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Wohnraum-Förderung für Großbeeren

Bürgerforum der SPD Wohnraum-Förderung für Großbeeren

Die akute Wohnungsnot zwingt den Zuzugsort Großbeeren trotz eines fundamentalen Streits zum Handeln. Bei einem Bürgerforum kam jetzt die Chance auf den Tisch, ungeahnt von der Wohnraumförderung des Landes zu profitieren.

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In Großbeeren stehen bisher vor allem Einfamilienhäuser.

Quelle: Abromeit

Großbeeren. Hält sich Großbeeren ran, dann könnte der Zuzugsort seine Defizite beim Wohnungsbau in Sieben-Meilen-Schritten aufholen. Mit dieser geradezu märchenhaften Aussicht für die gerade zutiefst zerstrittene Gemeinde verließen Besucher am Mittwochabend das Bürgerforum „Wie kommt Großbeeren wieder zu bezahlbaren Wohnungen?“

Grund für diesen Optimismus ist die Chance, dass Großbeeren Untersuchungsort für eine Wohnraum-Fallstudie zu werden kann. Solch eine Studie fehlt dem Infrastruktur-Ministerium für ein Gutachten, das bis zum Mai fertig sein und Arbeitshilfe für strukturelle Entscheidungen für das Berliner Umland werden soll.

Großbeeren hat nur 27 Wohnungen mit Mietbindung

Wie berichtet sind CDU und Bürgermeister seit 9. November stinksauer. Die anderen Gemeindevertreter hatten das 20 Hektar große Bauprojekt Nördliches Ruhlsdorfer Feld/An den Saufichten platzen lassen, weil sie mit dem Verkauf der Wobau-Mehrheit nicht einverstanden waren. Nun übt man sich wechselseitig in Friedensangeboten. Nach einem Forum der CDU hatte jetzt Gemeindevertreter und Landtagsmitglied Helmuth Barthel im Namen der SPD in die Alte Molkerei eingeladen. Er brachte zwei Fachleute aus dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit: Staatssekretärin Katrin Lange und Jürgen Schweinberger, den Abteilungsleiter Stadtentwicklung und Wohnungswesen.

Großbeeren zählt knapp 9000 Einwohner; so viel waren mal für das Jahr 2025 geplant. Im Ort gibt es zurzeit ganze 27 Wohnungen mit Mietbindung und unter Regie der Wobau derzeit 412 kommunale Wohnungen. Sowohl diese Gesellschaft als auch die Kommune sind zu klein, um aus eigener Kraft solche riesigen Wohnbaugebiete wie die Saufichten oder Heinersdorf in einem Zug zu entwickeln, geschweige denn zu bebauen. Bezahlbaren Wohnraum in Großbeeren für alle Familiensituationen und alle Einkommensgruppen wollen alle, das wird unisono betont. Für Staatssekretärin Lange ist Großbeeren ein typisches Beispiel einer wachsenden Berliner Umlandgemeinde. Da sehe die Landesregierung großen Handlungsbedarf. Lange sprach von „Wachstumsschmerzen“ in diesen Orten und einem „Instrumentenkoffer“, den das Land von 40 Millionen Euro Fördergeld auf 100 erhöht habe.

Mieterbund empfiehlt Mietspiegel

Sie und Schweinberger erklärten den Großbeerenern, wie an einen Teil dieser Förderung heranzukommen sei, auch wenn es nicht ausschließlich um Wohnraum mit Miet- und Belegungsbindung gehe, so der Abteilungsleiter aus Potsdam. Es gehe um gemischte Quartiere. „Derzeit gibt es keinen Ansturm auf dieses Programm“, erklärte Schweinberger. „Großbeeren hätte gute Chancen, es müsste nur zugreifen“, so der Mann aus dem Ministerium. Er bezeichnete es als „Supersituation, wenn der Ort über diesen Weg vielleicht 80, 50 oder 30 Wohnungen jährlich bauen könnte“. Konsens ist bei einem derzeit jährlichen Zuwachs von rund 200 Großbeerenern jedes Jahr um die 100 neue Wohnungen gebraucht werden.

Junge Großbeerener fragten nach dem Baubeginn solcher Möglichkeiten, ältere interessierten sich für Finanzierungsdetails. Für Initiator Barthel heißt das Fazit: „Wir müssen als Gemeinderat handeln.“ Mit im Saal saß in Großbeeren übrigens auch der Mieterbund mit dem Ludwigsfelder Ortsvorsitzenden Lothar Zahn und dem Landesvorsitzenden Rainer Radloff. Beide legten den Großbeerenern nahe, die Vorarbeit für einen Mietspiegel im Ort anzugehen. Dann hätten Mieter und Vermieter ein Vergleichsinstrument für ortsübliche Mieten.

Von Jutta Abromeit

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