Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Wo Geldautomaten explodieren dürfen
Lokales Teltow-Fläming Wo Geldautomaten explodieren dürfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 16.06.2017
Kampfansage an Automatenknacker. Auch an diebstahlsicheren Geldautomaten wird auf dem BAM-Testgelände geforscht.
Anzeige
Fernneuendorf

Ein zweiter Sprengplatz für Großversuche wird auf dem Testgelände Technische Sicherheit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Horstwalde gebaut. Auf der Fernneuendorfer Seite der 1200 Hektar großen Freiversuchsfläche investiert die BAM rund fünf Millionen Euro.

Aktuell gibt es einen Rückstau bei Prüf- und Forschungsaufträgen. „Der neue Sprengplatz soll es uns ermöglichen, mehr Projekte bei gleichbleibender Sicherheit für unsere Mitarbeiter zu bearbeiten“, sagt Kai Holtappels, zukünftiger Standortleiter des größten zivilen Freiversuchsplatzes der Bundesrepublik Deutschland.

Vorhandener Sprengplatz ist ganzjährig ausgelastet

Weil der vorhandene Sprengplatz ganzjährig ausgelastet ist, entsteht der neue. Er misst wie der alte 400 Meter im Durchmesser. Sowohl die Zufahrt als auch alle wesentlichen Haupt- und Nebenstraßen werden so ausgebaut, dass Feuerwehrfahrzeuge im Brandfall sämtliche Gebäude und Waldflächen auf der BAM-Liegenschaft erreichen können. Weiter wird der neue Sprengplatz außerhalb der Umzäunung mit Feuerlöschbrunnen ausgestattet.

Der neue Sprengplatz dient Wissenschaft und Forschung. Quelle: BAM-Bild

„Eigentlich ist die Bezeichnung Sprengplatz etwas irreführend“, sagt Kai Holtappels. Anders als in dem unweit gelegenen Munitionszerlegebetrieb in Kummersdorf-Gut jage man bei den Tests auf dem europaweit einzigartigen Gelände nichts vorsätzlich in die Luft. Vielmehr werde erforscht, wie eine Explosion im besten Falle verhindert oder zumindest die Folgen sehr gering gehalten werden können, damit niemand zu Schaden kommt. „Falls doch einmal ein Gegenstand bei Versuchen explodieren sollte, sind unsere Mitarbeiter vor den Folgen der Explosionen sicher“.

Überseecontainer und Geldautomaten getestet

Testobjekte auf dem Sprengplatz waren beispielsweise Überseecontainer und Geldautomaten. „Was ein 40-Fuß-Seecontainer mitten im brandenburgischen Kiefernwald macht? Wir untersuchen seine Klimaanlage und ob sie unter bestimmten Umständen ein explosionsfähiges Klima im Inneren erzeugen kann“, so der promovierte Chemiker Holtappels. Hintergrund sei, dass überall auf der Welt dringend neue umweltfreundliche Kühlflüssigkeiten gesucht werden. „Deshalb haben wir solche Stahlcontainer hierher schaffen lassen und Gasfreisetzungen simuliert.“ Im finalen Worst-Case-Szenario – dem ungünstigsten, anzunehmenden Fall – wurden die entstandenen Gasgemische auch gezündet. Allerdings wäre in dieser kritischen Situation nichts außergewöhnliches passiert, so Holtappels. Befürchtungen, die Container könnten bei der Explosion zerlegt werden, hätten sich nicht bestätigt. Die Container hätten nur ihr Volumen verdoppelt. Beide Türen seien aufgegangen und der Druck nach draußen abgeleitet worden. „Aber der Container selbst blieb intakt.“

Angelika Scharlau, Referatsleiterin Bauten, und Kai Holtappels, Fachbereichsleiter Konstruktiver Brand- und Explosionsschutz Gase auf dem BAM-Testgelände Horstwalde Quelle: Frank Pechhold

Mit Geldautomaten beschäftigen sich Holtappels und sein Team in letzter Zeit immer wieder. „Kriminelle sprengen diese Automaten, indem sie Schweißgas einleiten und zünden“, so Holtappels. Deshalb bemühe man sich gemeinsam mit Herstellern von Automaten und Schutzsystemen sowie der Polizei darum, Wege zum besseren Schutz aufzuzeigen und die sichere Nutzung der Automaten für die Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Von Frank Pechhold

Maurice Wegner aus Mahlow leidet an einem aggressiven Hirntumor. Ein Medikament könnte das Leben des 13-Jährigen retten, doch der Hersteller gibt es nicht heraus. Das Mittel ist erst ab 18 Jahren zugelassen. Mit einer Online-Petition wollen die Eltern nun Druck auf den amerikanischen Hersteller machen, denn das Medikament ist ihre letzte Hoffnung

13.06.2017

Er soll in Notwehr gehandelt haben: Nach einer tödlichen Messerattacke gegen einen Mitbewohner hat das Potsdamer Landgericht einen 17-jährigen Flüchtling vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen.

12.06.2017

Bei der Eröffnung der 24. Brandenburger Seniorenwoche im Landkreis Teltow-Fläming wurden elf Senioren aus den verschiedenen Kommunen des Kreises für ihre ehrenamtliche Tätigkeit geehrt. Sie engagieren sich seit mehreren Jahren in den Seniorenbeiräten ihrer Gemeinden oder in anderen Einrichtungen für die Belange ihrer Altersgenossen.

15.06.2017
Anzeige