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Wölfe reißen Mutterschaf und elf Lämmer

Saalow/Großbeuthen Wölfe reißen Mutterschaf und elf Lämmer

Erneut haben die Wölfe zugeschlagen. Diesmal gingen sie in Saalow und Großbeuthen auf die Jagd. In nur einer Nacht rissen sie insgesamt ein Mutterschaf und elf Lämmer. Geschädigte waren gestandene Schäfer. Einer von ihnen ist Dirk Hoffmann aus Märkisch Wilmersdorf. Er verlor bei Wolfsübergriffen innerhalb von einem Jahr 30 Tiere.

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Fassungslos kniet Schäfer Dirk Hoffmann neben dem von Wölfen gerissenen, fast zweigeteilten Mutterschaf.
 

Quelle: foto: Frank Pechhold

Saalow/Großbeuthen.  Ein Mutterschaf und elf Lämmer wurden von Wölfen in der Nacht zum Donnerstag entweder getötet, zerfleischt oder gefressen. Die Raubtiere erlegten ihre Beute auf einen Hof in Kleinbeuthen und einer Weide in Saalow. Beide Male sind Schäfer die Geschädigten.

Fassungslos blickt Dirk Hoffman auf das ausgeweidete Mutterschaf. In Sichtweite weiden rund 60  Schafe und 40 Lämmer zwischen Saalow und Gadsdorf. Etwas abseits blöken zwei Mutterschafe. „Die vermissen ihre Lämmer“, sagt Hoffmann. Vermutlich habe das getötete Mutterschaf den vergeblichen Versuch, sein Lamm vor dem Wolf zu schützen, mit dem Leben bezahlt. Tot gebissen und fast in zwei Stücke gerissen liegt es reglos auf der grünen Wiese. „Innerhalb eines Jahres habe ich 30 Tiere bei Wolfsübergriffen in Saalow, Christinendorf und Märkisch Wilmersdorf verloren“, sagt Hoffmann. Donnerstag kamen ein Mutterschaf und vier Lämmer hinzu. Schon lange hat er kein gutes Gefühl mehr dabei, wenn er morgens nach seinen an verschiedenen Orten weidenden 600 Mutterschafen und deren Nachwuchs schaut. Herdenschutz im großem Stil mit Herdenschutzhunden und sicheren Zäunen könne er sich nicht leisten. Da hätte er neben der Anschaffung von Hunden und Zäunen rund 20 000 Euro laufende Kosten pro Jahr. „Da kann ich auch gleich aufhören, als Schäfer zu arbeiten, weil ich nichts mehr verdiene“. Hoffmann zufolge sei die Wolfsdichte viel zu groß. „Wenn dagegen nichts unternommen wird, ist Weidetierhaltung bald fast unmöglich.“

Jungtiere brachen vor Angst aus dem Gatter aus

„Der Wolf ist die heilige Kuh in Brandenburg. Dem darf niemand etwas tun“, sagt der mit Hoffmann befreundete Rehagener Jagdpächter Arno Küster. Oft werde er von Leuten darauf angesprochen, warum die Jäger nichts gegen die Wölfe unternehmen. „Das dürfen wir gar nicht“, so Küster. Eines Nachts seien zwei Wölfe rund 300 Meter von seinem Hochsitz entfernt von Saalow in Richtung Schünow gezogen. „Hier wurden schon öfter Wölfe gesehen, sogar am helllichten Tag.“

Möglicherweise suchte das Saalower Wolfspaar diesmal auch den Reiterhof von Siegfried Hondo in Kleinbeuthen heim. Er hält rund 70 Schafe als Hobby. Der Nachwuchs steht in einem nach einer Seite hin offenen Stall. Ein Holzgatter soll verhindern, dass die 35 bis 40 Kilo schweren Jungtiere ausreißen. Als die Wölfe kamen, sind einige Jungtiere vor Angst über das Gatter auf den Hof gesprungen oder durch das Gatter ausgebrochen. So wurden sie eine leichte Beute für die Räuber. „Sechs Jungtiere wurden mit Bissen in die Kehle getötet. Eins hat der Wolf sofort aufgefressen. Da waren nur noch die Keule und Beine übrig“, sagt Hondo. Ein Tier wurde von der Tierärztin eingeschläfert. Weitere Schafe werden noch vermisst, sagt der 73-jährige Schäfermeister. „Vielleicht naht nun das traurige Ende meiner Schafzucht.“

Von Frank Pechhold

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