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Teltow-Fläming Xavier lässt den Fläming wanken
Lokales Teltow-Fläming Xavier lässt den Fläming wanken
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20:42 05.10.2017
Ein Baum ist in der Gottower Straße in Luckenwalde auf ein Wohnhaus gekracht – zum Glück wurde niemand verletzt. Quelle: Margrit Hahn
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Teltow-Fläming

Im Süden von Teltow-Fläming hat der Sturm Xavier am Donnerstagnachmittag für Schäden und insbesondere Verkehrsbehinderungen gesorgt.

Bewohner war nicht zu Hause, als der Baum herabkrachte

Den wahrscheinlich dramatische Sturmschaden erlebte Reinhard Kröger in Luckenwalde. Eine Feldulme krachte auf sein Haus in der Gottower Straße. „Ich war mit dem Auto unterwegs und wollte mit meiner Tochter zum Friseur“, sagt der Luckenwalder, der seit 15 Jahren in der Gottower Straße wohnt. Er hatte sich schon vor zwei Jahren an die Stadtverwaltung gewandt, weil er sah, dass der riesige Baum auf dem Gehweg so trockene Äste hatte. „Ich habe immer wieder angerufen und nachgefragt, weil ich mir Sorgen gemacht habe, dass er umstürzen könnte“, so Kröger. Er hatte befürchtet, dass durch die Straßen- und Gehwegbauarbeiten die Wurzel beschädigt wurde. Und jetzt ist es passiert. Der etwa 20 Meter hohe Baum mit einem Stammdurchmesser von über einem Meter krachte auf das Dach.

Das Haus von Reinhard Kröger in Luckenwalde wurde unter dem Baum fast begraben. Quelle: Margrit Hahn

Wegen des Sturmes konnte die Feuerwehr nicht viel ausrichten. Zudem muss ein Statiker prüfen, ob das Haus weiterhin bewohnbar ist. Fest steht, dass die Giebelspitze eingedrückt ist. Reinhard Kröger ließ sich nicht dazu überreden vorübergehend auszuziehen. Allerdings hatte er keinen Strom und auch die Heizung blieb kalt. Trotzdem ist er froh, dass niemandem etwas passiert ist, weder ihm noch seiner behinderten Tochter. Auch der Berner Sennenhund hat den Sturmschaden gut überstanden.

In der Frankenfelder Straße in Luckenwalde fiel ein Ast auf eine Stromleitung. Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwaldes Stadtbrandmeister Jens Reichwehr hatte Stadtalarm ausgelöst. Alle Ortswehren wurden alarmiert und mussten ausrücken. Es gab Einsätze im Minutentakt. In der Jänickendorfer Straße war ein dicker Ast eines Straßenbaums abgebrochen, beschädigte zwei Pkw und versperrte die Fahrbahn. Nicht weit auseinander lagen zwei weitere Einsatzorte: Am Ende der Heinrich-Zille-Straße/Ecke Weinberge/Frankenfelder Straße war ein Baum auf die Straße gefallen und musste zersägt werden. Etwa 100 Meter weiter in der Frankenfelder Straße war ein weiterer Baum in die Stromleitung gefallen. Dabei wurden auch Telefonmasten umgerissen.

Gefällter Baum in einem Garten in der Luckenwalder Gartenstraße. Quelle: Hartmut F. Reck

Auch Auf dem Sande war ein großer Ast abgebrochen, lag auf der Straße, konnte aber relativ schnell beiseite geräumt werden. In verschiedenen Gärten hielten viele Bäume dem Sturm nicht Stand, wie in der Gartenstraße, wo auf dem Gelände des Verwaltungssitzes der Wohnbaugenossenschaft ein Baum entwurzelt wurde.

Im Graben an der B102 landete dieses Auto. Quelle: Peter Degener

Auf der Bundesstraße B102 kam es zwischen Dahme und Jüterbog zu verstärkten Behinderungen durch Äste auf der Fahrbahn. Ein Autofahrer geriet zwischen Hohengörsdorf und Werbig von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben. „Insgesamt ist es aber noch entspannt“, sagte Matthes Wilke, Ortswehrführer von Hohenseefeld.

Dieses Dach in Jüterbog wurde teilweise abgedeckt. Quelle: Isabelle Richter

In Niedergörsdorf kam der erste Alarm um 15.59 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine technische Einsatzleitung zur Koordination eingerichtet. Kurz vor 18 Uhr waren zehn Fahrzeuge aus sechs verschiedenen Feuerwehren im Einsatz. „Es geht flächendeckend nur um umgestürzte Bäume und Äste“, sagte Gemeindewehrführer Patrick Bellin. Auf der Dennewitzer Straße zwischen Jüterbog und Rohrbeck kam es zum Stau, weil in Rohrbeck mehrere Eichen umgestürzt waren. Die Verbindungsstraße musste zur Beräumung gesperrt werden. Bis zum frühen Abend rückten die Wehren zu 20 größeren Einsätzen aus.

Transporter bei der Fahrt von stürzendem Baum erwischt

In Niederer Fläming hatte sich die Feuerwehr sogar auf deutliche mehr Einsätze eingestellt. Zwei Verkehrsunfälle wurden registriert. Neben einem PKW, der auf der B102 in den Graben geriet, rückte die Feuerwehr auch nach Welsickendorf aus, wo ein Transporter während der Fahrt von einem Baum getroffen wurde. Der Fahrer blieb aber unverletzt. „Wir sitzen noch auf Bereitschaft, solange die Unwetterwarnung gilt“, sagte Hohenseefelds Ortswehrführer Matthes Wilke am frühen Abend.

Die Straße von Thyrow nach Siethen war unpassierbar. Quelle: Feuerwehr Trebbin

In Trebbin und den umliegenden Ortsteilen zählte Stadtbrandmeister Silvio Kahle bis zum frühen Abend mehr als 40 Einsätze, wobei noch nicht alle Meldungen eingegangen waren. 60 Kameraden waren mit 15 Fahrzeugen unterwegs, um die Schäden zu beseitigen. „Wir haben unendliche viele Bäume von der Straße geholt“, so Kahle. Die Straße von Thyrow nach Siethen war komplett gesperrt. Auch Telefonmasten und eine Hochspannungsleitung hatten den Sturm nicht überstanden, wodurch es in etlichen Ortschaften zu Stromausfällen gekommen ist. Vermutlich auch in Nuthe Urstromtal, dort gestern Nachmittag und in den Abendstunden sämtliche Leitungen tot.

Leider hatten eine Anwohner in Jüterbog ihre Mülltüten schon zum Abholen bereit gestellt. Quelle: Peter Degener

Im Innenstadtbereich von Jüterbog gab es bis 18 Uhr neun Einsätze. Das Dach eines Wohnhauses in der Herzberger Straße am Jüterboger Neumarkt wurde von starken Windböen teils abgedeckt. Die Feuerwehr war machtlos, weil die Drehleiter bei solchen Windstärken nicht eingesetzt werden darf. In der Straße Planeberg stürzte ein Baum um. Zudem hatten viele Anwohner ihre Wertstoffbeutel zum Abholen bereit gestellt – diese rissen im Wind auf und an vielen Stellen flog der Plastikmüll herum. „Die B101 wurde durch die Feuerwehr Kloster Zinna beräumt. Alles andere sehen wir morgen, wenn es hell ist. Dann werden hier noch einige Anrufe eingehen“, sagte Robert Preuß von der Jüterboger Feuerwehr.

Von Peter Degener, Isabelle Richter, Margrit Hahn, Hartmut F. Reck und Alexander Engels

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