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Zeitzeugen erinnern sich

Weltkriegs-Ausstellung in Luckenwalde Zeitzeugen erinnern sich

Wie sich der Zweite Weltkrieg in und auf Luckenwalde ausgewirkt hat, zeigt ab 2. September eine Ausstellung im Heimatmuseum. Fünf noch lebende Luckenwalder Zeitzeugen erinnern sich. Darunter befindet sich auch Ursula Rothenburg, die eine bewegende Geschichte parat hält.

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Ursula Rothenburg übergibt Roman Schmidt historische Fotos.

Quelle: Wenke

Luckenwalde. Ursula Rothenburg (88) wird heute noch sentimental, wenn sie an die Weihnachtstage im Jahr 1945 denkt. Als blutjunge Luckenwalder Krankenschwester hatte sie vor 70 Jahren in der Nacht zum Heiligabend auf einem Flüchtlingstransport einem Baby auf die Welt geholfen. Seitdem hat sie nie wieder etwas von dem kleinen Mädchen gehört.

Ursula Rothenburg gehört zu den fünf Luckenwalder Zeitzeugen, die mit ihren Erinnerungen ganz entscheidend zur neuen Ausstellung „Zweiter Weltkrieg in Luckenwalde!?“ beigetragen haben. Sie wird am 2. September im Heimatmuseum eröffnet. Initiator und Museumsleiter Roman Schmidt hat viel Zeit und Herzblut investiert. „Wir haben den Eröffnungszeitpunkt nicht zufällig gewählt. Überall wird der 8. Mai als Tag der Befreiung propagiert, aber erst am 2. September war der Zweite Weltkrieg wirklich zu Ende“, sagt Schmidt.

Auf über 30 Tafeln wird Kriegsgeschichte in Luckenwalde aufgezeigt. Es geht um Fliegerangriffe, um die Befreiung, um Todesanzeigen in der Zeitung und um viele persönliche Schicksale. „Nachweislich gab es 669 gefallene Soldaten aus Luckenwalde, sie werden namentlich aufgelistet“, sagt Schmidt. Er ärgert sich, wenn die einheimischen Opfer des Krieges vergessen werden. „Auch wenn sie in der Wehrmacht gekämpft haben, waren sie dort nicht alle freiwillig. Und bei ihrem Tod haben Familien ihre Söhne und Väter verloren“, so Schmidt. Dem Museumschef ist es gelungen, einen von den Russen gedrehten Kurzfilm über die Befreiung Luckenwaldes am 22. April 1945 aufzutreiben. Auch dieser wird in der Ausstellung gezeigt. „Man erkennt dort deutlich den Marktplatz“, erklärt Roman Schmidt.

Zu den noch lebenden Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen aufgeschrieben haben, gehören neben Ursula Rothenburg noch Gottfried Ziege, Heinz Voigtlaender, Rolf Danzmann und Annerose Wüstenhagen. Ursula Rothenburg wüsste gern, was aus dem kleinen Mädchen geworden ist, das am 23. Dezember 1945 eine Stunde vor Mitternacht im Stellwerk bei Köthen das Licht der Welt erblickte und von „Schwester Ursel“ aus Mangel an Handtüchern in sauberes Packpapier gewickelt wurde. Ursula Rothenburg hatte einen Zug mit deutschen Flüchtlingen aus Pommern begleitet, als die Hochschwangere ihre Wehen bekam. Erst am 24. Dezember abends traf Ursula Rothenburg bei ihren Eltern im Luckenwalder Meisterweg ein und hatte ihre Ration aus dem Zug mitgebracht: ein Stück Brot und Marmelade. „Die ganze Geschichte erfahren Interessierte in der Ausstellung“, sagt Schmidt.

Von Elinor Wenke

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