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Teltow-Fläming Wo die schmutzige Brühe gesiebt wird
Lokales Teltow-Fläming Wo die schmutzige Brühe gesiebt wird
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00:17 14.05.2017
Beratung vor der im Bau befindlichen Rechen- und Sandfanganlage: Bauleiter Michael Gerhardt, Pollack & Haase aus Glienick, Werner Hahnheiser und Erik Großer (v.l.). Quelle: foto: Frank Pechhold
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Wünsdorf

Schmutzwasser hat großen Klärungsbedarf. Grob gereinigt wird die trübe Brühe im ersten Teil der mechanisch-biologischen Tandemkläranlage in Wünsdorf-Waldstadt. Hier entsteht im Auftrag des Wasserzweckverbandes KMS eine neue Rechen- und Sandfanganlage.

„Diese Anlage ist so ausgelegt, dass Schmutzwasser von bis zu 49 666 Einwohnern gereinigt werden kann“, sagt KMS-Verbandsvorsteherin Heike Nicolaus. Zwei Millionen Euro investiert der Verband in das vom Land mit 667 000 Euro geförderte Projekt. Ende des Jahres soll das übergroße Fäkalien- und Sandsieb fertig sein. Dann wird die zwölf Jahre alte, für 33 000 Einwohner ausgelegte und völlig überlastete Vorgängeranlage abgeschaltet.

Die neue Anlage hat zwei Waschstraßen

Davon geht auch Projektbetreuer Werner Hahnheiser vom Büro BEV Ingenieure Königs Wusterhausen aus. „Der alte Rechen schafft die erforderliche Reinigungsleistung einfach nicht mehr“, so Hahnheiser. Bei starken Regenfällen müsse ein Notrechen zugeschaltet werden. Andernfalls würde das Schmutzwasser ungefiltert weiter rauschen.

Die neue Anlage hat im Vergleich zur alten nicht nur eine, sondern zwei Waschstraßen. Auf den Waschstraßen wird das schmutzige Wasser über den Rechen geschickt. „Ein Rechen ähnelt einer Rolltreppe, die statt Stufen ein umlaufendes Sieb hat“, so Erik Großer von der WKS Technik GmbH Dresden. Auf dem Rolltreppen-Sieb werden die groben Stoffe nach oben gefördert. „Leider sind unter den groben Stoffen auch viele Feuchttücher und Tampons, die viel Schaden anrichten können“, weiß Großer. Feuchttücher lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier im Wasser nicht auf. „Die Tücher zerfasern und verknoten sich“, so Werner Hahnheiser. Auf diese Weise bilden sich Zöpfe, die den Rechen oder die Pumpen der mechanischen Reinigungsanlage lahmlegen können. Wenn die Laufräder blockieren, muss die Pumpe herausgeholt und gereinigt werden. Läuft die Rolltreppe reibungslos, schubsen Bürsten die groben Stoffe am höchsten Punkt runter in einen Sammelcontainer. Betonbehältnisse fangen den ausgewaschenen Sand auf.

Gereinigtes Wasser fließt über Müllergraben in den Nottekanal

Das grob gereinigte Abwasser wird durch Rohre zum zweiten Standort der Tandemanlage geschickt und dort biologisch geklärt. Anschließend fließt es über den Müllergraben in den Nottekanal. „Als Wasserverband sind wir dem Umweltschutz besonders verpflichtet. Dazu gehört auch die erstklassige Reinigung des Abwassers, das wir an die Natur zurück geben“, so KMS-Vorsteherin Heike Nicolaus.

Aktuell wird Abwasser aus Dabendorf, Dahlewitz, Gadsdorf, Glienick, Groß Machnow, Klausdorf, Nächst Neuendorf, Rangsdorf, Rehagen, Saalow, Werben, Wünsdorf, Zossen in der Tandemanlage gereinigt. Hinzu kommen jährlich rund 120 000 Kubikmeter Fäkalien aus Abwassergruben. Schmutzwasser aus Motzen, Kallinchen und Töpchin gelangt über das Kanalnetz des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes zum Klärwerk Waßmannsdorf. Das Abwasser aus Kummersdorf-Alexanderdorf, Sperenberg, Fernneuendorf und Kummersdorf-Gut wird derzeit in das Sperenberger Klärwerk Heegesee, perspektivisch in die Tandemanlage geleitet.

Von Frank Pechhold

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