Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Immer mehr Menschen gehen zur Zossener Tafel
Lokales Teltow-Fläming Immer mehr Menschen gehen zur Zossener Tafel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 13.08.2014
Bürgerarbeiterin Silvia Suhr aus Wünsdorf gibt in der Zossener Tafel Kisten mit Lebensmitteln an bedürftige Menschen aus. Quelle: Frank Pechhold
Zossen

Gut gefüllte Zuckertüten, schicke Schulmappen, prall bestückte Federtaschen und modisches Sportzeug können sich bedürftige Mütter und Väter für ihre Abc-Schützen nicht leisten. All das kostet viel Geld. Das sitzt in den Familien, die von der Zossener Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden, nicht locker. „Deshalb bitten wir gemeinsam mit dem Real-Markt in Wildau um Spenden, um rund 40 bedürftigen Erstklässlern den ersten Schultag etwas zu versüßen“, sagt Tafel-Leiter Ricardo Schewe.

Marktleiter Jörg Winkler, Real-Mitarbeiterin Gabriele Digulla und Zossens Tafel-Leiter Ricardo Schewe (v.l.) zeigen gespendete Schulsachen. Quelle: Pechhold

Zweimal die Woche zum Einkauf gehen

Dass diese Mädchen und Jungen Unterstützung brauchen, weiß Schewe aus seinen Unterlagen. „Alleinstehende oder Eltern, die zu uns kommen, müssen ihre Bedürftigkeit nachweisen.“ Als Nachweis genügen Hartz IV-, Arbeitslosigkeits-, Renten- oder andere Einkommensbescheide. Daran sieht Schewe, wie viele Kinder in den 3000 bis 3500 im Monat versorgten, bis zu zwölf Personen zählenden Familien leben. Aktuell sind es 140 Schüler im Grund- und Oberschulalter sowie knapp 40 Schulanfänger, bei denen zu Hause Gemüse, Obst, Käse, Wurst, Brot und andere Lebensmittel von der Zossener Tafel täglich auf den Tisch kommen. „Wir bieten unseren Kunden an, zweimal die Woche zu uns zu kommen“, sagt Ricardo Schewe. Die Abgabe der von den 17 ehrenamtlich und elf geringfügig beschäftigten Mitarbeitern vorbereiteten Lebensmittelkisten im Warenwert von 20 bis 30 Euro erfolgt nach Größe der Familien. „Wir geben hier nicht Lebensmittel erster oder zweiter Wahl für wenig Geld ab, sondern sortierte Waren, die ich guten Gewissens selber verzehren würde“.

Schulsachen spenden

  • Schulsachen für Abc-Schützen aus bedürftigen Familien stehen im Mittelpunkt einer Spendenaktion, die noch bis zum 23.August im Wildauer Real-Markt läuft. Dort werben Vertreter der Tafeln Zossen und Königs Wusterhausen am 16.August von 14 bis 17 Uhr für die gute Sache.
  • Kunden können Artikel ihrer Wahl in der Schreibwaren-Abteilung kaufen und am Informationspunkt abgeben.
  • Pünktlich zum Schulbeginn werden die Spenden an die Tafel übergeben.

Mitarbeiter schauen täglich bei Partnersupermärkten vorbei

Aktuell spenden rund 25 Supermärkte und einige kleinere Läden der Zossener Tafel ihre Produkte, deren Haltbarkeit bald abläuft. „Lidl ist einer unserer größten Sponsoren“, sagt Ricardo Schewe. Auch die Real-Märkte Wildau und Rangsdorf seien verlässliche Partner. „Wobei wir uns die von Real in Wildau gespendeten Waren mit der Tafel in Königs Wusterhausen teilen.“

Täglich werden die Partnersupermärkte mit zwei Autos angefahren. Das eine ist ein 2012 vom Mercedes-Werk Ludwigsfelde gesponserter Transporter vom Typ Vito, das andere ein 2009 von Real übergebenes Kühlfahrzeug. „Das Kühlfahrzeug hat fast 300000 Kilometer auf dem Tacho“, sagt Ricardo Schewe und denkt mit Sorge an den nächsten Tüv-Termin. Der Tafel-Chef hofft, dass beide Wagen noch lange zuverlässig rollen. „Das ist für uns das A und O.“

Fünf bis zehn Neuanmeldungen pro Tag

Jährlich legen die beiden Autos insgesamt rund 100000 Kilometer. zurück. Täglich sind sie auf zwei festen Touren auf Achse. Eine Abholtour umfasst den Südberliner Bereich, reicht von Lichtenrade über Schönefeld bis Buckow. An der zweiten Abholtourstrecke liegen beispielsweise Kleinmachnow, Trebbin, Wünsdorf und Baruth. Selbst aus diesen relativ weit entfernten Orten kommen Kunden zur Tafel nach Zossen. Die meisten wohnen aber in der näheren Umgebung. „Unser Einzugsbereich endet an der Stadtgrenze von Königs Wusterhausen, denn dort gibt es selbst eine Tafel“.

Schewe zufolge sind die meisten Kunden sehr zufrieden damit, dass es die Zossener Tafel gibt. Dort hat er 2007 als vom Jobcenter vermittelter 1,30 Euro-Arbeiter angefangen. Seit Dezember 2010 leitet der 39-Jährige die unter dem Dach des Arbeitslosenverbandes Brandenburg beheimatete soziale Einrichtung. „Zurzeit melden sich täglich fünf bis zehn Bedürftige neu bei uns an“, erzählt er.

Von Frank Pechhold

Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 13. August - Sechsjähriger vom Auto erfasst

+++ Luckenwalde: Sechsjähriger vom Auto angefahren und zur Beobachtung im Krankenhaus +++ Rangsdorf: VW-Bus vom Mieterparkplatz gestohlen +++ Altes Lager: Reh gegen Auto +++ Luckenwalde: Betrunkener Mann auf dem Drahtesel unterwegs +++

13.08.2014
Dahme-Spreewald MAZ-Serie "Sommer-Spritztour": Unterwegs mit einem Solarboot - Sonnenbetriebene Veranda auf See

Quadratisch, praktisch, sonnenbetrieben: Eberhard Bulisch nutzt die Sonnenenergie, um mit seinem Katamaran die Teupitzer Seenkette zu befahren. Die schwimmende Veranda gleitet dabei gemächlich über das Wasser. MAZ-Reporterin Aileen Hohnstein ist auf eine kleine Spritztour eingestiegen.

13.08.2014
Teltow-Fläming Rollerfans wollen altes Lied neu einspielen - Akustische Geschichte vom "Pitty"-Lied

Die Rollerfans in Ludwigsfelde möchten eine Geschichte erzählen - die vom "Pitty"-Lied. Der Rollertyp hatte einst einen eigenen Song. Noten und Text waren schwer zu finden. Nun soll das Lied neu eingespielt werden und Erfolg bei der 15. Auflage des IWL-Rollertreffens bringen.

13.08.2014