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Wölfe kommen zweimal: 18 Schafe gerissen

Saalow (Teltow-Fläming) Wölfe kommen zweimal: 18 Schafe gerissen

Wie versteinert steht Schäfermeister Dirk Hoffmann Freitag früh auf seiner Weide. Hier schlugen Wölfe in der Nacht zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden zu. Diesmal töteten, zerfleischten oder fraßen sie insgesamt 13Schafe. In der Nacht zuvor kamen fünf Tiere bei einer Wolfsattacke ums Leben.

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Erneut rissen Wölfe in der Nacht zum Freitag Muttertiere und Lämmer auf der Weide von Dirk Hoffmann.
 

Quelle: Frank Pechhold

Saalow.  Erneut haben die Wölfe auf der Schaf-Weide zwischen Saalow und Gadsdorf zugeschlagen. Hier töteten sie in der Nacht zum Freitag zwei Mutterschafe und elf Lämmer aus der Herde von Dirk Hoffmann. Bereits in der Nacht zum Donnerstag büßte der in Märkisch Wilmersdorf ansässige Schäfermeister bei einer Wolfsattacke ein Mutterschaf und vier Lämmer ein. Ein Abdecker brachte die Kadaver in eine Tierkörperbeseitigungsanlage. Insgesamt hat Dirk Hoffmann innerhalb eines Jahres 48 Tiere verloren.

Der mit Dirk Hoffmann befreundete Rehagener Jagdpächter Arno Küster kann nachfühlen, wie es dem Schäfermeister geht. „Als ich Freitag früh am Ort des Geschehens eintraf, stand er schon auf der Weide und winkte mich heran“, sagte Küster der MAZ. Mit seinem Geländewagen fuhr Küster vor. Bereits auf dem Hinweg sah er zwei tote Mutterschafe liegen. Die anderen Schafe standen ganz weit weg. Ein paar Muttertiere liefen herum und blökten nach ihren verschwundenen Lämmern. „Der Wolf hat wieder zugeschlagen“, brachte Schäfer Hoffmann nur heraus. War anzumerken, dass er noch nicht einmal dem Vorfall vom Vortag verarbeitet hatte.

Schäfer und Jagdpächter sammelten die toten Schafe gemeinsam ein

 Dann habe man gemeinsam die toten Lämmer zusammen getragen, die auf rund einem Drittel der Weide verstreut lagen. Ein Muttertier war fast aufgefressen. Das andere lag ausgeweidet auf der Wiese. Zwei Lämmer waren angefressen. „Erst haben wir drei, vier tote Tiere entdeckt“, so Küster. Allmählich sei das ganze Ausmaß der Tragödie sichtbar geworden. „Je weiter wir gelaufen sind, desto mehr Kadaver haben wir gefunden. Am Ende waren es zwei Muttertiere und elf Lämmer.“ Kurz darauf sei der eigentlich von Dirk Hoffmann wegen der in der Nacht zum Donnerstag getöteten Schafe bestellte Abdecker gekommen.

„Das war nicht bloß ein Wolf, sondern mindestens zwei oder noch mehr“, meint Arno Küster. Alle Lämmer seien mit Genickbissen getötet worden. Der entstandene Schaden betrage mindestens 1500 Euro.

Wölfe rissen erstmals Schafe aus Hoffmanns Herde an der selben Stelle

Was Arno Küster verwundert ist die Tatsache, dass die Wölfe innerhalb so kurzer Zeit an der selben Stelle Schafe gerissen haben. „Das haben sie bisher nicht getan.“ Wolfsübergriffe auf seine Herden musste Schäfer Dirk Hoffmann bisher in Saalow, Christinendorf und Märkisch Wilmersdorf verzeichnen. Niemals kehrten die Wölfe an den selben Ort zurück – bis Freitag.

Lesen Sie auch:  Umweltminister: Wolf ist nationale Aufgabe

Von Frank Pechhold

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