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Wohngruppe für Schwerkranke

Wünsdorf Wohngruppe für Schwerkranke

Judith Daniel hat in Wünsdorf eine Wohngruppe für Menschen eröffnet, die wegen ihrer schweren Erkrankung eine besonders intensive Pflege benötigen. Diese ist allerdings nur wegen des Baustopps beim Umbau des Bettenhauses auf dem ehemaligen Zossener Krankenhausgelände entstanden. 80 000 Euro zusätzlich investierte Judith Daniel in Wünsdorf.

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Pflegedienstleiterin Sabine Dietrich (l.), TIW-Geschäftsführerin Judith Daniel im Bad der Wünsdorfer Intensivpflege-Wohngruppe.

Quelle: Pechhold

Wünsdorf. Sichtschutzrollos schirmen die drei Bewohner vor neugierigen Blicken ab. Die mit moderner Medizintechnik ausgestatteten Zimmer gleichen Intensivstationen im Miniatur-Format. Zwei Plätze sind in der Wohngruppe für schwerstpflegebedürftige Menschen noch frei, die Judith Daniel seit kurzem in Wünsdorf betreibt.

Baustopp durch den Denkmalschutz

Eigentlich hatte sich die Unternehmerin ihren Start in die Selbstständigkeit ganz anders vorgestellt. Spätestens im Juni 2016 wollte sie ihre Pflegeeinrichtung „Therapeutisch Intensives Wohnen“ (TIW) in dem dazu umgebauten Bettenhaus des alten Zossener Krankenhauses einweihen. Dort sollen anfangs elf Schwerstpflegebedürftige betreut werden, die im Wachkoma liegen oder an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind.

Allerdings scheiterte der Eröffnungstermin wie berichtet daran, dass die Kreis-Denkmalschutzbehörde im März Baustopp für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt verhängte. Vorausgegangen war ein Streit zwischen Denkmalschützern und Investor Dirk-Henner Wellershoff. Während die Denkmalschutzbehörde die 1957 im Bettenhaus eingebauten gut 40 Doppelkastenfenster als angemessen betrachtete, ließ Wellershoff isolierverglaste Holzfenster einbauen. Deshalb gab es den Baustopp.

Unternehmerin stand das Wasser bis zum Hals

Damit stand Judith Daniel das Wasser bis zum Hals. Bereits im Dezember 2015 erfuhr die TIW-Geschäftsführerin von den drohenden Problemen mit dem Bettenhaus-Umbau. Gegenüber Investor Wellershoff habe sie gesagt, man müsse was anderes finden, sonst sei ihre Geschäftsidee im Sommer „tot“. Wellershoff bot Daniel an, zwei leerstehende Läden in dem Wünsdorfer Geschäftshaus mit der benachbarten Sparkasse umbauen zu lassen. Am 8. Juli zog der erste Patient ein. Bis alle fünf Zimmer belegt sind, will Judith Daniel die für deren Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigten 12 Vollzeit-Stellen besetzt haben. In die Ausstattung der so nicht geplanten Wünsdorfer Wohngruppe musste sie zusätzlich 80 000 Euro investieren.

„Mein Startkapital für die TIW-Pflegeeinrichtung im Bettenhaus waren 150 000 Euro“, sagt Daniel. Dort sollen in der Endausbaustufe 22 Spezialbetten zum Stückpreis von 6000 Euro stehen. Insgesamt 36 Mitarbeiter – vom Leiter über die Betreuer bis zum Hausmeister – kümmern sich um die Bewohner.

Umbauarbeiten gehen weiter

Mittlerweile ist der Baustopp aufgehoben, gehen die Umbauarbeiten an dem Bettenhaus weiter. Investor und Landkreis schlossen einen Vergleichsvertrag ab. Dieser sieht unter anderem vor, dass die isoverglasten Holzfenster ausgebaut werden müssen. Trotzdem hielten alle Beteiligten an dem Vorhaben fest, auf dem Krankenhausgelände eine „Lebensstadt“ einzurichten, so Karin Günther von der Initiative Gesundes Zossen. Auf dem rund 18 000 Quadratmeter großen, parkartigen Areal soll eine Stadt in der Stadt entstehen, wo gesunde und pflegebedürftige Menschen generationsübergreifend wohnen, arbeiten und leben.

Von Frank Pechhold

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