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Wolfgang Scholz tritt als Ehrenvorsitzender der Sternwarte zurück

Dahlewitz Wolfgang Scholz tritt als Ehrenvorsitzender der Sternwarte zurück

Monatelang schon gärt es im Verein der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz. Vorstand und Ehrenvorsitzender liegen in der Frage eines neuen Teleskops über Kreuz. Nun hat der Vereinsgründer und Ehrenvorsitzende Wolfgang Scholz entnervt aufgegeben und tritt von seinem Posten zurück.

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Wolfang Scholz (l.) und Klaus Piepenhagen wollen das derzeitige Teleskop in der Dahlewitzer Sternwarte behalten.

Quelle: Christian Zielke

Dahlewitz. Wolfgang Scholz ist nicht mehr Ehrenvorsitzender des Vereins Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz. In einem Schreiben, das der MAZ vorliegt, hat er Ende voriger Woche seinen Rückzug aus dem Vereinsvorstand erklärt.

Konsequenz aus monatelangem Streit

Damit zieht der 82-Jährige die Konsequenzen aus dem monatelangen Streit um das Teleskop in der Sternwarte der Herbert-Tschäpe-Oberschule. Der Vereinsvorstand hat sich einstimmig für die Anschaffung eines neuen Teleskops durch die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow stark gemacht, weil der Spiegel des jetzigen Gerätes blinde Flecken habe. „Damit ist keine punktgenaue Beobachtung möglich“, sagt Michael Wenzel, der Vereinsvorsitzende. Ein neuer Spiegel sei bei dem rund 50 Jahre alten Gerät, das eine Leihgabe der Berliner Foerster-Sternwarte ist, zu aufwendig und zu teuer.


Dem widersprechen Wolfgang Scholz und der technische Leiter der Sternwarte Klaus Piepenhagen. Sie halten die Anschaffung eines neuen Teleskops für unnötig. Das avisierte Gerät sei technisch sogar ungeeignet, vermutet Piepenhagen, da es möglicherweise ein neues Fundament benötigt. 2010 hatte Wolfgang Scholz von der Foerster-Sternwarte ein Angebot in Höhe von 1000 Euro für die Neubelegung des Spiegels erhalten. Im aktuellen Haushalt der Gemeinde sind hingegen 90 000 Euro für ein völlig neues Teleskop eingestellt. Das Geld steht derzeit noch unter Sperre und kann nur mit Beschluss der Gemeindevertretung freigegeben werden. Dafür möchte Andreas Buch sorgen, der mit seiner CDU-Fraktion vor einem Jahr den Antrag für das neue Teleskop eingebracht hatte und der angesichts des Streits im Verein immer wieder mit dem Gedanken gespielt hat, diesen zurückzuziehen. „Ich lasse mich nicht durchs Dorf treiben“, sagt er. Nun will er zusammen mit dem Verein einen Antrag an die Gemeinde zur Neuanschaffung stellen.

Vereinsmitglied wirft Scholz Stimmungsmache vor

Hinter den Kulissen ist der Streit ums Teleskop immer weiter eskaliert. Vereinsmitglied Uwe Schierhorn wirft Wolfgang Scholz Stimmungsmache und nennt dessen Verhalten vereinsschädigend. Scholz kontert: Auf Vorstandssitzungen im Mai und im August habe er sich „wie bei der Inquisition gefühlt“.

Der frühere Astronomielehrer hält das neue Gerät nicht nur für überflüssig sondern auch die Vorstandsmitglieder mit dessen Installation und Benutzung für überfordert – ein Vorwurf, den Michael Wenzel zurückweist: „Wir haben drei Astronomielehrer im Verein. Da ist genug Sachverstand.“ Mit dem neuen Teleskop will man das Thema Astronomie für Schüler attraktiver machen und auch Rollstuhlfahrern ermöglichen, die Sterne zu beobachten. Sie können dank W-Lan im Astronomiekabinett im Erdgeschoss verfolgen, was das Teleskop in der Sternwarte auf dem Schuldach vor die Linse bekommt. Natürlich gehe es auch darum, mehr Leute für die Arbeit im Verein begeistern und die Mitgliederzahl von derzeit 40 weiter zu steigern.

Bürgermeister plädiert für Nutzung von vorhandenem Teleskop

„Es ist blamabel, wie hier versucht wird, der Gemeinde Geld aus dem Kreuz zu leiern, damit ein paar Leute ihrem Hobby nachgehen“, sagt Wolfgang Scholz. Auch Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) sieht eine Alternative zum neuen Teleskop. Er könnte sich vorstellen, eine Einhausung für ein Teleskop zu bauen, das die Gemeinde vor Jahren angeschafft hat und das seitdem fast ungenutzt herumliegt.

Von Christian Zielke

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