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Teltow-Fläming Zoff bei den Sternenguckern
Lokales Teltow-Fläming Zoff bei den Sternenguckern
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00:18 05.03.2016
Wolfgang Scholz ist Ehrenvorsitzender des Vereins Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz. Quelle: Privat
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Dahlewitz

2016 sollte eigentlich ein gutes Jahr für den Verein der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz werden. Mit einem neuen Teleskop wollten die Sternengucker in bislang ungeahnte Galaxien vordringen, doch nun steht ein handfester Streit ins Haus.

Wolfgang Scholz, der langjährige Vorsitzende des Vereins und heutige Ehrenvorsitzende, spricht sich vehement gegen ein neues Teleskop aus. „Das ist absolut unnötig“, sagte er in einem Gespräch mit der MAZ. Er hält die Behauptung, dass das bisherige Gerät defekt und nicht mehr zu reparieren sei, für übertrieben. „Wer das behauptet, disqualifiziert sich selbst“, sagt der 82-Jährige, der seit einigen Jahren im baden-württembergischen Winnenden lebt. Für die Zwecke des Vereins könne man das derzeitige, etwa 50 Jahre alte Teleskop, noch lange Zeit nutzen. Dass der Spiegel stellenweise blind ist, störe dabei nicht. Der Ehrenvorsitzende verweist auf den Zweck des Vereins, der sich zum Ziel gemacht habe, breiten Bevölkerungsschichten Grundkenntnisse der Astronomie zu vermitteln. Das Spiegelteleskop, das die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow nun für den Verein anschaffen soll, sei für Amateurastronomie völlig ungeeignet. Es werde in der Regel von wissenschaftlichen Einrichtungen zu Forschungs- und Ausbildungszwecken eingesetzt. Wolfgang Scholz hat zu dem Zweifel, ob die Mitglieder des Vereins in der Lage sind, das Gerät zu installieren und zu bedienen. „Es ist Quatsch, ein solches Gerät in Mitteleuropa aufzustellen“, sagt er. Wärmeflimmern durch die vor einigen Jahren gebaute Turnhalle hinter der Schule und das Licht in der Umgebung stören den Blick in den Himmel.

Wolfgang Scholz hätte sich gewünscht, dass die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow das alte Teleskop des Cottbusser Pückler-Gymnasiums übernommen hätte. Diese sechs Jahre alte Idee hat man wegen des hohen Aufwandes nicht weiter verfolgt. „Ein Fehler“, findet Wolfgang Scholz, dabei gebe es in Jena ein Unternehmen, das sich auf den Transport und Aufbau solcher Geräte spezialisiert habe. Scholz fühlt sich vom jetzigen Vorstand übergangen. Dieser habe die Anschaffung des neuen Teleskops ohne sein Wissen im vergangenen Herbst zusammen mit der CDU „abgekaspert“. Die Gemeindevertretung hat daraufhin 90 000 Euro im Haushalt für dieses Jahr eingestellt. Scholz will verhindern, dass die Gemeinde dieses Geld für ein aus seiner Sicht sinnloses Vorhaben ausgibt. Schließlich habe der Verein erst vor fünf Jahren ein mobiles Teleskop von der Gemeinde bekommen.

Michael Wenzel, der Vorsitzendes Vereins, weist Scholz’ Kritik zurück. „Man muss mit der Zeit gehen und sollte nicht nur an althergebrachtem festhalten“, sagt er. Mit einem neuen Gerät, zu dem sich der Vorstand und die 41 Mitglieder eindeutig positioniert habe, wolle man den Verein bei der Projektarbeit voranbringen. „Das wäre eine Investition, die auf Jahre Bestand hat“, sagt Wenzel. Zu den vereinsinternen Meinungsverschiedenheiten wollte er sich nicht äußern. „Ich kann mir nicht erklären, warum Herr Scholz aus der Ferne schießt. Ich finde es nur sehr schade.“

Von Christian Zielke

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