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Teltow-Fläming Würfel mit Pioniergeist
Lokales Teltow-Fläming Würfel mit Pioniergeist
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20:28 17.09.2015
Der Geschäftsführer von Rolls-Royce Dahlewitz, Rainer Hönig (l.) mit Standort-Gründer Günter Kappler Nach diesem wurde das neue Gebäude benannt. Quelle: : Zielke
Dahlewitz

Wenn Günter Kappler über das Gelände des Rolls-Royce-Werks in Dahlewitz geht, wird er alle paar Sekunden angesprochen. „Schön, dass Sie da sind“, heißt es da oft mit einer Mischung aus Bewunderung und Ehrfurcht in der Stimme. Die, die dem 76-Jährigen auf die Schulter klopfen und umarmen wissen, dass sie ihm viel zu verdanken haben. Ohne Günter Kappler würden sie nicht bei einem der wichtigsten Unternehmen der internationalen Luftfahrtindustrie arbeiten.

Günter Kappler hat sich Anfang der 1990er Jahre als Geschäftsführer von Rolls Royce für die Ansiedlung in Dahlewitz stark gemacht. Zum Dank benannte das Unternehmen jetzt sein neues Verwaltungsgebäude nach ihm: den Günter-Kappler-Cube. In dem Würfel sind nicht nur die Kantine und eine Caféteria untergebracht, dort haben auch bis zu 450 Beschäftigte Platz zum Arbeiten. Viele der neu eingestellten Ingenieure für die Ultrafan-Triebwerke, die 2025 auf dem Markt kommen und 25 Prozent weniger Energie verbrauchen, sitzen dort in großen Büros. In jedem Quadratzentimeter gibt es W-Lan, wer Ruhe braucht, kann sich in kleine Studienzimmer zurückziehen. Zum Start-up-Gefühl fehlt nur noch der zentral stehende Kicker-Tisch.

Hintergrund

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach Baubeginn ist der 14 Millionen Euro teure Günter-Kappler-Cube fertig geworden. Das Gebäude bietet eine Nutzfläche von 7200 Quadratmetern.

Die Idee zu dem Namen stammt von Thomas Heckel. Der 38-Jährige ist Ingenieur für Werkstoffe. Sein Namensvorschlag war einer von insgesamt 140 aus der Belegschaft und wurde mit 30 Prozent gewählt.

In der Kantine mit 500 Sitzplätzen werden 2000 Mahlzeiten am Tag an die 2300 Beschäftigten ausgeteilt.

Der große Name ihres Arbeitsplatzes soll an den Pioniergeist der frühen 1990er Jahre erinnern, als Günter Kappler einer der wenigen waren, die sich vorstellen konnten, auf der grünen Wiese im Brandenburger Niemandsland hochkomplexe Flugzeugtriebwerke zu bauen. „Fast alle haben mir gesagt ,Lass das wird nichts’“, erinnert er sich. Doch er hat immer an Dahlewitz geglaubt. „Ich wollte einen Standort, von dem aus ich auf die Autobahn spucken kann.“ An nur einem Abend hatte er die Bürger und Politiker von Dahlewitz auf seiner Seite. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir anders sind, als sie es in der DDR gewohnt waren.“ Seine Erfahrung aus dem sozialistischen Rumänien, wo er bis 1960 lebte, half ihm dabei.

Viele Mitarbeiter, die er als Geschäftsführer von der Konkurrenz abwarb, arbeiten heute noch in Dahlewitz. Rainer Hönig, der derzeitige Geschäftsführer war damals Student bei Günter Kappler. „Ohne ihn wären wir heute nicht hier“, sagt Rainer Hönig.

Das nach seinem Vorgänger benannte Gebäude stehe für eine moderne Arbeitskultur: vernetzt, flexibel und effektiv. Ein solcher Ort für Visionen ist ganz nach dem Geschmack von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Er versprach: „Die Landesregierung steht Rolls Royce auch in Zukunft mit allen Möglichkeiten zur Seite.“

Von Christian Zielke

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