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Teltow-Fläming Neun tote und zwölf verletzte Tiere
Lokales Teltow-Fläming Neun tote und zwölf verletzte Tiere
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19:03 24.08.2018
Ein verletztes Schaf, das vom Wolf angefallen wurde Quelle: privat
Frankenförde

Der Schäfer Jürgen Körner kann es noch immer kaum fassen. Am Dienstag erhielt er einen Anruf, dass einige seiner Tiere in Frankenförde an der Straße stehen würden. Kurze Zeit später wusste er, warum. Wölfe hatten die Tiere in der Nacht von Montag zu Dienstag auf seiner Weide hinter dem Buckewitzer Weg angegriffen.

Grauenhafte Bilder Quelle: privat

Insgesamt wurden fünf Schafe und vier Ziegen von den Wölfen gerissen. Zudem sind fünf Schafe und sieben Ziegen schwer verletzt. Dies stellte ein Rissgutachter fest, der die Verletzungen der Tiere untersucht hatte.

Die Herde verteilte sich

Obwohl die Tiere von Herdenschutzhunde gut bewacht waren und ein Elektrozaun die Tiere vor Wolfsangriffe schützen soll, muss die Panik bei den Schafen und Ziegen wohl so groß gewesen sein, dass sie die Flucht ergriffen haben. Die Herde hatte sich verteilt, sodass die Hunde keine Chance hatte.

Der idyllische Anblick trügt. Quelle: privat

„Wir haben überall nach toten und verletzten Tieren gesucht. Es war furchtbar anzusehen“, berichtet Jürgen Körner. Der Schäfer hofft, dass die verletzten Tiere durchkommen. Es war das erste Mal, dass seine Tiere Opfer von Wölfen wurden.

Tiere kilometerweit gelaufen

Einige Ziegen auf der Weide gehören Bianca Rüdiger. Die Felgentreuerin versorgt jetzt die schwer verletzten Tiere. Drei Ziegen waren zuerst nicht auffindbar. Bis gestern. Da wurde Bianca Rüdiger von Polizei und Feuerwehr informiert, dass sich die Tiere am Gleis hinter dem Ernst-Kloß-Stadion in Luckenwalde befinden. „Gemeinsam mit der Polizei haben wir die Tiere eingefangen“, berichtet sie. Dass die Tiere diesen weiten Weg zurücklegten, zeige, welche Angst sie gehabt haben müssen. Eine Ziege habe deutliche Bisswunden.

Hunde stehen unter Schock

Selbst die Herdenschutzhunde scheinen unter Schock zu stehen. Sie waren nach dem Angriff völlig apathisch. Trotzdem ist sich der Schäfer sicher, dass ohne die Hunde der Schaden noch größer gewesen wäre. „Als wir nach den Tieren gesucht haben, waren wir auch mit Nachtsichtgeräten unterwegs. Wir haben rings um Frankenförde jede Menge Rehe gesehen, die wären für Wölfe leichte Beute gewesen. Stattdessen greifen sie Nutztiere an“, sagt Bianca Rüdiger. Bei ihr sitzt der Schock ebenfalls noch tief. Die Tierliebhaberin kümmert sich seit fünf Jahren um sogenannte Flaschenkinder, die ohne Muttertier aufwachsen. In einem Jahr waren es 70, die sie so großzog. Um so schlimmer war für sie der Anblick der toten und verletzten Schafe und Ziegen.

Weitere Fälle in der Region

Vor zwei Wochen gab es in Berkenbrück einen ähnlichen Fall. Dort wurde ein größeres Kalb vom Wolf gerissen. Offenbar melden einige Landwirte solche Vorfälle nicht mehr. Der bürokratische Aufwand für solche Entschädigungen sei zu groß. Oft müsse sogar geklagt werden. Wie das Landesamt für Umwelt auf seiner Internetseite mitteilt, hat das Land 2007 bis 2018 insgesamt 252.000 Euro an geschädigte Nutztierhalter ausgezahlt.

Wolf im Stadtgebiet gesichtet

Vor wenigen Tagen wurde ein Wolf zwischen Schwalben- und Storchenweg in Luckenwalde gesehen. Die Anwohner sind in Sorge, weil die Wölfe bis ins Stadtgebiet vordringen und keine Scheu hätten. „Die Hunde haben total verrückt gespielt“, berichtet eine Anwohnerin. In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass die Wölfe an Orte zurückkehrten, an denen sie schon einmal Tiere rissen.

Von Margrit Hahn

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