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Wohnungen statt Container-Lager

Hauptausschuss von Blankenfelde-Mahlow will Massenunterkünfte für Flüchtlinge vermeiden Wohnungen statt Container-Lager

Mit etwas Verspätung hat die Flüchtlingsdiskussion nun auch die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow erreicht. Am Donnerstag stellte Marion Dzikowski, stellvertretende Bürgermeisterin, erstmals die Pläne der Gemeinde öffentlich im Hauptausschuss vor.

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Quelle: dpa

Blankenfelde-Mahlow. Bislang war über die Flüchtlingsaufnahme intern diskutiert worden, da es sich noch um ein eher abstraktes Thema handelte. Marion Dzikowski erklärte mehrfach, dass der Kreis Teltow-Fläming von der Gemeinde bislang nicht verlangt habe, eine bestimmte Zahl von Flüchtlingen zu einem bestimmten Zeitpunkt unterzubringen. Dennoch erwartet man 100 Menschen, die in diesem Jahr in Blankenfelde-Mahlow Asyl bekommen sollen. In seinen jüngsten Schätzungen hat der Landkreis die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr unterzubringen sind, auf 652 erhöht.

Angesichts der weiter angespannten Lage in den Krisengebieten Ukraine, Irak und Syrien geht man davon aus, dass es nicht die letzte Korrektur nach oben sein wird. Nach dem Willen der Gemeinde sollen die Flüchtlinge und Asylbewerber dezentral, also in Wohnungen, untergebracht werden. Spätestens seit dem Verkauf der ehemaligen Blankenfelder Kaserne sind größere Immobilien für diesen Zweck absolute Mangelware. Deshalb will man Kontakt zu möglichst vielen Wohnungsanbietern aufnehmen.

Die gemeindeeigene Wohnungsbaugesellschaft Wobab hält derzeit vier Wohnungen frei. Auch private Immobilienanbieter sollen nun aufgerufen werden, freie Kapazitäten zu melden. Obwohl man vermeiden wolle, dass Migranten in mobilen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, hat die Gemeinde für diesen Fall Grundstücke aus ihrem Besitz aufgelistet, die in Frage kommen. „Ich gehe davon aus, dass der Landkreis uns bitten wird, ein Grundstück zu finden“, sagte Marion Dzikowski. Damit es nicht wie in anderen Gemeinden zu Diskussionen mit aufgebrachten Anwohnern kommt, musste die Öffentlichkeit bei der Beratung draußen bleiben.

Daniel von Lützow (AfD) sprach sich vehement gegen Container aus: „Das ist menschenunwürdig und bringt nur böses Blut“. Matthias Stefke (BVBB-WG) regte an, die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge nach unten zu verhandeln, wie es Großbeeren getan habe. Andrea Hollstein (BB/FDP) verwies auf Zossen, wo man mit der Unterbringung in Wohnungen gute Erfahrungen gemacht habe.

Dietlind Biesterfeld (SPD) begrüßte den von der Gemeindeverwaltung eingeschlagenen Weg. Gemeinschaftsunterkünfte mit mehr als 100 Personen lehne sie ab. „Die Gemeinde sollte sich überlegen, ob sie flankierende Maßnahmen für die Integration finanziert“, sagte Biesterfeld. Ihre Fraktionskollegin Vera Hellberg wies darauf hin, dass man Wohnungssuchende aus der Gemeinde nicht benachteiligen dürfe. Der Integrationsbeauftragte von Blankenfelde-Mahlow, Andreas Geikowski, soll frühzeitig einbezogen werden.

Noch in dieser Woche soll es ein Gespräch zwischen Gemeinde und Landkreis geben. Marion Dzikowski hofft, „dass wir dann etwas Konkretes in der Hand haben“. Dann soll es auch eine Einwohnerversammlung geben, zu der auf Wunsch von Matthias Stefke sogar Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) eingeladen werden soll. Dieser hatte kürzlich in einem Interview erklärt, in den Kommunen, die Flüchtlinge aufnehmen, sich den Fragen der Bevölkerung zu stellen. Alle Hauptausschussmitglieder votierten für den Vorschlag der Verwaltung.

Von Christian Zielke

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