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Teltow-Fläming Wolfswelpe will nicht fressen
Lokales Teltow-Fläming Wolfswelpe will nicht fressen
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15:04 11.03.2017
Tierärztin Katharina Bergmann röntgt den narkotisierten jungen Wolf. Julian Dorsch (M.) assistiert. Quelle: Andreas Staindl
Baruth

Ein junger Polarwolf im Wildpark Johannismühle ist krank. Was dem Welpen fehlt, ist noch unklar. Der Welpe sondert sich von den anderen Wölfen im Gehege ab und er frisst nicht. Als der junge Polarwolf ein Fleischstück verspeisen wollte, hat er offenbar vor Schmerzen davon abgelassen wie der Tierpfleger Christian Mosler erzählt. Doch warum? Was ist die Ursache? Ärgert ein kranker Zahn den Wolf? Steckt ein Fremdkörper im Maul? Ist eine Entzündung schuld?

Blutuntersuchungen vor ein paar Tagen hatten keine Erkenntnisse gebracht, wie Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch berichtet. Der Gesundheitszustand des Welpen blieb unverändert.

Untersuchung von Maul und Zähnen. Quelle: Andreas Staindl

Deshalb gab es am Freitag eine zweite Untersuchung. Die Tierärztin Katharina Bergmann aus dem Baruther Ortsteil Mückendorf rückte an. Sie hatte ihre mobile Röntgenstation dabei. Aufnahmen können sofort auf dem Bildschirm begutachtet werden.

Doch ein Wolf lässt sich nicht so einfach röntgen. Er muss in Vollnarkose gelegt werden. Julian Dorsch hatte diese Aufgabe übernommen. Er präparierte das Narkose-Gewehr, ging dann mit weiteren Mitarbeitern des Wildparks in das Gehege. Ein Problem ist das nicht, die Polarwölfe sind an Menschen gewöhnt. Wie aber treibt man den kranken Wolf dem Schützen quasi in die Arme, zumindest in dessen Nähe, sodass ein gezielter Schuss möglich ist? Mit viel Laufarbeit und Erfahrung, aber auch mit einer Portion Glück. Nach etwa fünf Minuten knallt es zum ersten Mal. Julian Dorsch hatte abgedrückt. Nach weiteren sieben Minuten war klar: Es war kein Wirkungstreffer. Der junge Welpe lief zwar deutlich langsamer, blieb auch mal stehen und schaute, doch er fiel nicht.

Diskussion über die Röntgenbilder am Computer. Quelle: Andreas Staindl

Also noch mal rein mit dem Narkose-Gewehr. Die Wölfe ahnten wohl was passieren sollte und machten einen großen Bogen um die Mitarbeiter und um den Schützen erst recht.Sie liefen am Zaun entlang – immer knapp außer Reichweite. Das Spiel wiederholte sich mehrmals. Zwischendurch hatte sich der kranke Welpe auch mal in einer Höhle verkrochen, blieb dort aber nicht lange. Etwa sechs Versuche waren nötig, bis er von der Narkose-Spritze getroffen war.

Nach 40 Minuten wirkte die Narkose

Etwa 40 Minuten nach dem ersten Schuss und wenige Sekunden nach dem entscheidenden Treffer legte sich der Polarwolf hin. Er war jetzt narkotisiert. Die Tierpfleger konnten ihn nun in die Nähe des Eingangs tragen. Dort wartete schon die Tierärztin. Sie machte mehrere Röntgenaufnahmen von dem Welpen, schaute ihm ins Maul, guckte sich die Zähne näher an – fand aber kein größeres Problem.

Auch nach weiteren Aufnahmen gab es keine stichhaltige Diagnose, was dem jungen Wolf wohl fehle. Inzwischen wurde nicht nur sein Kopf von allen Seiten, sondern auch sein Hals geröntgt. Liegt das Problem vielleicht in der Luftröhre? Auch diese Annahme bestätigte sich vor Ort nicht.

Röntgenaufnahmen werden zu Experten geschickt

Das mit dem Wildpark kooperierende Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin konnte nach Begutachtung der Röntgenbilder Julian Dorsch zufolge ebenfalls keine Auffälligkeiten feststellen. Der Geschäftsführer will die Aufnahmen deshalb weiteren Experten zur Verfügung stellen. „Wir bleiben dran und suchen weiter nach der Ursache, warum der Welpe nicht frisst und sich von den anderen Wölfen absondert. Zudem haben wir ihn mit Medikamenten versorgt“, sagt Dorsch, „wir hoffen, dass sich sein Gesundheitszustand verbessert. Wenn nicht, werden wir eine Computertomografie im IZW in Berlin durchführen lassen.“

Der kranke Polarwolf wurde im Mai 2016 geboren. Seine Eltern leben mit im Gehege im Wildpark Johannismühle. Einen Namen hat der junge Wolf noch nicht. Dafür hat er aber Menschen in seiner Nähe, die sein Leiden bemerkt haben und ihm helfen wollen.

Von Andreas Staindl

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