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Wölfe reißen fünf Schafe im Streichelzoo

Friedensstadt Glau Wölfe reißen fünf Schafe im Streichelzoo

Es waren vermutlich Wölfe, die in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag im Streichelzoo der Friedensstadt Glau fünf Schafe gerissen haben. Zwei weitere Skudden wurden bei dem Übergriff verletzt. Die Herde befand sich auf einer benachbarten Ausgleichsfläche, um sie zu beweiden, damit sie nicht zuwächst. Tierhalter in der Umgebung sind alarmiert.

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Das Fell dieses Schafes ist blutrot verfärbt. Es hat den Angriff der Wölfe verletzt überlebt.

Quelle: FOTOS: Hartmut F. Reck (3)

Friedensstadt Glau. In der hintersten Ecke des Geheges drängen sie sich eng aneinander. 18 Schafe blicken aufmerksam zum Zaun, an dem drei Menschen stehen. „Normalerweise wären die alle schon längst am Zaun“, sagt Dankwart Hempel, „ist ja schließlich ein Streichelzoo hier, aber die haben jetzt total Angst.“ Kein Wunder: Fünf ihrer Artgenossen wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag offensichtlich von einem Rudel Wölfe gerissen. Die anderen überlebten, darunter sogar zwei Skudden, die bei dem Übergriff verletzt wurden und deren dickes Fell an verschiedenen Stellen blutrot gefärbt ist.

Überrest eines gerissenen Schafes

Überrest eines gerissenen Schafes.

Quelle: Hartmut F. Reck

Dankwart Hempel ist einer von vier Ehrenamtlichen, die sich um die beiden Esel, die zwei Ponys, vier Schweine, etliche Hühner, Gänse, Enten, zwei Ziegeln und 23 Schafe im Streichelzoo auf dem Glauer Berg kümmern. „Jetzt sind es nur noch 18 Schafe“, bedauert Hempel. Die letzten drei Kameruner wurden in der Nacht gerissen, weil sie nur behaart sind und nicht so ein dickes Fell haben. Aber auch zwei Skudden, ein Lamm und ein erwachsenes Tier, sind dem nächtlichen Angriff zum Opfer gefallen. An sie erinnern nur noch Wollreste, die sich im Gras verfangen haben.

Kameruner ausgeweidet

Zwei Kameruner wurden komplett ausgewaidet und ein Schaf liegt noch tot da. Hempel hat es mit blauen Planen abgedeckt und wartet auf den Rissgutachter, der feststellen soll, ob es tatsächlich ein Wolf war, der da zugeschlagen hat. „Ein Hund kann es jedenfalls nicht gewesen sein“, meint Hempel, „wenn, dann töten die nur, waiden aber nicht aus.“

An diesem toten Schaf finden sich Rissspuren, die untersucht wreden

An diesem toten Schaf finden sich Rissspuren, die untersucht wreden.

Quelle: Hartmut F. Reck

Dankwart Hempel ärgert sich, weil er die Schafe Anfang der Woche auf das benachbarte Lerchenfeld geführt hatte, das mit nur einem ein Meter hohen Zaun umgeben ist. Dabei handelt es sich um eine Ausgleichsfläche für die Photovoltaikanlage vor der Friedensstadt, die er zweimal im Jahr beweiden soll. Ansonsten sind die Schafe in ihrem eigentlichen Gehege von einem 1,80 Meter hohen Zaun umgeben.

Wölfe suchten sich die leichteste Beute aus

Hempel macht sich auch Sorgen um die anderen Tiere, aber die Wölfe haben sich zunächst einmal die leichteste Beute ausgesucht. Und die Skudden sind die kleinste Schafrasse, weil dieser Streichelzoo vor allem für kleine Kinder gedacht ist. Aber auch größere Schafe hätten keine Chance gegen die Wölfe gehabt.

Dankwart Hempel betreut die Tiere ehrenamtlich

Dankwart Hempel betreut die Tiere ehrenamtlich.

Quelle: Hartmut F. Reck

Das sieht auch Lutz Ritter aus Blankensee so. Seine Schafherde steht etwa einen Kilometer entfernt. „Das kommt ja jetzt schon fast im wöchentlichen Rhythmus vor“, sagt er, und erinnert an die jüngsten Vorfälle in Kemnitz, Kliestow und Ahrensdorf. Der Vorsitzende des Schäferstammtischs Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark weiß, dass nicht nur Schafe und Ziegen angegriffen werden. Mutterkuhhalter und Pferdezüchter hätten auch Attacken auf Kälber und Fohlen gemeldet. „Die Wölfe kommen immer näher an die Dörfer“, sagt Ritter, „sie haben jede Scheu vor den Menschen verloren.“

Von Hartmut F. Reck

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