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Wo Beate Uhse das Fliegen lernte

Vortrag zum Flugplatz Rangsdorf Wo Beate Uhse das Fliegen lernte

Heinz Rühmann, Beate Uhse, der Graf von Stauffenberg – sie alle flogen am Flugplatz Rangsdorf ein und aus. Über die Geschichte des Areals berichtete der Historiker Siegfried Wietstruk bei der Seniorenakademie Blankenfelde. Und obwohl die Zukunft der früheren Bücker-Werke und die des Museums ungewiss sind, gibt ausgerechnet Heinz Rühmann Grund zur Hoffnung.

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30 Zuhörer kamen gestern zum letzten Vortrag im aktuellen Semester der Seniorenakademie.

Quelle: Michaela Grimm

Blankenfelde. Heinz Rühmann, Beate Uhse, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg – sie alle flogen am Flugplatz Rangsdorf ein und aus. Der berühmte Schauspieler hatte dort sein Privatflugzeug stationiert, die spätere Sexshop-Gründerin sowohl das Fliegen als auch in ihrem Fluglehrer ihren späteren Ehemann kennengelernt und Stauffenberg startete vom Rangsdorfer Flugplatz aus zum Attentat auf Hitler. Über diese und andere Episoden aus der Luftfahrtgeschichte in Rangsdorf referierte am Dienstagvormittag der Historiker und Heimatforscher Siegfried Wietstruk in der Alten Aula in Blankenfelde. Sein Vortrag mit alten Geländeplänen und Schwarz-Weiß-Fotografien bildete den Abschluss des aktuellen Programms der Seniorenakademie Blankenfelde, die wie an Hochschulen ein wöchentliches Programm von Oktober bis April anbietet.

„In der Spitze kommen bis zu 50 Zuhörer, dann reichen die Stühle kaum“, berichtet Jürgen Gitschlag, der in diesem Semester die monatlichen Seminare organisiert hat. Die technische Betreuung und Durchführung funktioniere aber nur im Team, sagt Gitschlag. Dann geht das Wort an Siegfried Wietstruk, der vor den gut 30 Zuhörern über ein Mikrofon spricht.

S-Bahn für die einen – Flugplatz für die anderen

Blankenfelde und Rangsdorf, sagt der Historiker, waren einst beide Dörfer, die zu Siedlungsgebieten im Speckgürtel heranwuchsen. Nur bekam eben im Laufe der Zeit der eine Ort einen S-Bahn-Anschluss – und Rangsdorf 1936 einen Flugplatz auf einer Fläche von 145 Hektar. Es folgte die Blütezeit des Areals, auf dem in den Bücker-Werken zunächst Schul- und Sportflugzeuge produziert worden, dann aber auch 400 Zwangsarbeiter in die Rüstungsproduktion einbezogen worden. Bis 1994 nutzte die Rote Armee den Flugplatz Rangsdorf zur Instandsetzung von Flugzeugen.

„Feng-Shui-Siedlung“, Künstlergemach – und verfallender Leerstand

Danach wurde ein Teil des Geländes von Künstlern erworben und denkmalgerecht saniert und es entstand die „Feng-Shui-Siedlung“, berichtet Siegfried Wietstruk. „Aber alles, was leersteht, verfällt und ist Opfer von Vandalismus. Da gibt es keine heile Fensterscheibe mehr.“ Scheinbar hoffe das Land Brandenburg als Eigentümer der früheren Bücker-Werke noch immer auf einen zahlungskräftigen Käufer. Seinen Vortrag beendet der 86-jährige Redner mit einem Geständnis, das viele Zuhörer schmunzeln lässt: „Ich hatte vorletzte Nacht einen Traum. Ich ging mit Heinz Rühmann über den Flugplatz und da ruft er plötzlich: ’Da ist ja noch der Tower.’ Tja, so etwas träumt man heute“, sagt Wietstruk, und erhält Applaus.

Noch keine neue Alternative für Bücker-Museum in Sicht

Was aus dem Rangsdorfer Bücker-Museum und den 600 Exponaten zur Luftfahrtgeschichte im Ort werden soll, ist auch weiter ungewiss. Bis Januar war es im Strandbad untergebracht. Die Ausstellung künftig auf 60 Quadratmetern unterzubringen, wo sich einst der Schlecker-Markt befand, „haben die Gemeindevertreter Anfang April abgelehnt“, sagte dazu gestern Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Damit folgten sie dem Votum des Sozialausschusses. Alternativen gebe es derzeit keine. „Sobald ein neuer Vorschlag kommt, wird er in den entsprechenden Ausschüssen beraten“, so Rocher.

Von Michaela Grimm

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