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Wünsdorfer Laternen stören Radler

Neue Lampen sorgen für Ärger Wünsdorfer Laternen stören Radler

Bisher standen die Laternen in der Wünsdorfer Straße „Zum Bahnhof“ direkt an den Grundstückszäunen. Nun aber wurden die Nachfolger-Leuchten im Auftrag der Stadt Zossen mitten auf dem von Radfahrern genutzten Wegstreifen aufgestellt. Das leuchtet Anwohner Klaus Otto nicht ein. Weil er auch mit der Antwort aus dem Rathaus unzufrieden ist, wandte er sich an die MAZ.

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Anwohner Klaus Otto versteht nicht, warum die neuen Straßenleuchten mitten auf dem Radwegstreifen aufgestellt wurden.

Quelle: Frank Pechhold

Wünsdorf. Neue Laternen wurden in der Wünsdorfer Straße „Zum Bahnhof“ von der Schranke bis zum Mochweg aufgestellt. Aber die zehn modernen Leuchten stehen nicht wie die acht alten direkt am Grundstückszaun, sondern mitten auf dem als Radweg genutzten 400 Meter langen Streifen. Das will Anwohner Klaus Otto nicht einleuchten. Aus der Zossener Stadtverwaltung erhielt er eine aus seiner Sicht unbefriedigende Antwort. Deshalb wandte er sich mit der Bitte an die MAZ, die Situation zu erhellen.

„Hoffentlich ist das kein verspäteter Aprilscherz“, so Klaus Otto Dienstag bei einem Vor-Ort-Termin. Andernorts werde für den Bau von Radwegen viel Geld ausgegeben. Hier verbaue man den Radlern den Weg und zwinge sie zu Slalomfahrten um Straßenlampen. Überall sonst in Wünsdorf, wo neue Laternen stünden, sei das nicht so. „Dort stehen die Laternen am Wegesrand oder dort, wo sie die Leute nicht stören.“

Alte Laternen stehen auf privatem Grund und Boden

Weil Klaus Otto wissen wollte, warum die neuen Laternen vor seiner Haustür Radfahrern im Weg stehen müssen, rief er im Rathaus an. „Am Telefon hat mir ein Mitarbeiter erzählt, dass man die neuen Lampen nicht am Zaunrand aufstellen durfte, weil die Hälfte des Bürgersteiges den Grundstückseigentümern gehört.“ Davon hört Otto, der seit 1958 in Wünsdorf wohnt, zum ersten Mal. Folglich haben die alten Laternen jahrzehntelang auf privatem Grund und Boden gestanden.

Das bestätigte Stadtsprecher Fred Hasselmann der MAZ auf Anfrage. „Tatsächlich ist es so, dass beim Neubau – in diesem Fall von Straßenlaternen – vorher die Eigentumsverhältnisse geklärt werden und die Fläche genau vermessen wird“, so Hasselmann. Das sei anders als zu DDR-Zeiten geschehen. Damals habe man die Lampen irgendwo hin gebaut. Infolgedessen habe es später das Problem gegeben, „dass Lampen auf Privatgrundstücken standen und diese daher zum Teil nicht repariert wurden“. Solchen Schwachsinn lasse die Stadt nicht mehr zu. „Im konkreten Fall ist es wohl so, dass das private Grundstück bis zur Mitte des Gehwegs reicht“, so Hasselmann. Die Lampen hätten also nur auf dem der Stadt gehörenden Teil des Gehwegs errichtet werden können. Das wiederum hätte zu einer Behinderung von Fußgängern, Müttern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geführt. Da ein Sicherheitsabstand von 50 Zentimetern zwischen Laterne und Straße vorgeschrieben sei, habe man nur die Möglichkeit gehabt, die Lampen auf den offiziell nicht als solchen ausgewiesenen Radweg zu stellen.

Anwohner unterbreitet zwei Lösungsvorschläge

Mit dieser Auskunft ist Klaus Otto nicht zufrieden. „Das ist eine fadenscheinige Ausrede. Da hätte man sicher eine andere Lösung finden können, die allen Beteiligten gerecht wird.“ Diesbezüglich bringt er zwei Lösungsvorschläge ins Gespräch. Der erste Vorschlag lautet wie folgt: Otto zufolge sei der Bürgersteig 1,70 Meter und der Radwegstreifen 1,30 Meter breit. Eine Steinkante trenne Geh- und Radweg. „Warum hat man die neuen Laternen nicht dort hin gesetzt, wo die Kante ist? Dann hätten die Fußgänger den Bürgersteig und die Radfahrer ihren Weg weiter nutzen können.“

„Man hätte natürlich auch mit den Anwohnern darüber reden können, ob sie etwas dagegen haben, dass auch die neuen Laternen direkt an ihren Grundstückszäunen stehen“, erläutert Otto seinen zweiten Vorschlag. Er jedenfalls hätte eine entsprechende Erklärung sofort unterschrieben, auch wenn ihm laut Auskunft der Stadt die Hälfte des Bürgersteiges gehören sollte. Nun hofft Otto, „dass man im Rathaus den Mut hat und die Laternen noch mal umsetzt“.

Von Frank Pechhold

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