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Wölfe reißen Schafe und Ziegen

Kliestow Wölfe reißen Schafe und Ziegen

Tierhalter machen sich große Sorgen um ihre Schafe und Ziegen. In dieser Woche rissen Wölfe auf dem Hof der Familie Jape in Kliestow mehrere Tiere. Christine Jape hatte diese mit der Flasche aufgezogen. Sie waren ihr ans Herz gewachsen.Wenige Tage zuvor wilderten Wölfe in Ahrensdorf.

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Christine Jape mit ihren beiden verbliebenen Schafen Bodo und Marlene, die seit der Wolfsattacke verängstigt sind.

Quelle: Margrit Hahn

Kliestow. Christine Jape hat sich bisher auf ihrem Hof in Kliestow wohl und sicher gefühlt. Doch seit dieser Woche ist es anders. In der Nacht von Montag zu Dienstag haben Wölfe vier ihrer Schafe und eine Ziege gerissen. Von einem Schaf fehlt jede Spur. Die restlichen Tiere lagen am Morgen tot auf dem Grundstück. Zum Teil waren die Eingeweide rausgerissen.

Eine Wolfsspur auf dem Hof in Kliestow

Eine Wolfsspur auf dem Hof in Kliestow.

Quelle: privat

Am Donnerstagmorgen entdeckte sie frische Spuren. „Die müssen also wieder hiergewesen sein“, sagt die Kliestowerin. Seit 70 Jahren leben Tiere auf dem Hof. So etwas habet es noch nicht gegeben. Es sei höchstens mal vorgekommen, dass sich der Fuchs ein Huhn geholt hat. Dass die Wölfe so dicht ans Haus kommen, macht Christine Jape Angst.

Die Schafe hatte sie mit der Flasche aufgezogen

Ihre Tiere waren ihr ans Herz gewachsen, die meisten hatte sie mit der Flasche großgezogen und alle hatte Namen. Jetzt gibt es nur noch Bodo und Marlene. Die beiden Kamerunschafe sind völlig verängstigt. „Die ersten Tage sind sie nicht von meiner Seite gewichen“, berichtet die 32-Jährige. Bisher konnten die Tiere selbst entscheiden, ob sie die Nacht im Freien verbringen wollen oder am Unterstand. Jetzt haben die beiden übrig gebliebene Schafe keine Wahl. Sobald es dunkel wird, werden sie in den Stall gesperrt. „Ich mache mir auch Sorgen um meine Pferde. Für die habe ich keinen Stall“, sagt Christine Jape. Die Größe der Wolfspuren lässt sie erschaudern.

Ein gerissenes Schaf in Kliestow

Ein gerissenes Schaf in Kliestow.

Quelle: privat

Und die Wolfsfamilie scheint hungrig zu sein. Vermutlich dieselbe Tiere haben auch in Ahrensdorf zugeschlagen. Dort wurden in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober sieben Schafe gerissen. Der Ahrensdorfer Ortsvorsteher Stefan Scheddin kritisiert die Behörden, die nicht umfangreich darüber informieren. „Ich fände es sinnvoll, wenn wenigstens die Anwohner zeitnah informiert werden, schon um eventuelle Schäden an anderen Tierherden vorzubeugen“, sagt er, „außerdem kann es nicht sein, dass nach einem Wolfsangriff keine Versicherung zahlen wird, weil die Tiere nicht absolut sicher, also komplett eingezäunt waren.“

Tierverlust beim Landesumweltamt gemeldet

Christine Jape hat beim Landesumweltamt den Tierverlust gemeldet. Daraufhin kam ein vom Land Brandenburg beauftragter Rissgutachter, der alles genau dokumentierte. Im Protokoll wird ihr bestätigte, dass es sich um mehrer Wölfe, vermutlich um eine Familie, gehandelt hat. Auch die Zäune wurde penibelst vermessen. Der zuständige Jagdpächter teilte Christine Jape mit, dass der Wolf, wenn er einmal da war, wiederkommen würde.

 

Empfehlung des Landesumweltamtes

Für den Verdacht eines Wolfsübergriffs auf Nutztiere gibt es r die Schadenshotline, Tel.: 0172 5641700.

Das Entschädigungsverfahren sieht anschließend eine Begutachtung und Protokollierung jedes Falles vor.

Kommt der Gutachter zum Ergebnis „Wolf als Verursacher“ oder „Wolf nicht auszuschließen als Verursacher“ besteht Anspruch auf Schadensersatz, der vom Halter zu beantragen ist.

Die durchschnittliche Dauer des Entschädigungsverfahrens liegt zwischen sechs Wochen und vier Monaten. Je schneller die Anträge gestellt werden, umso schneller erfolgt die Auszahlung.

 

Auf Anfrage beim Landesumweltamt teilt Pressesprecher Thomas Frey mit, dass das Landesamt und die vor Ort aktiven Wolfsbetreuer viel Erfahrung mit wirksamen Präventionsmaßnahmen hätten und Tierhalter gut beraten könnten. Er widerspricht der Behauptung, dass nicht ausreichend informiert werde: „Durch das Landesumweltamt wurden 2011 landesweit alle Tierhalter Brandenburgs über die Tierseuchenkasse angeschrieben und über die Gefährdung von Nutztieren durch den Wolf informiert.“ Zudem seien umfangreiches Informationsmaterial sowie Broschüren und Faltblätter herausgegeben worden.

Die überlebenden Schafe sind verängstigt

Die überlebenden Schafe sind verängstigt.

Quelle: Margrit Hahn

Nach Angaben des Landesumweltamtes wurden in diesem Jahr bisher in Teltow-Fläming ein Kalb, fünf Schafe und eine Ziege von Wölfen gerissen. Zudem in Potsdam-Mittelmark an der Kreisgrenze sechs Kälber und elf Schafe.

Von Margrit Hahn

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