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Teltow-Fläming Wohnungsbau zieht weiter an
Lokales Teltow-Fläming Wohnungsbau zieht weiter an
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02:23 18.05.2018
Eine von vielen Baustellen derzeit in Schönefeld: Die Fontanehöfe , hier beim Richtfest. Quelle: Josefine Sack
Dahmeland-Fläming

Wenn Udo Haase aus dem Fenster seines Bürgermeisterbüros in Schönefeld schaut, zählt er draußen elf Kräne. Die riesigen Baumaschinen haben in den vergangenen Wochen den Rohbau der Fontanehöfe hochgezogen, ein Wohnkomplex mit mehr als 300 Wohnungen, der in der vergangenen Woche Richtfest feierte. Sie haben auch die Wohnhäuser des Unternehmens Bonava in die Bauflächen von Neu Schönefeld gestellt und das City Center, das nach seiner Eröffnung vor allem Handel und ein Hotel beherbergen soll.

Elf Kräne gleichzeitig. Für jede Kommune Brandenburgs, vielleicht mit Ausnahme der Landeshauptstadt, wäre das eine bemerkenswerte Ansammlung von Baumaschinen. In Schönefeld dagegen ist das eher ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Die Gemeinde habe bereits angefangen mit dem Bau des neuen Gymnasium, sagt Udo Haase. In Kürze sollen weitere Kräne anrücken und die neue Kita hochziehen. Es wird eine riesen Kita werden mit 530 Plätzen. Dann kommen 90 Wohnungen des Bauträgers TBP, die Strabag wird 144 Wohnungen an der Rathausgasse bauen. Es entstehen 130 Wohnungen am Ribbeckplatz, 95 in der Alfred-Döblin-Allee, und, und, und. Das ist nur der Bebauungsplan „Berliner Vorstadt“.

Schönefeld hat weitere Baufelder, auf denen in naher Zukunft ebenfalls Dinge passieren werden. „Ich kann noch nicht viel dazu sagen, aber es werden 1000 Arbeitsplätze entstehen und 100 Millionen Euro investiert“, so der Bürgermeister. Wenn in Schönefeld über Ortsentwicklung gesprochen wird, dann klingt das derzeit eher nach Berlin, Paris oder London, als nach einer Brandenburgischen Gemeinde mit noch 15 000 Einwohnern.

Mehr Wohnungen genehmigt als anderswo im ganzen Jahr

Das muss man wissen, wenn man die Zahlen betrachtet, die die Statistiker des Landes jetzt vorgelegt haben. Demnach wurden allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Dahme-Spreewald mehr neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt, als in irgendeinem anderen Landkreis des Landes im gesamten vorigen Jahr. Mit Ausnahme von Potsdam.

Anträge für 913 neue Wohnungen hat das Bauordnungsamt von Dahme-Spreewald von Januar bis März dieses Jahres genehmigt und abgestempelt, darunter 30 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 766 Wohnungen. Auf Platz zwei der Liste liegt der Landkreis Teltow-Fläming mit 304 Wohnungen, davon 150 in Mehrfamilienhäusern. Auch das ist im Vergleich zu den meisten anderen Landkreisen beachtlich.

Während in ganz Brandenburg die Zahl der Baugenehmigungen zurückgegangen ist, setzt sich in der Region Dahmeland-Fläming ein Aufwärtstrend fort, der schon in den vergangenen Jahren zu verzeichnen war. Er scheint sich sogar noch zu verstärken. Der Landkreis Dahme-Spreewald, der schon im vorigen Jahr Rekorde bei den Baugenehmigungen gebrochen hat, legt noch einmal deutlich an Tempo zu. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden ein Drittel mehr Wohnungen genehmigt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das hat zwar vor allem, aber nicht ausschließlich mit Schönefeld zu tun. Auch in Wildau entsteht derzeit am Blumenkorso ein neues Wohngebiet, in Königs Wusterhausen wird ebenfalls gleich an mehreren Stellen gebaut. Weitere Vorhaben sind in Planung.

39 Mehrfamilienhäuser in Teltow-Fläming in 2017

Auch in Teltow-Fläming geht es mit der Planung und dem Bau neuer Wohnungen offenbar zügig voran. Während im Jahr 2016 Anträge für den Bau von insgesamt 15 Mehrfamilienhäusern im Kreisgebiet gestellt wurden, waren es im Jahr 2017 bereits 39.

Eine solche Entwicklung ist aber nach wie vor auch bitter nötig. Wer speziell im Speckgürtel eine Mietwohnung sucht, hat derzeit immer noch eine schwere Zeit. Für Blankenfelde und Königs Wusterhausen listen Internetportale immerhin noch zehn bis 20 freie Wohnungen auf, für Ludwigsfelde heißt es dagegen: Fehlanzeige. Dabei ist die Nachfrage nach Wohnraum konstant hoch, und das nicht nur von Berlinern, die ins Umland drängen oder Asylbewerbern, die ihre Unterkünfte verlassen müssen, sondern auch von Einheimischen, die sich verändern wollen oder müssen.

Der Trend wird deshalb wohl auch auf absehbare Zeit anhalten. Immerhin sind laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Bulwiengesa derzeit knapp 27 000 Wohnungen im BER-Umfeld im Bau oder in Planung, viele davon in der Region Dahmeland-Fläming.

Boom bringt Herausforderungen mit sich

„Es macht richtig Spaß derzeit“, sagt Schönefelds Bürgermeister Udo Haase. „Aber der Boom stellt uns auch vor Herausforderungen.“ Er suche hängeringend Personal, sagt Haase. Seine Bauamtsleiterin fällt schon länger aus gesundheitlichen Gründen aus. „Die Stellvertreterin macht eine wunderbare Arbeit, aber wir brauchen trotzdem zusätzliche Leute, um die ganzen Anträge noch schneller und besser bewältigen zu können.“

Bis zu drei Ingenieure würde er sofort einstellen, Hoch- wie Tiefbau. „Ich finde derzeit aber keinen, der Markt ist wie leer gefegt“, sagt Haase. „Eine Ingenieurin haben wir sogar an die Wirtschaft verloren, weil man dort besser zahlt. Das ist die Lage.“

Von Oliver Fischer

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