Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Der Requisiteur

Fritz Schmeling baut für Sperenberger Karnevals Klub Der Requisiteur

Weil Fritz Schmeling handwerklich was drauf hat, baut er seit mehr als 20 Jahren Requisiten für den Sperenberger Karnevals Klub. Tagsüber arbeitet er als Schlosser und Fuhrparkleiter in der Baruther Laminat-Firma Classen. Nach Feierabend sitzt er manchmal die halbe Nacht zu Hause in seiner kleinen Werkstatt, um die Requisiten-Wünsche der Klubmitglieder zu erfüllen.

Voriger Artikel
Stelle für Flüchtlingshelfer in Mellensee
Nächster Artikel
„Nach fünf Sekunden war die Aufregung weg“

Fritz Schmeling mit dem Innenleben der flammenlosen Feuertonne, die er für den Sperenberger Karnevals Klub baut.

Quelle: Frank Pechhold

Sperenberg. Karneval ohne Requisiten ist wie eine Faschingskanone ohne Konfetti. Deshalb tüftelt Fritz Schmeling seit mehr als 20 Jahren in seiner Freizeit zu Hause im Keller oder in der Garage an dem passenden Zubehör für die närrischen Darbietungen des Sperenberger Karnevals Klub (SKK). „Das macht viel mehr Spaß, als den ganzen Abend vorm Fernseher zu sitzen, Knabberzeug zu futtern und Däumchen zu drehen.“

Schmeling ist handwerklich begabt. Deshalb kann er sich vor Wünschen seiner Klubmitglieder für ihre neuen Programmpunkte kaum retten. „Bau mal dies, bau mal das und mach dir mal Gedanken über jenes. Das kriege ich ständig zu hören“, sagt der 59-Jährige. „Aber wenn man wirklich will, bekommt man alles hin.“

Tagsüber repariert Fritz Schmeling in der Baruther Laminat-Firma Classen Gabelstapler und ist für den gesamten Fuhrpark verantwortlich. Nach Feierabend lässt er im Betrieb den Hammer fallen, um eine gute halbe Stunde später daheim die Werkzeugkiste zu öffnen. „Manchmal sitze ich die halbe Nacht in meiner Werkstatt und denke mir neue Requisiten für den Klub aus.“

Vorbereitungen für die 31. Saison laufen


Die gut 120 Mitglieder des Sperenberger Karnevals Klub bereiten sich auf ihre 31. Saison vor. Saisonstart ist am 14. November in der Gaststätte „Märkischer Landmann“.


Bereits am 7. November nehmen die Sperenberger erstmals am großen Festumzug in Mittenwalde teil. Und am 11.11. um 18.11 Uhr stürmen sie gemeinsam mit dem CKV Klausdorf das Rathaus der Gemeinde am Mellensee.

 

Viele fleißige Hände werkeln hinter den Kulissen, nähen Kostüme und studieren neue Choreographien für die närrischen Darbietungen ein.

 

Der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen im „Märkischen Landmann“ läuft. Bestellungen unter  01 75/1 09 66 99, skk-karten@web.de oder www.skk-sperenberg.de. Kartenabholung für den 14.11. am 6.11., 17 bis 19 Uhr, und am 7.11., 15 bis 17 Uhr.

Aktuell ist er dabei, eine Feuertonne mit unechter Flamme für eine Karnevals-Tanzdarbietung im Saal der Sperenberger Gaststätte „Märkischer Landmann“ zu bauen. Weil man dort nicht mit offenem Feuer hantieren darf, hat sich der Requisiten-Bauer etwas einfallen lassen. Auf dem Boden einer alten Feuertonne installierte Schmeling einen Lüfter. Der pustet die Luft nach oben, wo sich ein rotes Seidenpapier-Quadrat bewegt, das von einer Leuchte angestrahlt wird. „Das sieht aus wie ein offenes Feuer“, freut sich Schmeling über den gelungenen Effekt.

Viel Geld für Requisiten gibt die Klubkasse nicht her. „Deshalb versuche ich immer, mit einfachen Mitteln so viel wie möglich zu machen.“ Beispielsweise beim Bau von beleuchteten, weißen Kunststoff-Würfeln, auf denen die Klubmädchen bald vor dem Publikum tanzen sollen. „Da bin ich extra zu einer Rangsdorfer Kunststofffirma gefahren um herauszubekommen, welchen Kleber ich nehmen muss, um die sechs Seiten der Würfel miteinander zu verbinden.“ Schließlich dürfen die Würfel nicht zusammenbrechen, wenn die Mädchen darauf tanzen. „Am Ende habe ich den Kleber sogar geschenkt bekommen.“

Bisher konnte Schmeling noch jeden Requisiten-Wunsch erfüllen. Wobei gelegentlich kleine Pannen beim Basteln passieren. Beispielsweise als Schmeling zwei gekaufte Kunststoffskelette für eine Nummer präparieren wollte, in der SKK-Präsident Thomas Lüth die urkomische Hauptrolle spielt. In der Szene kommt Lüth mit den künstlichen Gerippen in den abgedunkelten Saal. Damit die von UV-Licht angestrahlten Skelette möglichst gruselig aufleuchten, besprühte Schmeling sie mit einer Spezialfarbe. „Das ging leider beim ersten Mal völlig schief, weil ich die verkehrte Farbe bestellt habe.“ Als Schmeling das bemerkte, setzte er sie einfach in die Badewanne und duschte sie kräftig ab. Als die beiden wieder trocken waren, trug er die richtige Leuchtfarbe auf. Weiter stattete er die Gerippe innerlich mit verkabelten Mini-Leuchten aus und baute ein Gestell. Auf dem Gestell „laufen“ die von den kleinen Lampen erleuchteten Skelette vor und hinter dem Klub-Präsidenten durch den Saal. „Das wird bestimmt ein echter Reißer“, meint Schmeling.

Er freut sich riesig auf die erste Veranstaltung in der neuen närrischen Saison. Dann wird er wieder kostümiert im Elferrat sitzen, in den Ruf „Sperenberg – Helau!“ einstimmen, das eine oder andere Bierchen trinken und Konfetti in die feiernde Menge werfen. „Irgendwann“, sagt er, „baue ich mal eine Konfettikanone für meinen Klub – ganz bestimmt.“

Von Frank Pechhold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg