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Teltow-Fläming Zeugnisse der Jüterboger Geschichte
Lokales Teltow-Fläming Zeugnisse der Jüterboger Geschichte
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00:30 23.10.2015
Am Durchlass des früheren Mühlgrabens beim Neumarkttor in Jüterbog. Quelle: BLDAM/Rainer Bartels
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Jüterbog

Reste einer Mühle und eine Ahle aus Messing gehören zu der Ausbeute der Archäologen, die die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt der B102 in Jüterbog seit dem Frühjahr begleiten. Sie graben dort, wo derzeit Leitungen verlegt werden.

Im Straßenverlauf ist durch vorhergehende Bauarbeiten wenig zu finden, doch in der Nähe des Neumarkttores wurden unter anderem Ziegel- und Feldsteinfundamente entdeckt. Eine Mauer gehörte zum Mühlgraben der Walkmühle, die dort einst stand, wie Elisabeth Kirsch vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf erklärt. Belegt ist die Mühle dort seit dem Mittelalter. „Die noch erhaltenen Fundamente sind jedoch aufgrund der verwendeten Ziegel und des Mörtels erheblich jünger und vermutlich erst aus dem 17. bis 18. Jahrhundert“, erklärt Elisabeth Kirsch, „der Grabendurchlass ist vermutlich noch später in dieser Form entstanden.“

Ein Langzinkenkamm kam zu Tage. Quelle: BLDAM/Elisabeth Kirsch

Zu den Fundstücken vom Bereich um das Neumarkttor gehört unter anderem ein beinerner, nicht mehr ganz vollständiger Langzinkenkamm, den jemand zu unbestimmter Zeit im Straßenmatsch verloren hat. Er wurde aus einer mittelalterlichen Kulturschicht zutage gefördert.

Auch die neuzeitliche Messingnadel fand sich nahe des Neumarkttores, der Zusammenhang mit einer Erdschicht konnte nicht festgestellt werden. „Vermutlich ist sie mit der dort einst angesiedelten Blaufärberei in Verbindung zu bringen, die nach Aussagen eines Anwohners ein ähnliches Sternchenmuster druckte, wie es über dem Nadelöhr erkennbar ist“, erklärt Elisabeth Kirsch.

Die Bauarbeiten konzentrieren sich derzeit vor allem auf den Bereich zwischen dem mittelalterlichen, also dem alten, und dem jüngeren Neumarkttor, das die Altstadt im Osten abschließt. Es wurde im Zuge der repräsentativen Erweiterungen der Befestigungsanlage, als die Stadt mit Doppeltoranlagen ausgestattet wurde, vor dem alten Tor erbaut, von dem nur noch der im Hintergrund stehende Wehrturm erhalten, wegen seines Grundrisses Eierturm genannt. Die zwischen den Mauern liegende, damals noch unbebaute Fläche wurde Zwinger genannt.

„Wir beobachten die Baustelle, und sobald etwas archäologisch relevant ist, unterbrechen wir die Arbeiten für kurze Zeit“, erklärt Elisabeth Kirsch den Ablauf. Gegenseitige Rücksichtnahme bestimme die Zusammenarbeit vor Ort, das klappe gut, versichert die Archäologin.

Etwas verwundert ist sie darüber, dass keine hölzerne Straßenbefestigung erhalten geblieben ist, wie sie in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Orten an feuchten Stellen angelegt wurde. Knüppeldamm nennt man diese Befestigung. „Wie sie sich im Mittelalter durch den Matsch bewegt haben, ist mir eigentlich ein Rätsel“, so Elisabeth Kirsch. Sie rechnet aber damit, dass an der anderen Seite des Eierturmes etwas zu finden ist. Dass es in der Gegend feucht und matschig war, lässt sich an den Schichten ablesen. „In kleinen Bereichen haben wir ausschließlich mittelalterliche Funde und darunter kommt schon Torf.“

Von Martina Burghardt

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