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Teltow-Fläming Wunsch nach Fahrrädern und Fernsehern
Lokales Teltow-Fläming Wunsch nach Fahrrädern und Fernsehern
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00:29 06.09.2015
Wer ein Fahrrad übrig hat, kann es der Flüchtlingshilfe in Jüterbog spenden. Quelle: Robert Röske
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Jüterbog

Sechs Quadratmeter Wohnfläche – das ist Alltag für Asylbewerber in Jüterbog. Aufgrund der knappen Unterbringungsmöglichkeiten im Land wurde die Mindestfläche vor wenigen Wochen noch weiter heruntergesetzt. Über die Lebensstandards und Bedürfnisse der Flüchtlinge in Jüterbog informierte am Dienstagabend Heimleiterin Christine Geister.

Alle sechs bis acht Wochen treffen sich in der Wohnanlage im Waldauer Weg engagierte Bürger. Beim Runden Tisch Asyl am Dienstag waren auch neue Gesichter dabei. „Wir sind heute hier, weil wir einfach mal wissen wollten, wie wir helfen können“, sagten zwei Frauen aus Jüterbog.

Informationen zu Hilfeleistungen gab es aus erster Hand von Heimleiterin Christine Geister. „Kleidung brauchen wir so gut wie gar nicht“, erklärte sie. Konkret nachgefragt werden von den Asylbewerbern hingegen Fahrräder. „Auch über Fitnessgeräte oder eine Tischtennisplatte würden sie sich freuen“, sagte Geister.

Dass den Flüchtlingen wegen des mehrmonatigen Arbeitsverbotes die Beschäftigung fehlt, wurde am Runden Tisch schnell deutlich. „Alle Bewohner würden sich auch über einen Fernsehanschluss freuen. Das kann sich der Betreiber aber nicht leisten“, sagte die Heimleiterin. Dabei würde ein Fernseher nicht nur Ablenkung bringen, sondern gleichzeitig die Sprachkenntnisse fördern. „Immerhin wohnen hier auch Kinder, die in Jüterbog zur Schule gehen, ohne Deutsch zu können“, berichtete sie. Sprachkurse gibt es für die über 120 Bewohner nur auf niedrigem Niveau und mit begrenzten Kapazitäten.

Hintergrund

Im Jüterboger Heim im Waldauer Weg sind 121 von 125 Plätzen belegt. Unter den Bewohnern aus 21 Nationen sind sieben Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahre. Zur Ausstattung der 48 Zimmer gehören je mindestens zwei Betten, ein Spint pro Bewohner sowie Stühle, ein Kühlschrank und ein Tisch. Außerdem gibt es eine Küche mit zehn Herden und Gemeinschaftsduschen.

Das Wohnheim im Ahornweg in Altes Lager wird Platz für 60 Personen bieten. Die Bewohner werden voraussichtlich überwiegend Männer sein. Die Zimmer sind mit einer Kochnische und eigenen Duschen und WCs ausgestattet.

In das Heim im Quellenhof können weitere 57 Flüchtlinge untergebracht werden.

Sachspenden sollten in jedem Fall mit einem Heimleiter abgesprochen werden. Der nächste Runde Tisch Asyl findet am 6. Oktober um 17.30 Uhr im Waldauer Weg 11a statt.

Viel hilfreicher als materielle Spenden wären laut Pfarrerin Mechthild Falk Zuwendungen in Form von Patenschaften. „Ein Modell, das in Luckenwalde super läuft, sind Lesepaten“, sagte sie. „Das können zum Beispiel Rentner sein, die Zeit haben und mit den Schülern den Stoff nach dem Unterricht noch einmal durchgehen“, erklärte die Pfarrerin.

Erfahrungen mit einer Patenschaft hat auch Ines Fürstenau-Ellerbrock. Die Gemeindepfarrerin von Niedergörsdorf unterstützte eine Familie in Luckenwalde. „Dabei braucht man gar nicht ständig vor Ort sein“, berichtete sie beim Runden Tisch. In den kommenden Tagen und Wochen wird sich die Pfarrerin aber anderen Flüchtlingen zuwenden müssen. Die Eröffnung des Übergangswohnheims in Altes Lager steht kurz bevor. „Wir sind schon in Kontakt mit dem Wachschutz“, erzählte Fürstenau-Ellerbrock. Wie viele Flüchtlinge genau in Altes Lager untergebracht werden und wann die Mehrheit von ihnen ankommt, steht noch nicht fest. „Wir wissen auch nicht, wer der Betreiber des Heims ist und haben deswegen keinen Ansprechpartner“, sagte sie.

Ähnlich ist die Situation auch beim Übergangswohnheim auf dem Quellenhof. „Termin ist derzeit der 15. September“, berichtete Nadine Fischer vom Betreiber Campanet. Dort wird für die Flüchtlinge ein niedrigerer Standard als im Waldauer Weg erwartet. „Es wird nur zwei Herde geben, die in einem Gebäude stehen, das nur über den Hof zu erreichen ist“, erklärte die fachkundige Mitarbeiterin und engagierte Jüterbogerin. Sie kritisierte die Versprechungen des Landkreises: „Die Telefonate klingen, als wäre immer Weihnachten, aber gemacht wird nichts.“

Von Victoria Barnack

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