrautbekämpfungsmittel und mögliche neue Rahmenbedingungen in der Tierproduktion.

Den politischen Verantwortlichen warf er dabei vor allem fehlende Sachkompetenzen vor. „Da halte ich manchmal einen Sachkunde-Nachweis für angebracht“, sagte er mit einem Augenzwinkern den anwesenden Abgeordneten aus dem Land- und Kreistag.

Hintergrund

Der Kreisbauernverband (KBV) mit Sitz in Jüterbog feiert im Jahr 2016 sein 25-jähriges Jubiläum. 1990 wurden die ersten Vorläuferorganisationen gegründet. Die Bauernverbände Zossen, Luckenwalde und Jüterbog schlossen sich nach der Kreisreform vier Jahre später zum Kreisbauernverband Teltow-Fläming zusammen.

Heute bewirtschaften alle Mitglieds-Betriebe die Hälfte der Gesamtfläche des Landkreises. In jedem Jahr ist der KBV Organisator unterschiedlicher Veranstaltungen, darunter der Tag der Landjugend, Ausbilderstammtische und das traditionelle Kreiserntefest.

Der Verband arbeitet außerdem mit der Landwirtschaftsschule Teltow-Fläming zusammen und fördert so die Aus- und Weiterbildung. Derzeit erlernen 14 Auszubildende im Kreis einen landwirtschaftlichen Beruf.

Außerdem wies er auf Nachholbedarf bei der Nachwuchsförderung hin. Vor allem die Akquise von neuen Auszubildenden müsse verbessert werden. Kritik übte Dornbusch auch am Landwirtschaftsministerium des Landes. „Dass es Aktionen wie Land-Aktiv in den Schulen nicht mehr gibt, halte ich für einen Fehler“, sagte er – und bekam prompt Zuspruch von Landesagrarminister Jörg Vogelsänger (SPD), der zum Kreisbauerntag nach Werder gekommen war.

Preisverfall bei Milch und Schweinefleisch

Auf den Nägeln brennen den Bauern allerdings andere Themen: Vor allem die Erlössituation aus Milch und Schweinen hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Der Milchpreis ist derartig tief, dass viele Bauern den Betrieb einstellen mussten. „Die Folgen sind noch nicht absehbar“, warne der Vorsitzende.“ Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) sicherte zumindest in Form von „Rat und Tat“ den Bauern ihre Unterstützung zu.

Auf die schlechte finanzielle Lage der Landwirtschaftsbetriebe verwies auch DBV-Generalsekretär Krüsken – für ihn gibt es aber auch Hoffnung. Denn der Europäische Agrarrat berät in den kommenden Tagen über ein zweites Hilfspaket, das den Bauern zugute kommen soll. Diese finanziellen Mittel könnten die Landwirte im Kreis Teltow-Fläming dann auch für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen, die er für noch zu gering hält. Nicht nur Krüsken empfiehlt das.

Minister fordert mehr Selbstbewusstsein

„Die Bauern müssen im Allgemeinen selbstbewusster auftreten“, sagte Jörg Vogelsänger. Er sprach schließlich auch das umstrittene Thema des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung an. „Die Bauern müssen bei einem möglichen Volksentscheid selbst dafür sorgen, dass klare Entscheidungen für den ländlichen Raum getroffen werden“, sagte er. Nach einer entsprechenden Aufforderung von Helmut Dornbusch sicherte Vogelsänger seine Unterstützung zu. Dornbusch befürchtet, dass die Bauern als „Sündenbock der Nation“ herhalten müssen.

Von Victoria Barnack

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