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Wohnen im Wächterhaus

Skater sausen den Berg hinunter. Wer rauf will, bleibt stehen und fragt Wohnen im Wächterhaus

Familie schätzt die Ruhe und die Natur. Rehe, Hasen und Wildschweine kommen

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Jörg Thiele, Stephanie Marschner und Sohnemann Gustav Hans vor ihrem sanierten Wächterhaus in Dennewitz.

Quelle: Gertraud Behrendt

Dennewitz. Ein eigenes Haus sollte es schon sein. Das jedenfalls dachte sich Jörg Thiele, als er 30 war. Er sah sich um und fand in seinem Heimatort ein ganz besonderes Obdach. Das Land wollte das frühere Wächterhaus am Denkmalberg loswerden. Ein Wächter wohnte längst nicht mehr darin, sondern ein Förster. „Das war mir recht“, sagt der Dennewitzer. Schließlich war vor zehn Jahren noch gar nicht absehbar, dass er überhaupt wieder zurück in die Heimat kommt.

Jetzt ist er zehn Jahre älter und sehr zufrieden. Er möchte andere ermuntern, seinem Beispiel zu folgen. Es muss ja nicht gleich so ein geschichtsträchtiges Haus sein, Hauptsache, eins in der Heimat. Dabei hätte es auch schiefgehen können. Als er Eigentümer wurde, war der Bauingenieur, dessen Spezialstrecke die Straßenplanung ist, noch solo. Stephanie Marschner konnte sich aber gut vorstellen, dort zu wohnen. Sie sagt nun: „Es ist wie Urlaub hier. Vielleicht wäre es anders, wenn wir nur hier wären.“ Beide haben auf der Arbeit genug Kontakte. Sie erstellt in einem Ingenieurbüro Immissionsschutz-Gutachten. Als sie sich kennengelernt haben, war „sie in Stuttgart und ich in Erfurt“, sagt er.

Sein Wächterhaus wurde bald frei. 2011 begann Jörg Thiele mit der Sanierung. „Steht ein Haus unter Denkmalschutz, muss man generell mehr Zeit einplanen. Vieles kam unvorhergesehen“, berichtet er. So sollte es eine Förderung für den Rückzug von Familien aufs Dorf geben. Dann fehlte dem Land der Eigenanteil, und die nächste Runde wurde eingeläutet. Schließlich gab es ein anderes Förder-Modell. „Damit war ein Ausgleich der Mehrkosten möglich, die durch den Denkmalschutz verursacht worden sind“, sagt Thiele.

Seit Januar 2014 wohnen sie nun am Denkmalsberg. Der zweijährige Sohn Gustav Hans hat sich längst eingelebt und genug Platz zum Spielen. In wenigen Monaten wird er drei. Alma liegt noch im Kinderwagen. Sie wurde am 8.  März geboren. „Wir haben alle eine Acht in unseren Geburtsdaten. Durch die Gemeindegebietsreform wohnen wir auch am Denkmalsberg 8, da hätten wir gern die 1 behalten“, sagt Jörg Thiele.

Das Paar freut sich, wenn Freunde und Familienangehörige anhalten. Weit öfter kommen Füchse, Marder, Rehe und auch mal ein Wildschwein vorbei, um nachts den Bewegungsmelder in Betrieb zu setzen. Im Sommer halten manchmal Skater an und fragen nach der Geschichte des Hauses..

„Manche halten unser Haus für eine Kapelle“, sagt der Eigentümer. „Die Skater, die von oben runterkommen, rauschen vorbei.“ Wer von unten die lange Allee hochfährt, ist langsam, kann sich umsehen und hält an. Ein Schild will das Paar aber nicht aufstellen. Dann stoppen womöglich mehr Leute an und die Ruhe wäre dahin.

Zur Schlacht steht am Schinkeldenkmal eine Tafel mit Daten des Kampfs gegen die napoleonischen Truppen. Zum Wächterhaus hingegen, das einst für Kriegsinvaliden gebaut wurde, die dann die Anlage und später die Ruhmeshalle in Ordnung zu halten hatten, nichts.

Im Winter, so sagen die beiden Bewohner, sei das Haus ein Platz der Ruhe. Dann rodelt Jörg Thiele idie Abfahrt hoch und runter. Das hat er auch früher schon als Kind getan.

Von Gertraud Behrendt

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