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Wohnungsbaugesellschaft soll privatisiert werden

Heimlicher Tafelsilber-Verkauf in Großbeeren befürchtet Wohnungsbaugesellschaft soll privatisiert werden

In Großbeeren diskutieren Gemeindevertreter intern um eine der letzten großen Wohnbauflächen in dem Zuzugsort südlich von Berlin. Dazu soll nach MAZ-Informationen die Mehrheit an der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft verkauft werden. Das wollen die meisten nicht, doch öffentlich reden dürfen sie darüber auch nicht.

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Das Rathaus in Großbeeren

Quelle: Jutta Abromeit

Großbeeren. In Großbeeren herrscht Unruhe unter den Gemeindevertretern. Der Grund: Um eine der letzten Wohnbauflächen in dem gefragten Ort vor den Toren der Hauptstadt zu entwickeln, soll mehr als die Hälfte der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG) verkauft werden. Wie die MAZ erfuhr, geht es um 54 oder 56 Prozent der Anteile. Regelrecht Angst haben manche Gemeindevertreter, weil ihnen bei Androhung von 5000 Euro Strafe verboten sei, über die Pläne zu reden – das wurde bei Recherchegesprächen mehrfach erklärt.

Geplant ist der Wohnungsbau offenbar auf den rund 20 Hektar zwischen Schinderfichten, B101 und Teltower Straße. Und offenbar soll dafür eigens eine Firma gegründet werden, mit kommunalem Vermögen. Viele Fragen stehen im Raum. Warum zum Beispiel soll ein Interessent, anders als sonst üblich, dafür kommunales Geld bekommen, statt Auflagen einer Gemeinde zu erfüllen, dass er dort bauen darf? Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) sagt gegenüber der MAZ: „Das ist ein nichtöffentliches Thema. Dazu gibt es wie zu allen anderen Vermögensangelegenheiten der Gemeinde keine Auskunft.“

Ähnlich die Antwort von Gemeinderatschef Michael Richter (CDU): „Es gibt Überlegungen, die Gemeinde für die Bewältigung ihrer Zukunftsaufgaben aufzustellen. Darüber ist Vertraulichkeit vereinbart worden, und daran halte ich mich.“ Auch von der sonst wenig wortkargen WBG-Geschäftsführerin Martina Borgwardt: „Keine Auskunft.“ Ute Grams, eine der beiden FBB-Gemeindevertreterinnen, sagt lediglich: „Unser Antrag zu einer öffentlichen Diskussion wurde abgelehnt, und unser Katalog mit mehr als 60 Fragen ist bisher unbeantwortet.“

Teja Grzeskowiak (FDP) spricht ebenfalls von einem „Riesenfragenkatalog“, den seine Fraktion habe. Helmuth Barthel, stellvertretender SPD-Fraktionschef und Landtagsmitglied, sagt auf MAZ-Anfrage, der Antrag zur öffentlichen Diskussion über dieses Thema sei zwar abgelehnt worden, „aber wir müssen in Großbeeren ein paar Probleme lösen, wie den Hortneubau. Doch das geht anders, dafür gibt es andere Möglichkeiten, als das Tafelsilber der Gemeinde zu verscherbeln.“ Er spricht von neuem WBG-Konzept oder Flächen-Ausschreibung.

Nach MAZ-Information soll der Gemeinderat zum Thema Firmengründung zum Wohnungsbau noch vor der Sommerpause Beschlüsse fassen. Diese Eile lehnen etliche Gemeindevertreter jedoch ab.

Der Hortneubau ist tatsächlich eines der drängendsten Probleme in dem rasant wachsenden Ort. Seit Jahren kommen von der Landesregierung Mahnungen, weil die für 140 Plätze ausgelegte Einrichtung mit bis zu 194 Kindern restlos überfüllt ist. Nach den Ferien sind dort bis 220 Kinder zu betreuen. Etliche Anläufe für den Neubau scheiterten am Geld, an Formalien, an fehlenden Ausschreibungsangeboten.

Von Jutta Abromeit

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