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Wo der Asphalt reißt

Am Mellensee Wo der Asphalt reißt

Als MAZ-Leser Gunter Wieden las, dass die MAZ die schlechteste Straße der Region sucht, dachte er an die Straße, in der er wohnt. Es ist der Finkenschlag in Klausdorf. Tatsächlich ist das gerade einmal zehn Jahre alte Asphaltband schon wieder löchrig – die angrenzenden Straßen fordern Autos aber noch deutlich stärker heraus.

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Ein Schlagloch im Klausdorfer Finkenschlag. Es ist beileibe nicht das einzige.

Quelle: Oliver Fischer

Am Mellensee. Wer sich aus irgendeinem Grund für schlechte Straßen interessiert oder aber die Grenzen seines Autos ausloten möchte, der sollte die kleine Siedlung westlich der Zossener Straße in Klausdorf besuchen. Man sollte aber Zeit mitbringen. Die Siedlung ist zwar nicht sonderlich groß, aber sie besteht fast ausschließlich aus Sandpisten, und diese sind mit den Jahren so wellig und ausgewaschen, dass ein normaler Kleinwagen dort schon bei Schrittgeschwindigkeit an seine Grenzen kommt.

MAZ-Leser Gunter Wieden wohnt in dieser Siedlung, und als er in der Zeitung las, dass die MAZ die schlechteste Straße der Region sucht, meldete er sich sofort. Er schlug allerdings die praktisch einzige Straße in dem Viertel vor, die tatsächlich asphaltiert ist, den Finkenschlag.

Das Problem beim Finkenschlag: Als vor etwa zehn Jahren Abwasserleitungen verlegt wurden, wurde er zwar ausgebaut, allerdings in fragwürdiger Qualität. Besonders im südlichen Abschnitt prangen teils riesige Schlaglöcher, die Straße fährt sich dort kaum mehr besser als die vom Finkenschlag abgehenden Sandpisten. „Seit bald 90 Jahren erhoffen sich die Anwohner befestigte Straßen, wie sie in Mitteleuropa üblich sind. Die Gemeinde sagt aber seit 25 Jahren ,Wir haben kein Geld’“, so Gunter Wieden.

Tatsächlich führt Mellensees Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) auch jetzt die schwachen Gemeindefinanzen als wesentliches Manko an – aber nicht nur die. Die Gemeinde ist ländlich geprägt, 6600 Einwohner leben in acht Ortsteilen auf 105 Quadratkilometern. Das ist eine riesige Fläche. „Wir versuchen, grundsätzlich jedes Jahr eine Straße im Gemeindegebiet grundhaft auszubauen, in diesem Jahr ist die Seestraße in Sperenberg dran“, sagt Broshog. Aber nach der Wende sei, was den Ausbau der Sandpisten angehe, einiges versäumt worden. „Wir haben einfach zu viele Problemfälle“, sagt Broshog.

Die Gemeinde hatte deshalb in der Vergangenheit bereits Modelle ausprobiert, in denen sich die Bürger selbst den Straßenbau organisieren. In Mellensee sei das sehr erfolgreich passiert, in Kummersdorf und Alexanderdorf auch. Broshog: „Das können wir auch in anderen Wohngebieten machen, wir unterstützten solche Initiativen sehr gerne.“ Trotzdem werde es Jahrzehnte brauchen, bis alle Straßen fertig sind. Der Finkenschlag indes werde repariert. „Da sind wir dabei“, sagt Broshog.

Fazit: Für eine zehn Jahre alte Asphaltstraße sieht der Finkenschlag tatsächlich erbärmlich aus, aber die umliegenden Sandwege sind für Autos, Radfahrer und Fußgänger die deutlich größere Herausforderung.

Von Oliver Fischer

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