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Teltow-Fläming Wo in der Region am meisten geblitzt wird
Lokales Teltow-Fläming Wo in der Region am meisten geblitzt wird
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11:10 01.07.2016
Achtung, es blitzt!   Quelle: christian zielke
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Dahmeland-Fläming

 Durchschnittlich 30,665 Mal pro Tag hat es im vergangenen Jahr an der Landesstraße 400 zwischen Wildau und Waltersdorf geblitzt – das ist Spitze in der Region Dahmeland-Fläming. Betrieben wird die stationäre Radarfalle von der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald, die insgesamt neun „Starenkästen“ aufgestellt hat, sechs davon im Altkreis Königs Wusterhausen. 1,174 Millionen Euro haben Temposünder der Kreisverwaltung im vergangenen Jahr in die Kassen gespült.

Den Löwenanteil dieser Summe haben abgesehen von der Anlage an der L400 ein Blitzer in Prierow mit 8936 Fällen und ein weiterer in Körbiskrug mit 5961 Fällen eingespielt. „Ohne die absoluten Zahlen zum Verkehrsaufkommen an einer Stelle ist es allerdings schwierig zu sagen, ob das viel oder wenig ist“sagt Christoph Hecht, Verkehrsexperte beim ADAC. Weitere Blitzer des Landkreises befinden sich in Halbe an der L74 in Richtung Teupitz und in Mittenwalde an der B246 in Richtung Zossen und an der Chausseestraße in Richtung Groß Machnow.

Mit etwa 400 000 Euro hat der Landkreis Teltow-Fläming im vergangenen Jahr nicht einmal ein Drittel soviel Geld wie Dahme-Spreewald durch seine Blitzer eingenommen, die genaue Abrechnung ist aber noch offen. Sieben Radarfallen betreibt die Kreisverwaltung, zum Beispiel in Zossen an der Straße der Jugend in Richtung Wünsdorf, am Ortsausgang in Dabendorf in Richtung Groß Machnow (dort stehen gleich zwei) oder in Rangsdorf an der B96 an der Autobahnabfahrt. Die übrigen befinden sich in Markendorf innerorts an der B115 sowie in Altes Lager an der B102 (auch dort stehen zwei).

Statt 70 mehr als 150 Stundenkilometer auf dem Tacho

Am häufigsten überschritten wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern auf der B96 in Dabendorf in Richtung Groß Machnow – die genauen Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. Die krasseste Geschwindigkeitsüberschreitung hat 2015 der Blitzer an der B96 in Rangsdorf gemessen: Statt der zulässigen 70 fuhr jemand mit 154 Stundenkilometer durchs Radar. Das bedeutet laut Bußgeldkatalog selbst außerorts 600 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Dasselbe Schicksal ereilte noch 114 andere Führerscheininhaber, das waren insgesamt 26 Fälle mehr als im Vorjahr. Bei 146 Fahrern offenbarte das unfreiwillige Porträt zudem noch einen fehlenden Gurt über der Brust – das waren sogar doppelt so viele wie im Vorjahr.

Insgesamt wurde 2015 in Teltow-Fläming an 102 Stellen kontrolliert, 95 davon waren freilich keine stationären Messpunkte. In 77 Prozent der Fälle wurde vor Kindereinrichtungen und Schulen „geblitzt“, in 18 Prozent an Stellen mit besonderer Gefährdung wie zum Beispiel Querungen der Fläming-Skate und in vier Prozent vor Senioreneinrichtungen. 35 Anträge auf Geschwindigkeitskontrollen gingen im vergangenen Jahr bei der Verkehrsbehörde des Kreises ein, sowohl von Bürgern als auch von Kommunen. 27 der Anträge wurden abgewiesen – wegen einer fehlenden Gefährdung, eines unbestätigten Anfangsverdachts oder weil es schlicht keine Möglichkeit gab, eine Messanlage aufzustellen.

Hintergrund

Verkehrsexperten vom Bundesamt für Straßenwesen haben herausgefunden, dass es keinen positiven Zusammenhang zwischen Messanlagen und einem Rückgang der Unfallzahlen gibt.

Zwischen Januar und November 2015 gab es auf Brandenburgs Straßen insgesamt 73 894 Verkehrsunfälle (im Vorjahr: 72 381, +2,1 Prozent). Dabei wurden 152 Menschen getötet (im Vorjahr: 133, + 14,3 Prozent) und 9 997 verletzt (im Vorjahr: 10 000).

Lärmschutz ist heutzutage ein wichtiger Aspekt für Messanlagen, etwa um Tempo 30 auch durchzusetzen.

Am 15. Februar 1959 wurde erstmals in Deutschland eine Radaranlage in Betrieb genommen. Bis dahin maßen die Polizisten Geschwindigkeitsübertritte von Autofahrern noch ausschließlich mit der Stoppuhr. 1955 starben auf (west-)deutschen Straßen mehr als 12 000 Menschen.

Eine Übersicht zu mobilen und stationären Messanlagen bietet die Internetseite www.blitzer.de

Teltow-Fläming hat auch technisch aufgerüstet und arbeitet inzwischen nur noch mit Digitalkameras und nicht mehr mit der alten Nassfilmtechnik: „Durch die Digitalisierung wird die Verkehrsüberwachung für die Kommunen immer wirtschaftlicher“, erklärt ADAC-Experte Hecht. „Mit der Nassfilmtechnik war der gesamte Prozess von der Auswertung der Bilder bis zum Erstellen des Bußgeldbescheids so personalaufwendig, dass es eigentlich nie wirtschaftlich war. Inzwischen ist der Prozess komplett automatisierbar – und das rechnet sich.“

Tatkräftige Unterstützung aus der Privatwirtschaft

Und dabei können die Kommunen auch noch mit tatkräftiger Unterstützung aus der Privatwirtschaft rechnen. Firmen wie Jenoptik Traffic Solution bieten nicht nur die Technik an, sondern helfen auch noch bei der Suche nach geeigneten Standorten und schicken am Ende einfach fertige Fälle an die Bußgeldstellen – gegen Provision, versteht sich. „Das führt dann manchmal zu der bedenklichen Situation, dass ein Blitzer abgebaut wird, obwohl er die Verkehrssicherheit an einer Stelle nachweislich erhöht, sich aber aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht rechnet“, sagt Christoph Hecht.

Von Martin Küper

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